Stoffwechsel natürlich anregen

Wie die richtigen Nährstoffe dabei helfen können

Wir haben es geschafft – der Frühling ist endlich da! Die schöne Jahreszeit sorgt für frischen Wind, die Tage werden länger und die Temperaturen klettern in die Höhe. Kein Wunder, dass es uns bei diesen Aussichten vermehrt nach draußen zieht – wäre da nur nicht diese Frühjahrsmüdigkeit! Die macht leider auch vor unseren Vierbeinern nicht Halt.

Manchmal kommt es vor, dass es dem Organismus schwerfällt, aus dem Winterschlaf zu erwachen. Der Hund wirkt träge und unmotiviert.  Welche natürlichen Helferlein können den Körper nun auf Trab bringen, sofern keine anderweitigen Erkrankungen vorliegen? In diesem Artikel verrate ich dir, wie du Abhilfe schaffen kannst.

Der Stoffwechsel und seine Aufgaben

Um einen Überblick über den Stoffwechsel zu erhalten, folgen nun ein paar grundlegende Informationen. Jede einzelne Zelle des Körpers arbeitet unbewusst und somit selbstständig für unsere Vierbeiner. Um diese Selbstständigkeit beizubehalten, ist es besonders wichtig, den Körper gesund zu halten.

Der Stoffwechsel, auch Metabolismus genannt, ist zuständig für alle lebenswichtigen Vorgänge im Körper. Die am Stoffwechsel beteiligten Zellen verarbeiten die durch die Nahrung aufgenommenen Nährstoffe und bringen sie zu ihren Zielorten. Kurz gesagt: Sie sind für Um,- Ab- und Aufbauarbeiten zuständig. Außerdem regelt der Metabolismus den Abtransport von Gift- und Abfallstoffen.

Damit diese Arbeiten tatsächlich reibungslos ein Leben lang ausgeführt werden können, werden durch Nahrung aufgenommene ‘Treibstoffe“, also Energie, und nicht energieliefernde Nährstoffe benötigt, ein gesundes Genom (Informationen, die von den Elterntieren vererbt werden) sollte gegeben sein und die primären Stoffwechselorgane sollten gesund sein.

Der Gesamtstoffwechsel kann von vielen Seiten angegriffen werden. Wir können dabei exogene und endogene Störungen unterscheiden. Exogen bedeutet von außen zugeführt, wobei es sich bei endogenen Störungen um Störungen von innen handelt. Diese endogenen Fehler sind auf fehlerhafte Informationsweitergabe in den Organen und im Körpersystem zurückzuführen.

Die Verarbeitung von Informationen funktioniert nicht so, wie sie es sollte. Das führt dazu, dass Nährstoffe nicht verarbeitet werden, da die Produktion von wichtigen Stoffwechselkomponenten (z.B. Enzyme oder Hormone) nicht mehr funktioniert. Exogene Störungen treten häufiger auf. Sie können durch Operationen, Verletzungen oder aber (für uns sehr interessant) durch Ernährungsfehler entstehen. Ein Mangel oder eine Überversorgung an Nährstoffen kann zu einem Ungleichgewicht führen und den Stoffwechsel negativ beeinflussen.

Wir wissen, dass dem Hund drei energieliefernde Nährstoffe zur Verfügung stehen. Diese werden vom Körper unterschiedlich verarbeitet.

Kohlenhydratstoffwechsel


Bevor unser Körper Kohlenhydrate nutzen kann, muss er sie mithilfe von Enzymen in Glucose umwandeln. Denn erst, wenn sie komplett zerlegt sind, können sie im Dünndarm ins Blut und dann in die Zellen gelangen.

Hierbei spielt die Leber eine sehr wichtige Rolle. Sie versorgt den gesamten Organismus dauerhaft mit Glucose und zwar auch dann, wenn sie nicht über die Nahrung zugeführt wird. Die Leber kann nämlich Glucose speichern, indem sie überschüssige Glucose in einen Mehrfachzucker namens Glykogen umwandelt. Glykogen dient den Zellen als Energievorrat. Bei Bedarf steht er jederzeit zur Verfügung.

Kommt es zu einer Überversorgung mit Kohlenhydraten, wandelt die Leber das Glykogen in Fett um und speichert dieses im Fettgewebe ab. Wenn dieser Vorgang öfter vorkommt, droht Übergewicht oder auch eine sogenannte Fettleber (= das Fett wird direkt im Fettgewebe um die Leber gespeichert).

Fettstoffwechsel


Fett ist ein wichtiger Energielieferant. Allerdings ist es auch für die Bildung von Hormonen und Botenstoffen verantwortlich. Fette werden während der Verdauung im Darm zu drei Fettsäuren und Glycerin aufgespaltet. Diese werden dann über das Blut weiter transportiert, unter anderem auch zur Leber. Nimmt der Körper nun mehr Fett auf als er benötigt, wird diese überschüssige Energie als Depot- oder Bauchfett gespeichert.

Proteinstoffwechsel


Hier werden bei der Verdauung der Eiweiße die einzelnen Aminosäuren freigesetzt. In dieser kleinsten Form werden sie über die Blutbahn zu den einzelnen Zellen transportiert. Dort werden sie für den Aufbau von Muskeln, Hormonen und Enzymen genutzt.
Eiweiße bzw. Proteine können allerdings auch zur Energiegewinnung genutzt werden. Wenn dem Körper keine andere Energiequelle angeboten wird, ist dies für den Körper sehr anstrengend, da das Verstoffwechseln von Proteinen viel Energie benötigt. Hierbei wird die Niere stark beansprucht und es kann auf Dauer zu Schädigungen kommen!

Den Hundekörper auf Touren bringen – so geht’s! 

Wichtig ist, den Hund als Individuum zu betrachten! So wie bei uns Menschen gibt es Hunde, die nach der Aufnahme von stärkereichen Kohlenhydraten sehr schnell an Masse zulegen. Manchmal führen Kohlenhydrate auch zu einer verminderten Aktivität. So werden diese gerne bei Stressdiäten eingesetzt.

Wie bereits erwähnt, liefern Fette, Kohlenhydrate oder Eiweiß dem Körper Energie, um den Stoffwechsel aufrechtzuerhalten und zu pushen. Wie bei vielen Futtermitteln gilt auch hier: Die Dosis macht das Gift. Wenn du merkst, dass dein Hund von zu viel Fett oder Zucker Durchfall bekommt, solltest du die Ration unter die Lupe nehmen und sie dem Hund entsprechend anpassen. Es gibt allerdings noch andere natürliche Möglichkeiten, den gesamten Organismus zu boosten und den Kreislauf mitsamt der beteiligten Organe auf Touren zu bringen!

Einige davon möchte ich mit dir teilen:

Rosmarin

Ein wahrer Wachmacher! Er wirkt anregend auf das gesamte Kreislaufsystem. Das leckere Gewürz hilft dabei, die Nieren- und Gallenfunktion sowie die Lebertätigkeit zu regulieren und das Herz von Grund auf zu stärken. Rosmarin kann dem Hund in kleinen Mengen über den Tag verteilt angeboten werden.  Als Tee oder auch direkt ins Futter gemischt, schmeckt er besonders gut.

Für die direkte Gabe gilt als Faustregel: ½ – 1 Teelöffel pro 10 kg Körpergewicht

Aber Achtung: Bei Bluthochdruck und Trächtigkeit nicht anwenden!

Weißdorn

Die Pumpe soll arbeiten!  Um das Herz-Kreislaufsystem anzuregen, kommt Weißdorn zum Einsatz. Er fördert die Durchblutung der Gefäße und steigert die Leistungskraft des Herzmuskels.  Du kannst Früchte, Blüten und Blätter nutzen und diese als Tee oder als Tinktur verabreichen.

Löwenzahn

Die Löwenzahnwurzel bringt den Körper in Schwung. Sie stärkt Leber, Nieren, Bauchspeicheldrüse, Milz, Magen und Darm. Die Wurzeln unterstützen außerdem die Ausscheidung von Giftstoffen aus dem Körper. Dazu findest du aber im nächsten Punkt mehr Infos! Löwenzahn kann als Tee, in getrockneter Form oder auch als Extrakt angeboten werden.

Cordyceps sinsensis

Dieser Vitalpilz ist auch unter dem Namen „Raupenpilz“ bekannt. Er hat vor allem Einfluss auf die körperliche Leistung, die Leber, das Hormonsystem und die Niere. Antriebslose oder gar depressive Hunde profitieren enorm davon.  Der Raupenpilz kann als Pulver oder Extrakt verabreicht werden.

Vitamin C


Dieses besondere Vitamin wird als „Booster“ der anderen Ergänzungen eingesetzt. Es sorgt dafür, dass der Körper die zugesetzten Produkte besser aufnehmen kann. Außerdem ist Vitamin C ein wirkungsstarkes Antioxidans!

Gifte aus dem Körper schwemmen

Nach dem heuer sehr langen Winter ist es außerdem ratsam, den Körper zu entgiften und von unnötigem Ballast zu befreien.

Hierfür können wir spezielle Kräuter und andere Superfoods nutzen. Hier einige Beispiele:

Brennnessel

Die Brennnessel wird im Frühjahr als Entschlackungs- und Entgiftungskur genommen. Sie hat eine harntreibende Wirkung und kann auch bei Müdigkeit eine positive Wirkung entfalten. Sie unterstützt auch Leber und Galle sowie die Bauchspeicheldrüse.

Die Brennnessel kann als Tee oder als geriebenes Kraut zur Nahrung hinzugefügt werden.

Löwenzahn

Auch der Löwenzahn wirkt blutreinigend, harntreibend und entwässernd. Deshalb wird auch er beim Entgiften eingesetzt. Du kannst die ganze Pflanze verarbeiten und als Tee, getrocknetes Kraut oder als Löwenzahnsaft anbieten.

Chlorella und Spirulina

Diese beiden Algen sind Süßwasseralgen und enthalten kein Jod. Sie sind winzig klein (weshalb man sie auch Mikroalgen nennt) und leben schon seit der Urzeit auf unserem Planeten. Sie können dazu beitragen, jegliche Umweltgifte, sei es aus der Nahrung, dem Wasser oder auch von Narkosen zu binden und auszuscheiden.

Diese Algen sollten aber nicht gleichzeitig mit Medikamenten eingenommen werden!

Fazit

Der Stoffwechsel erhält unsere Vierbeiner am Leben. Der gesamte Organismus wird beansprucht und braucht Treibstoff, um funktionieren zu können. Der Frühling ist eine gute Zeit, den Körper von innen zu reinigen und ihn mit natürlichen und vor allem artgerechten Helferlein optimal zu unterstützen.

Ob wir nun einige Mittelchen als Stoffwechsel-Booster nehmen, damit unser Hund wieder mehr Kraft und Energie erhält, oder andere zum Entschlacken und reinigen nutzen oder vielleicht sogar beides anwenden, bleibt uns überlassen.

Wichtig ist, dass unsere treuen Wegbegleiter optimal unterstützt und gepflegt werden!

Photo by Vincent van Zalinge on Unsplash

Über die Autorin, Paulina Adamczyk

Seit über 3 Jahren helfe ich als selbstständige Tierernäherungsberaterin Hunden zu mehr innerem Wohlbefinden – durch artgerechte Ernährung und die Kraft von Heilkräuter, Vitalpilzen und Aromaölen. Keine leichte Mission. Denn jeder von uns und auch unserer Lieblinge hat besondere Ansprüche. Jeder Topf hat seinen Deckel – und jeder Hund seinen Napf! 😉 Daher liegt es mir am Herzen, Hunde mit artgerechter Ernährung zu unterstützen und Frauchen & Herrchen aufzuklären.💚

1 Kommentar

  1. Zur Brennnessel kann ich noch hinzufügen, dass die Samen ebenfalls ein wahres Superfood sind und mit Chiasamen und Co locker mithalten können. Das Schöne ist, dass man sie schon bald wieder in der freien Natur ganz gratis einsammeln kann. Getrocknet halten sie ungefähr ein Jahr. Die Samen sollte man erst kurz vor dem Verzehr mit einem Mörser zerstoßen, dann bleibt die geballte Power enthalten.
    Ich habe mal die Inhaltsstoffe heraus gesucht und man sieht, was alles in den kleinen Krümeln steckt:
    25% – 33% Öl
    74% bis 83% Linolsäure
    0,9% Linolensäure
    Tocopherol (Vitamin E): geschätzt als Radikalfänger
    Schleimstoffe
    Carotinoide wie ß-Carotin und Lutein: beides anerkannte Wirkstoffe zur Erhaltung der Sehkraft und zur Vorbeugung gegen Makuladegeneration

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