Oh nein, nicht schon wieder Fellwechsel

… 3 natürliche Rezepte zur Unterstützung

Die Temperaturen haben sich deutlich in den unteren Bereich des Thermostates verzogen und lassen uns die nahende Kälte spüren. Der Hund spürt das auch und fängt an seinen Körper anzupassen.

Es geht wieder los – Der Fellwechsel.

Warum aber wechselt der Hund sein Fellkleid?  

Im Winter braucht der Hund Schutz vor Kälte, kaltem Wind, Schnee und Regen. Hierfür ist ein isolierendes Fell sehr wichtig. Um die Funktion der Isolation zu erfüllen, lässt der Hund die Deckhaare länger werden und verdichtet seine Unterfell mit den feinen Wollhaaren.

Diese beiden Haartypen (Deckhaar und Wollhaar) wachsen gemeinsam aus 1 Follikel, dabei umkreisen 6 – 12 Wollhaare 1 Deckhaar.

 

Das dichte Unterfell bildet eine isolierende Luftschicht zwischen Haut und dem auf dem Unterfell aufliegenden Deckhaar, somit trägt der Hund eine natürliche Daunenjacke mit sich und friert bei niedrigen Temperaturen nicht so schnell.

„Das Umziehen“ von Sommerfell in das warme Winterfell fängt an, wenn die Tage kürzer und die Temperaturen kühler werden. Der Körper sendet bestimmte hormonelle Signale aus und das Haaren beginnt. Nun sind sie überall und wir können gar nicht so oft staubsaugen, wischen oder wedeln.

Bis das komplette Fell gewechselt ist, können ca. 6 – 8 Wochen vergehen.

 

Dieser natürliche Prozess ist von Hund zu Hund unterschiedlich, da zuchtbedingt die Fellstrukturen unterschiedlich aufgebaut sind.

Damit ein glänzendes, weiches, geschmeidiges und vor wohlriechendes Fell nachwächst, können wir den Hund mit den richtigen natürlichen Ergänzungen und einer äußerlichen Pflege unterstützen.

Schönheit kommt von innen:  

Beim Hund ist es wie beim Menschen, ein gesundes Inneres führt zu einem gesunden Äußeren. Da bei dem Fellwechsel der gesamte Körper des Hundes beansprucht wird, sollten vor allem jetzt hochwertige Nährstoffe im Futternapf landen.

Welche sind das denn nun?  

Haare bestehen hauptsächlich aus wasserunlöslichen Faserproteinen, die auch Keratine genannt werden. Durch chemische Bindungen können Kreatine so eine viel festere Struktur bilden, dass sie zu Krallen werden. Demnach bestehen Haare und Krallen aus denselben Substanzen unterscheiden sich nur in ihrer Festigkeit. Das Hundehaar können wir in den sichtbaren und den für uns unsichtbaren Teil gliedern. Der unsichtbare Teil des Haares, die Haarwurzel, ist in der Haut eingebettet und wird von Hautzellen mit allen wichtigen Nährstoffen (Proteine, Vitamine und Mineralstoffe) versorgt.

 

Unter jeder Haarwurzel befindet sich eine Talgdrüse, die eine für den Hund essentielle fettige und mit Mineralstoffen angereicherte Substanz produziert. Der entstandene Talg wird durch das Haar transportiert und sorgt für Elastizität und wird somit bruchfester. Da der Talg durch das Haar nach außen dringt und über der gesamten Körper verteilt wird, hat jeder Hund seinen individuellen Körperduft. Für ein gesundes Nachwachsen wird also Folgendes gebraucht:

→ eine hochwertige Proteinquelle, die viele essentielle Aminosäuren enthält. Daraus bildet der Hund das wichtige Keratin.

Hochwertige Proteinquellen sind vor allem in frischen Fleisch-, Ei- und Milchprodukten. Auch pflanzliches Protein, kann der Hund verwerten.

→ Mineralstoffe: vor allem Zink, Kupfer, Eisen, Kobalt

→ Vitamine: vor allem Vitamin A, Vitamin B, Biotin, Panthotensäure

→ hochwertige Fette (mit vielen ungesättigten Omega – 3 Fettsäuren)

 

Hat der Hund zu wenig an den oben genannten Nährstoffen kommt es zu einem Mangel. Das Fell wird brüchig, matt, stinkt und wächst nicht mehr nach. Die Haut wird trocken, schuppig, kann Verdickungen aufweisen und ist anfälliger für Infektionen. Der Hund verliert einen wichtigen Schutz vor äußerlichen einwirkenden Faktoren. Merkt man einen Mangel oder möchte dem Hund beim Fellwechsel helfen, können hochwertige Öle mit einem hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren ins Futter gemischt werden. Ungesättigte Fettsäuren werden in Omega – 3 und Omega -6 Fettsäuren unterteilt.

Da Omega – 3 Fettsäuren anti-inflammatorisch (entzündungshemmend) wirken, sollten diese bei Fell und Hautproblemen bevorzugt eingesetzt werden.

Diese sind vermehrt in Lein- und Fischöl zu finden.

Fell- und Hautkuren:  

Oft werden fertige Mischungen mit Kräutern und anderen Inhaltsstoffen (u.a. Zink und Biotin) für den Fellwechsel angeboten.

 

Hierbei ist darauf zu achten, ob die Stoffe bioverfügbar sind, d.h. wie hoch der „up – take“ – die Aufnahme in den Körper ist. Bei der Einnahme von solchen Kuren ist auf Überdosierung zu achten – die Kur sollte nicht länger als 4 Wochen angewendet und auch nur alle 6 Monate wiederholt werden. Ist die Kur aus Kräutern zusammengemischt, ist es gut vorab zu testen, ob der Hund auf eines dieser enthaltenen Kräuter eventuell allergisch reagiert.

 

4 Rezepturen für die äußerliche Pflege mit natürlichen Produkten:

Rezeptur 1 – Leinsamen helfen

Wer hätte gedacht, dass Leinsamen, die normalerweise bei Verdauungsproblemen eingesetzt werden, auch von außen wirken. Die Samen eignen sich durch ihre natürliche Eigenschaft Gele zu bilden und die darin enthaltenen Inhaltsstoffe für die Haarpflege. Enthaltene Vitamin A, B-Vitamine und Lignane pflegen das Fell und wirken entzündungshemmend.

Ja, es ist zwar eine etwas glibberige Angelegenheit, aber es ist immerhin wirklich (!) natürlich. Je nach Hundegröße wirst du mehr oder weniger von dem Wasser – Leinsamen – Gemisch benötigen.

Rezept:
Mische 4 EL Leinsamen mit 1 Liter Wasser und lass es über Nacht stehen. (Natürlich kannst du es auch in der Früh ansetzen, um es am Nachmittag anzuwenden).

Wenn du soweit bist, schmierst du deinen Hund mit diesem Gemisch langsam und gleichmäßig ein. Nun kommt der etwas schwierige Part. Es muss mindestens 10min einwirken. Versuche dabei deinen Hund mit Leckerlis oder Streicheleinheiten abzulenken. Genießt die gemeinsame Zeit. Nach der Einwirkzeit wird das Gel mit lauwarmen Wasser ausgewaschen und der Hund trocken gerubbelt.

Rezeptur 2 – Durchblutung fördern

Haarkur mit Ackerschachtelhalm
Ackerschachtelhalm wird auch Zinnkraut genannt, enthält Kieselsäure und Flavonoide. Dieses Kraut wird oftmals zur Wundheilung eingesetzt. Durch die enthaltenen Stoffe wird das Fellkleid von außen verschönert. Die Haut wird durchblutet, kleine Risse können abheilen und das Haarwachstum geschieht problemlos.

Kein Ackerschachtelhalm zu finden? Kein Problem, denn es gibt noch mehr Kräuter, die sich positiv auf das Fell auswirken können.
Mische: Rosenblüten (1Teil), Zitronenmelisseblätter (1/4 Teil) und Lavendel (1/2Teil) zusammen, übergieße es mit heißem Wasser, lass es ziehen und abkühlen, übergieße das Fell deines Hundes damit, massiere ihn, gib ihm einen Schmatzer, spüle es aus, trockne ihn und genieße das wohlig weiche Fell.

Rezept:
10 gestrichene EL Ackerschachtelhalm (getrocknet)

1 Liter Wasser

Durchführung:
Koche das Wasser und übergieße die getrockneten Ackerschachtelhalme damit. Lass es mind. 15min stehen. Danach kann du die Rückstände der Kräuter absieben (ist aber grundsätzlich nicht notwendig). ACHTUNG: Bevor du die Kur über das Fell verteilst, solltest du unbedingt kontrollieren, ob es abgekühlt ist. Bitte riskiere keine Verbrennungen. Verteile das Gemisch vorsichtig auf dem gesamten Körper des Hundes. Gönn ihm eine Massage und lass es einige Minuten einwirken. Danach kannst du es mit

Rezeptur 3 – Hilfe bei fettigem Fell

Jetzt wird es schnell, günstig und einfach. ABER: dreckig!
Sollte dein Hund sehr talgiges Fell haben, kannst du diese Kur anwenden. Doch eines soll dir gesagt sein: Sie trocknet aus. Heilerde zieht überschüssiges Fett auf und trocknet aus. Also pass bitte auf, ob diese Kur auch wirklich für deinen Hund geeignet ist.

Rezept:   
10 EL feine Heilerde (zu finden in der Apotheke oder im Reformhaus)
1Liter lauwarmes Wasser

Anwendung:           
Easy – du fügst die 10 EL Heilerde ins Wasser und mischt gleichmäßig um. Es wird ein bräunlicher dickflüssiger „Gatsch“. Diesen verteilst du über den Körper des Hundes und lässt ihn einwirken. An empfindlichen Körperstellen mit sehr dünner Haut, sollte die Heilerde nicht zu lange einwirken. Nach der Einwirkzeit wird die Heilerde aus dem Fellkleid ausgewaschen. Überschüssiges Fett sollte nun entfernt sein.

Fazit 

 

→ Während des Fellwechsels ist darauf zu achten, dass die Proteinquelle hochwertig ist. Bindegewebe, Knorpel, Gelatine und Sehnen sind für den körpereigenen Aufbau an Substanz des Hundes minderwertiger als Muskelfleisch.

→ Zusätzlich sollte ein hochwertiges kaltgepresstes Öl mit höherem Anteil an Omega 3 Fettsäuren in die Ration gemischt werden.

→ Der Bedarf an Mineralstoffen (vor allem Zink, Kupfer, Kobalt und Eisen) und den Vitaminen (vor allem A, E, Biotin und Panthotensäure) sollte gedeckt sein.

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Über die Autorin, Paulina Adamczyk

Seit über 3 Jahren helfe ich als selbstständige Tierernäherungsberaterin Hunden zu mehr innerem Wohlbefinden – durch artgerechte Ernährung und die Kraft von Heilkräuter, Vitalpilzen und Aromaölen. Viele meiner Kunden unterschätzen die unterstützende Wirkung die in unserer Natur schlummert. Viele greifen lieber zu purer Chemie. Daher liegt es mir am Herzen, Hunde mit der Kraft der Natur zu unterstützen und Frauchen & Herrchen aufzuklären. 💚

 

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