Frühlingszeit ist Zeckenzeit!

Natürliche Mittel gegen Zecken, Flöhe und Co.

Die Tage werden wieder länger, das Gras schießt in die Höhe und Spaziergänge mit unseren liebsten Vierbeinern machen endlich wieder richtig viel Spaß – wären da nur nicht diese kleinen Störenfriede, die Mensch und Tier so richtig den Spaß versauen. Die Rede ist von Parasiten.

Flöhe, Zecken, Milben… sie alle treiben vor allem in der wärmeren Jahreszeit ihr Unwesen. Während manche von ihnen harmlos sind, sind andere definitiv nicht zu unterschätzen. Im schlimmsten Fall können ernsthafte Krankheiten aus den Bissen und Stichen entstehen.

Zum Glück hält Mutter Natur einige tolle Mittel gegen Parasiten bereit. Wenn du wissen möchtest, welche das sind und wie du sie anwendest, dann lies jetzt unbedingt weiter!

 So viele verschiedene Plagegeister…

Heute reden wir über die sogenannten Ektoparasiten. Sie besiedeln die Hautoberfläche ihres Wirtes und machen sich dort zu schaffen.

Zu dieser Gruppe zählen – neben den oben bereits erwähnten – auch Läuse und Milben.

Die meisten erwachen jetzt, also im Frühling, von ihrem – sagen wir mal – „Schönheitsschlaf“ und ärgern uns dann auch über den Sommer und sogar bis in den Herbst!

Nehmen wir die kleinen Biester mal genauer unter die Lupe!

Zecken

Drei Arten von Zecken werden uns immer wieder begleiten: Es handelt sich um die Gemeine Holzblockzecke, die Auwaldzecke und die Braune Hundezecke. Letztere findet man in tropischen und wärmeren Gebieten das ganze Jahr über.

Zecken leben meist auf dem Boden, auf Farnen oder auf Gräsern und bemerken die Erschütterung, die man als Wirt verursacht. Sie reagieren außerdem auf Wärme und Schatten.

Beim Stich sondern sie ein Sekret ab, welches betäubend, gerinnungshemmend und entzündungshemmend wirkt.

Leider können bei diesem Eindringen in den Wirt auch zahlreiche Krankheitserreger übertragen werden. Dazu zählen:

  • Borreliose
  • FSME
  • Babesiose
  • Anaplasmose

Milben

Es gibt mehrere Milbenarten, die deinen Vierbeiner quälen können. Nehmen wir sie mal ein wenig genauer unter die Lupe:

  • Haarbalgmilben (Demodexmilben)

wohnen auf jedem Hund. Kommt es aber zur massiven Vermehrung, brechen Krankheitssymptome aus. Es entstehen kahle, gerötete Hautstellen meist im Bereich des Kopfes und Schuppungen und Juckreiz an Vorderbeinen und Pfoten.

  • Körperräude

Es entsteht ein ständiger Juckreiz, der Hautverdickungen, Hautentzündungen, Pusteln und vieles mehr zur Folge haben kann. Die Milben sind sehr klein und lassen sich meist nur mit einem Bluttest nachweisen.

  • Laufmilben (Herbst-/Grasmilben)

wohnen meist auf Sträuchern, Gräsern oder in Bodennähe. Sie sind rötlich-orange gefärbt und mit freiem Auge erkennbar. Sie verursachen juckende Hautinfektionen an Pfoten, Maul, Augen und Ohren, aber auch Pusteln.

  • Ohrmilben

sind, wie der Name schon sagt, meist im Ohr zu finden. Sie sind winzig, weiß und bewegen sich rasch, wenn Licht auf sie fällt. Kopfschütteln, vermehrte Ohrenschmalzbildung sowie Reibung des Ohres an Gegenständen zählen zu den Symptomen.

  • Raubmilben

kommen meist in dreckigen Tierpensionen, Tierheimen oder Zwingern vor. Sie sehen aus wie sich bewegende Hautschuppen. Wenn ein Befall besteht, können eine übermäßige Talgproduktion und starker Juckreiz am ganzen Körper entstehen.

Alle – bis auf die Laufmilbe – sind höchst ansteckend!

Bevor du eine Behandlung gegen die Milben beginnst, sollte ein Besuch beim Tierarzt auf dem Plan stehen. Gemeinsam könnt ihr abklären, um welche Milbenart es sich handelt, damit du deinem Hund die bestmögliche Behandlung bieten kannst.

Flöhe

Sie sind weltweit verbreitet und sind für Mensch und Tier gleichermaßen ärgerlich.

Man unterscheidet den Menschenfloh, den Hundefloh und den Katzenfloh. Es reicht ein kurzer Kontakt mit einem bereits befallenen Lebewesen. Da sich Flöhe rasant vermehren, sind die Tiere wirklich eine nervige Plage.

Menschenflöhe kommen zwar kaum mehr vor, aber Hunde- und Katzenflöhe können auf den Menschen überspringen. Da der Floh keine Flügel besitzt, hat er sehr starke Sprungbeine, mit denen er sich über Distanzen von 50 cm fortbewegen kann.

Flöhe saugen das Blut ihres Wirtes. Es kommt sehr häufig zu allergischen Reaktionen auf Flohspeichel. Man erkennt sie durch starkes und häufiges Kratzen an den Einstichstellen. Zu beachten ist, dass es durch das viele Kratzen zur Wundinfektion kommen kann.

Flöhe können sogar Bandwürmer übertragen! Das kleine Tier ist also nicht zu unterschätzen.

Haarlinge

Ein anderer Name für sie ist Kieferlaus. Sie gehören zu einer Untergruppe der Läuse und haben ihre Bezeichnung von ihren kräftigen Kiefern. Mit diesem Werkzeug zerkleinern sie die Hautschuppen und Haare ihres Nahrungslieferanten.

Die Eier kleben sie an die Haare des Lebewesens, auf dem sie hausen.

Wenn unser Haustier an einem Befall leidet, merken wir es durch Juckreiz, feucht-schmierige Hautveränderungen, Hautschuppungen und Haarverlust.

Auch Haarlinge können Bandwürmer übertragen!

Läuse

Hundeläuse sind nicht dieselben wie Menschenläuse. Man unterscheidet jene, die sich von Blut ernähren und jene, die sich von abgestorbenen Hautschuppen ernähren.

Auch sie kleben ihre Eier ins Fell, meistens am Ohr, der Oberlippe und am Hals. Die Nissen können leicht mit Hautschuppen verwechselt werden, man sollte also genauer hinschauen.

Die Symptome ähneln dem Befall von Haarlingen oder Flöhen.

Am Hund wuselt’s – und nun?

Wie weiß ich jetzt, welches Tierchen sich an meinem Haustier ernährt? Es gibt ein paar Merkmale, die ich dir natürlich verraten werde.

Läuse bewegen sich seeehr langsam und können nicht springen wie Flöhe. Haarlinge sind ebenfalls nicht im Stande zu hüpfen, allerdings krabbeln sie schneller als Läuse.

Flöhe können somit als einziges springen, woran man sie am Besten erkennt.

Abhilfe schaffen

Mittlerweile gibt es schon so wahnsinnig viele Möglichkeiten, unseren Vierbeinern bei einem Parasitenbefall zu helfen. Es gibt natürliche Produkte oder aber auch die Chemiekeulen.

Es ist mittlerweile auch schon ein Ultraschallgerät auf dem Markt, welches verspricht, Zecken und Flöhe mithilfe von Ultraschallimpulsen fernzuhalten.

Ich möchte aber jetzt näher auf unsere natürlichen Möglichkeiten eingehen!

Unterstützung von außen

Aromaöle

Wie wir schon in der Ausbildung gelernt haben, können wir aus ätherischen Ölen Anti-Parasiten-Sprays und Spot-Ons herstellen. Hierfür können wir eine Mischung zusammenstellen aus zum Beispiel: verschiedenen Zitrusölen (z.B.: Citronella, Lemongras oder Zitronen), Eukalyptus und Teebaum. Diese Öle werden verwendet, weil die kleinen Quälgeister ihren Duft nicht ausstehen können. Wichtig ist, dass man sich bei der Mischung daran hält, dass das Aromaöl nur 1% des Trägerstoffes ausmachen darf!

Eine weitere Möglichkeit, Aromaöle zu nutzen, wäre ein Halstuch. Du musst hier nur auf die Dosierung (nur 1 Tropfen Öl auf das Tuch auftropfen) genau Acht geben!

Wenn euer Hund ein anderes Verhalten zeigen sollte, wenn ihr mit Aromaölen arbeitet, kann es natürlich sein, dass es ihm zu intensiv riecht. Bitte reagiert hier schnell und ermöglicht ihm, dass er dem Geruch nicht länger ausgesetzt sein muss!

Kokosöl

Es ist die ultimative „Wunderwaffe“ gegen die meisten Parasiten. Kokosfett besteht aus Laurinsäure, die für die Krabbeltiere wie Gift ist, denn sie mögen den Geruch nicht. Deshalb suchen sie sofort das Weite!

Die Anwendung ist auch ganz einfach! Eine kleine Menge auf den Händen kurz verteilen und den Hund damit einreiben und schon ist man fertig! Hier empfehle ich allerdings, damit es nicht so fettig wird, dass du dich auf die Bereiche um die Beine, Bauch, Hals und Kopf begrenzt.

Achtung: Kokosöl wirkt nur äußerlich angewandt gegen die kleinen Krabbelviecher! Das predige ich immer und immer wieder, da viele nach wie vor überzeugt sind, dass Kokosöl auch innerlich angewendet solche Wunder wirkt. Kokosöl schmeckt zwar so manchem Hund sehr gut, gegen Parasiten hilft die innere Anwendung allerdings nicht! 

 

Es wirkt nicht nur gegen Flöhe und Zecken sondern auch bei Milben.

Damit du gute Ergebnisse erzielen kannst, solltest du beim Kauf des Kokosöls darauf achten, dass es

  • in Bioqualität ist
  • kaltgepresst ist
  • frei von Zusatzstoffen und Aromen ist
  • einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren hat (à Laurinsäure)

Diese Informationen solltest du vom Etikett des Produktes erfahren können. Ein Beispiel für ein hochwertiges Öl ist das „Dr. Georg“ Kokosöl.   

Bernsteinkette

Sie ist nicht nur ein Schutz vor Zecken und Flöhe, sondern auch noch ein schickes Schmuckstück für unseren Liebling.

Ihre Wirkung entsteht durch die Reibung der Steine am Fell des Tieres. Zum einen entsteht eine statische Elektrizität am Fell, sodass die Schädlinge sich nicht halten können. Zum anderen werden aromatische Terpene freigesetzt, die abschreckend auf die lästigen Viecher wirken.

Beim Kauf einer Bernsteinkette solltest du darauf achten, dass du nicht behandelte Steine aussuchst. Polierte Steine eignen sich nicht als Schutz!  

Nur die mit Ecken und Kanten sind ein wirksamer Schutz, denn nur hier kann genügend Reibung (die ja ein wichtiger Teil der Wirkung ist) entstehen.

Wenn du nun überlegst, eine solche Kette zu besorgen, würde ich dir empfehlen, in Geschäften zu kaufen, die sich auf Mineralien und Edelsteine spezialisiert haben. Leider werden auch gefälschte Steine als Originale verkauft!

Bitte kaufe also wirklich nur bei vertrauenswürdigen Bezugsquellen!

EM-Ketten

EM bedeutet Effektive Mikroorganismen. Diese EM-Keramik-Perlen werden unter Luftabschluss in Ton eingebrannt. So entstehen diese perlenähnlichen, kleinen Röhrchen, die man meist mit Paracordbändern zu schicken Halsbändern knüpft.

Effektive Mikroorganismen sterben im Freien schnell ab oder werden leicht ausgewaschen, können aber durch das Einbrennen in Ton haltbar gemacht werden, denn sie halten bis zu 1000 Grad Celsius stand, ohne dass sie ihre vielseitigen Eigenschaften verlieren. So können sie dann ihre Informationen an das jeweilige Lebewesen weitergeben.

Die eingearbeiteten Mikroorganismen wirken also unbegrenzt gegen Zecken.

Man sollte die Kette allerdings alle 2 Wochen gründlich mit Wasser reinigen und anschließend mithilfe von Sonnenlicht oder Infrarotlicht trocknen lassen. Durch den Trocknungsvorgang werden die Keramik-Perlen wieder aufgeladen.

Unterstützung von innen

Du kannst deinen Hunden auch diverse Produkte als Zusatz zum Futter anbieten. Zum Beispiel können Bierhefe und Knoblauch das Hautmilieu so verändern, dass sich die Quälgeister einfach nicht mehr wohlfühlen und deshalb erst gar nicht zum Bleiben animiert werden. Die Haut bekommt dadurch einen für sie schlechten, abstoßenden Geruch.

Die meisten Futterzusätze arbeiten mit genau diesem Wirkungsprinzip.

Zusätzlich kann man mit Kardenwurzeln den Hund unterstützen.  Es handelt sich hierbei um eine Wurzel, die bei einer Borreliose-Infektion helfen kann. In Form einer Tinktur verabreicht man sie dem Hund und kann somit im Vorfeld schon helfen.

Eine weitere Option sind Heilkräuter.

Ihr könnt euren Hunden folgende Kräuter zur Parasitenabwehr anbieten, sprich täglich oder mehrmals die Woche in die Futterration beimengen:

  • Rosmarin
  • Eukalyptus
  • Zistrose (speziell gegen Zecken)

Dosierung: 1-2g / 10kg Körpergewicht

 

Zusätzlich könnt ihr kleine Leinensäcken mit Pfefferminz befüllen und im Auto und Hundekorb verstecken um die Umgebung für die Krabbeltiere so unangenehm wie möglich zu gestalten. Natürlich könnt ihr es dem Hund auch ans Halsband oder Geschirr dazu hängen, wenn es den Hund nicht stört! 😊

 

Man kann auch Schwarzkümmelöl zur Parasitenabwehr geben.

ALLERDINGS…nur TRÖPFCHENWEISE und als Kur!!!!

Zu viel Schwarzkümmelöl wirkt LEBERTOXISCH! Bitte seid hierbei wirklich sehr vorsichtig!

 

 

Fazit

Beim Thema Parasitenabwehr stellen sich Hundebesitzer oft die Frage: Lieber auf natürliche Mittel setzen oder gleich zur Chemiekeule greifen? In vielen Fällen kannst du mit Hausmitteln durchaus sehr weit kommen und Zecken, Flöhen und Milben keine Chance geben. Die hast du vielleicht sogar schon zuhause und brauchst in den meisten Fällen keine Angst vor Nebenwirkungen zu haben. Zur Chemiekeule solltest du nur nach Absprache mit einem Tierarzt greifen!

Photos by Pixabay and Mitchell Orr, Kelly Sikkema,Jonas Dücker, and Gary Sandoz on Unsplash

Möchtest du dein Rezept mit der Community teilen?

Wir würden uns sehr über deine Rezepte aus der Kräuterküche freuen! Schicke mir einfach
eine E-Mail an paulina@dogtisch.academy mit deinem Rezept samt Fotos und du wirst Teil des
Dogtisch Academy Rezeptbuchs! 💚

E-Mail an: paulina@dogtisch.academy

Über die Autorin, Paulina Adamczyk

Seit über 3 Jahren helfe ich als selbstständige Tierernäherungsberaterin Hunden zu mehr innerem Wohlbefinden – durch artgerechte Ernährung und die Kraft von Heilkräuter, Vitalpilzen und Aromaölen. Viele meiner Kunden unterschätzen die unterstützende Wirkung die in unserer Natur schlummert. Viele greifen lieber zu purer Chemie. Daher liegt es mir am Herzen, Hunde mit der Kraft der Natur zu unterstützen und Frauchen & Herrchen aufzuklären. 💚

2 Kommentare

  1. Liebe Paulina!

    Was ist denn ein hoher (akzeptabler) Wert von Laurinsäure bei Kokosöl? Und wg. der Karde, bis jetzt habe ich nur Tinkturen mit Alkohol gefunden, wie bekommt man den Alkohol da raus und wieviel bekommt ein Hund ca. von der Tinktur am Tag. Wirkt die Karde als Teeaufguß unters Futter gemischt genauso?

    Schöne Grüße,
    Tamara

    • Liebe Tamara!

      Ein guter Wert von Laurinsäure bei Kokosöl wäre zwischen 45% und bis zu 60% 🙂
      Die Karde wirkt ebenfalls als Tee. Die Wirkung ist allerdings nicht so stark, wie von einer Tinktur.
      Die Dosierung bei nachgewiesener Borreliose als Unterstützung:
      Je 10 kg Körpergewicht 10-30 Tropfen Kardenwurzeltinktur 3 x täglich über 3 Monate.
      die Dosierung allerdings bitte langsam aufbauen! Mit 5 Tropfen 3 x tägl. beginnen und die Dosis dann alle 3 Tage um 3 Tropfen erhöhen.
      Wenn eine Besserung der Symptome Eintritt, sollte die aktuelle Dosis beibehalten werden und bis zu 3 Monate weiter verabreicht werden.
      Die Dosierung nach einem Zeckenbiss:
      Prophylaktisch können 5-10 Tropfen 3 x täglich für 1-2 Wochen geben werden.

      Als alternativen zum Alkohol kann man auch Essig, Wasser oder Öl nehmen und eben mit diesen Trägerstoffen einen Auszug machen.
      Jene Trägerstoffe, lösen andere Wirkstoffe aus der Pflanze, die aber dennoch sehr wichtig sind.

      Im Fall einer Erkrankung – oder aber auch als prophylaxe – kann man aber durchaus auch Tinkturen mit Alkohol ansetzten, da es in den geringen Mengen nicht schädlich ist.

      Liebe Grüße
      Corina (Co-Trainerin von Dogisch)

Einen Kommentar abschicken