Natürliche Vitamine vs. synthetische Vitamine

Was ist die bessere Variante?

Ich habe mir früher oft die Frage gestellt, welches Produkt ich für meinen Hund nehmen soll.

Welches denn besser sei, als das Andere. Es war immer ein laaanges hin und her überlegen. Jetzt im Nachhinein betrachtet, habe ich mich selten für die beste Variante entschieden. Und warum? Weil ich es einfach nicht besser wusste…

Was sind Vitamine und welche Rolle spielen sie?

Sie bestehen aus allerhand Komponenten, wie Enzyme, Co-Enzyme und Co-Faktoren. Im Körper wirken also alle Komponenten zusammen und es wäre richtig schlimm, wenn man dann sagen würde, dass eine „billige Kopie“ des echten Vitamins die gleiche Arbeit leisten könnte.

Für den Stoffwechsel deines Hundes ist die Zufuhr von Vitaminen von großer Bedeutung. Sie sind organische Moleküle, die für das normale Funktionieren des Körpers notwendig sind. Ihre Wirkung spiegelt sich zum Beispiel beim Fellwechsel wider und sie stärken die Abwehrkräfte. Sie steigern das Wohlbefinden und sind auch für ein gesundes Wachstum entscheidend.

Interessant ist auch, dass der Körper nicht in der Lage ist, alle Vitamine selbst herzustellen. Hier gibt es nur wenige Ausnahmen, wie zum Beispiel das Vitamin D.

Die Vorstufe dieses Vitamins wird vom Körper bereitgestellt und kann sich mittels Sonneneinstrahlung zu Vitamin D umwandeln.

Daraus können wir folgenden Schluss ziehen:

Wir müssen – egal ob Mensch oder Tier – die meisten Vitamine über unsere Nahrung zu uns nehmen wobei natürliche Bestandteile wichtig sind.

Die wichtigsten Unterschiede der Vitamine 

Grundsätzlich unterscheiden wir zwei Gruppen. Die wasserlöslichen und die fettlöslichen Vitamine.

Die wasserlöslichen Vitamine können vom Körper ohne Probleme aufgenommen werden. Dazu zählen die B-Vitamine und Vitamin C.

Anders sind die fettlöslichen Vitamine. Sie benötigen Fett als Transportmittel, denn nur so können sie vom Körper verarbeitet und aufgenommen werden. Hierzu gehören die Vitamine A, D, E und K.

Alle Vitamine können wir über unsere natürliche Nahrung zu uns nehmen. Wir sollten natürlich darauf achten, dass wir uns und unsere Haustiere gesund und mit frischen Lebensmitteln ernähren.

Welche Wirkung sie auf den gesamten Organismus haben, findet ihr in euren Skripten!

Jedes der existierenden Vitamine kann man in Laboren künstlich nachahmen.

Die Qualität macht den Unterschied…

Unsere Vierbeiner und auch wir, sollten echte, natürliche Vitamine bekommen, die keine langen Herstellungsverfahren haben oder langen Lagerzeiten ausgesetzt worden sind. Meistens sind diese nämlich besser für den Körper, als jene, die synthetisch hergestellt werden.

Außerdem sind synthetische Vitamine für den Körper fremde Chemikalien, die versuchen, die Molekülstrukturen eines Vitamins zu imitieren. Der Körper kann sie also nicht so gut verarbeiten, wie die natürliche Variante.

Jene „Vitamine“ die in Laboren hergestellt werden, haben eine sehr fragwürdige Entstehung. Unter normalen Umständen, würden wir unserem Körper diese Stoffe NIEMALS anbieten!

Ein Beispiel:

Das Ausgangsmaterial für synthetisch hergestelltes Vitamin B1 sind Substanzen aus der Steinkohleteer-Chemie…

(Quelle: http://www.femininundfit.de/content/wie-werden-synthetische-vitamine-hergestellt)

Lasst das mal kurz auf euch wirken. Und dann überlegt, ob ihr das freiwillig zu euch nehmen würdet, oder sogar eurem Liebling zur Nahrung zugeben würdet…

Jetzt aber zurück zum eigentlichen Thema 😊

Entscheidet man sich also für natürliche Vitamine, hat man den Vorteil, dass die umfangreiche Nährstoffstruktur dem Körper dabei hilft, immer die richtige Menge des benötigten Vitamins aufzunehmen. Hier besteht auch selten die Gefahr der Überdosierung, da der Körper erkennt, wann sein Bedarf gedeckt ist und scheidet überflüssige Mengen einfach wieder aus.

Fehlen im Organismus allerdings keine Vitamine und führen wir ihm dann unnatürliche zu, so kann es zu einer Überdosierung kommen. Der Körper schwemmt zwar die nicht benötigten wasserlöslichen Vitamine aus, aber trotzdem kann es sein, dass andere, wie die fettlöslichen Vitamine eingelagert werden und es dadurch zur Überversorgung kommt.

Entscheidet man sich bei einem Vitaminmangel für ein synthetisch hergestelltes Produkt, sollte man sich genau über die Dosierung erkundigen, da man auch hier leicht eine Überdosierung erreichen kann. Die Symptome eines Überschusses können zum Beispiel Kopfschmerzen, Übelkeit oder aber auch Lethargie sein.

Qualität richtig deuten…

Es ist wichtig, dass wir beim Kauf von Präparaten auf die Herstellungsart (ob künstlich hergestellt oder aus natürlichen Stoffen gewonnen) achten.

Wie auch beim Hundefutter, gibt es kleine Schlüsselwörter um zu erkennen, welches Produkt ich gerade vor mir habe.

Man darf sich nicht von natürlich klingenden Markennamen oder Abbildungen täuschen lassen! Viele Hersteller wollen euch glauben lassen, dass ihr synthetisches Produkt ein Naturerzeugnis ist, indem er die Verpackung so aussehen lässt.

Wichtig ist ein Blick auf die Inhaltsstoffe!

Sind hier nur Phrasen wie „Mischung aus Basilikumblätter und Acerola-Kirsche…“ zu finden, kann man sich ziemlich sicher sein, dass es sich hier um ein zu 100% natürliches Produkt handelt.

Findet man stattdessen chemisch klingende Bezeichnungen, ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit ein synthetisch hergestelltes Präparat.

Braucht mein Hund Vitaminpräparate?

Der Vitaminbedarf von Hunden hängt von mehreren Faktoren ab. Diese sind zum Beispiel das Alter, die Gesundheit, das Gewicht und die Auslastung. Natürlich hängt der Bedarf noch vom jeweils angebotenen Futter ab. Füttert man ein hochwertiges Fertigfutter, enthält dieses meist eine ausgewogene Vitaminzusammensetzung.

Zu beachten ist natürlich auch die Deklaration des Futters, denn bei Alleinfuttermitteln sollten wir ja nichts mehr hinzufügen, außer man bespricht dies mit einem Tierarzt und/oder lässt sich alles komplett von einer/m Ernährungsberater/in durchrechnen. Bei Ergänzungsfuttermittel oder Einzelfuttermittel ist es aber manchmal erforderlich, Vitamine hinzuzufügen. Auch hierbei gilt, Rücksprache mit einem Tierarzt oder Ernährungsberater zu halten. Hierzu erfahrt ihr aber schon bald alles im Detail 😉

Warum ihr unbedingt Rücksprache mit einem Tierarzt oder Ernährungsberater haben solltet?

Weil eine Überdosierung von Vitaminen auch zu Krankheitserscheinungen führen kann!

Erst wenn dein Hund an einem vom Tierarzt dokumentierten Vitaminmangel leidet, – sei es durch Fehlernährung oder Krankheit – sollten Vitamine beigesetzt werden.

Zu beachten ist allerdings, dass bei manchen Formen der Fütterung, beispielsweise beim BARFen oder bei gekochten Rationen (da hier etwa 40% aller Nährstoffe verloren gehen), teilweise eine Vitaminzugabe erforderlich ist und diese mit einer/m Ernährungsberater/in oder ggf. mit einem Tierarzt abgesprochen werden muss!

Und was hat die Bioverfügbarkeit damit zu tun? 

Im Zusammenhang mit der Verstoffwechslung von Vitaminen im Körper, begegnet uns immer häufiger der Begriff Bioverfügbarkeit. Darunter versteht man die Menge eines Nährstoffes, die tatsächlich aus einem Lebensmittel in den Körper aufgenommen und für ihn verfügbar gemacht wird. Wenn diese Angabe auf einem Produkt zu lesen ist, sagt es einiges über die Qualität und Effizienz der Nährstoffe und deren Aufnahme in den Körper aus!

Fazit:

Nur jene Vitaminpräparate, die aus Früchten und Pflanzen extrahiert wurden, sind natürlich und werden vom Körper besser verarbeitet.

Synthetische Vitamine können unter Umständen sogar große Schäden anrichten.

Achtet also darauf, welche Bezeichnungen auf euren Produkten zu finden sind und entscheidet euch für die gesunde Variante!

Über die Autorin, Corina Stummer

Seit über 4 Jahren arbeite ich nun schon in der Hundebranche und unterstütze täglich zahlreiche Kunden bei der Produktwahl für ihren Liebsten! Jetzt ist es für mich an der Zeit meinen eigenen Weg zu gehen. Als Co-Trainerin unterstütze ich Paulina mit meinem Wissen als Hundeernährungsberatin – und natürlich alle Mitglieder unseres Rudels!

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