5 Gründe, warum du nicht barfen solltest

Was? Gründe, warum du nicht barfen solltest? Dabei soll BARF doch für so ziemlich jeden Hund die ideale Ernährungsform sein. Das würde ich als Hundeernährungsberaterin nur bedingt unterschreiben. Ja, BARF ist eine sehr natürliche Ernährungsform und ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass die meisten Hunde es sehr lecker finden und gerne annehmen. Doch es gibt immer ein Aber.

Deshalb möchte ich dir nun 5 Gründe nennen, warum du deinen Hund nicht barfen solltest!

 

Grund Nr. 1: Du hast keine Zeit dafür

 

Das ist der Grund, den ich wohl mit Abstand am häufigsten höre, wenn ich mit Hundebesitzern darüber spreche, warum sie nicht barfen (oder nicht barfen wollen). Ja, BARF ist zeitaufwändiger, als einfach eine Dose zu öffnen – es sei denn, du arbeitest mit Fertig-BARF-Mahlzeiten. Und das wird es auch immer sein, egal, wie gut du vorbereitet bist.

Allerdings denke ich auch, dass viele BARF-Neulinge den Aufwand überschätzen, der mit dieser Ernährungsform einhergeht. Es gibt so viele tolle Möglichkeiten, BARF-Mahlzeiten vorzubereiten. Ich selbst empfehle immer, mehrere Mahlzeiten auf einmal vorzubereiten. Mit Frischhalteboxen und Vakuumierbeuteln (und natürlich entsprechend viel Platz im Kühlschrank oder Gefrierfach) lassen sich die Mahlzeiten wunderbar lagern. Ich habe dir in meiner Hundeküche ein paar tolle Gadgets zusammengestellt, die den BARF-Alltag erleichtern.

Klar, die Vorbereitungszeit fällt natürlich nicht weg und gerade am Anfang ist man noch nicht so routiniert. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass sich die BARF-Mahlzeiten von Mal zu Mal schneller vorbereiten lassen und man irgendwann wirklich im Handumdrehen fertig ist.

 

Grund Nr. 2: Du findest rohes Fleisch und Innereien ekelhaft

 

Diese Bedenken haben vor allem Vegetarier und Veganer häufig. Sie selbst verzichten auf tierische Produkte und möchten diese deshalb auch nicht anfassen oder ekeln sich sogar davor. Das ist natürlich in Ordnung.

Allerdings möchte ich aus Sicht einer Hundeernährungsberaterin darauf hinweisen, dass man in diesem Fall überlegen sollte, die Bedürfnisse des Hundes über seine eigenen zu stellen. Vegan oder vegetarisch zu leben, kann für Menschen sehr gesund sein, für Hunde ist es dies in den meisten Fällen jedoch nicht.

Wenn du dich wirklich so sehr vor rohem Fleisch und Innereien ekelst, ist das natürlich okay. Gerade Pansen riecht häufig unangenehm und ruft bei vielen einen Würgereiz hervor. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Küchenhandschuhe hier schon viel helfen oder dass man langsam mit den Komponenten startet, vor denen man sich am wenigsten graust – so kannst du den Ekel langsam überwinden.

 

Grund Nr. 3: Dein Bauchgefühl sagt dir, es ist schlecht

 

Ach, das gute alte Bauchgefühl! Natürlich ist es wichtig, auf das Bauchgefühl zu hören – aber nicht unbedingt in Hundeernährungsfragen. Hier solltest du vor allem auf wissenschaftlich fundierte Informationen setzen und dir dann eine möglichst objektive Meinung darüber bilden.

BARF ist eine sehr natürliche Ernährungsform, da sie der Ernährung des Wolfs nachempfunden ist. Hier kommen keine Zusatzstoffe zum Einsatz und du weißt, was in den einzelnen Mahlzeiten steckt – viel genauer als beim Öffnen einer Dose und wenn die Deklaration noch so offen ist.

Ich glaube, das „schlechte Bauchgefühl“ beim Thema BARF beruht vor allem auf zu wenig Information über dieses Thema oder eigenen Unsicherheiten, ob man der Verantwortung, die diese Ernährungsweise mit sich bringt, gewachsen ist.

Gegen das schlechte Bauchgefühl beim Barfen empfehle ich also: lesen, lesen, lesen – und natürlich probieren!

TEILEN

 

Grund Nr. 4: Du hast Angst, dass dein Hund es nicht verträgt

 

Viele Hundebesitzer äußern mir gegenüber die Bedenken, dass der Hund BARF nicht vertragen könnte. Und auch hier möchte ich sofort einlenken.

Ja, BARF ist eine Umstellung für den Hund, wenn er jahrelang mit Trocken- oder Nassfutter aus dem Handel ernährt wurde. Und ja, diese Umstellung kann sich mit körperlichen Symptomen bemerkbar machen. Viele Hunde haben beispielsweise einen veränderten Kotabsatz bei der Umstellung. Das ist normal – schließlich merkst du ja auch einen körperlichen Unterschied, wenn du deine Ernährung umstellst.

Um diese Symptome zu reduzieren, empfehle ich immer, den Hund langsam auf BARF umzustellen. Eine Umstellung von heute auf morgen geht tatsächlich an den wenigsten Hunden spurlos vorbei.

Allerdings bedeutet das nicht, dass der Hund BARF „nicht verträgt“. Unverträglichkeiten können gegen einzelne Komponenten vorliegen, aber nicht gegen eine ganze Fütterungsweise. Und wenn du weißt, welche Komponenten dein Hund nicht verträgt, hast du bei BARF die Freiheit, diese wegzulassen. Dieses Argument lasse ich also wirklich nicht gelten.

 

Grund Nr. 5: Du weißt nicht, wie eine ausgewogene BARF-Mahlzeit aussieht.

 

Ja, ich habe es bei Grund Nr. 3 bereits angedeutet: Unsicherheiten sind der häufigste Grund für ein „schlechtes Bauchgefühl“ gegenüber BARF. Kein Wunder. BARF ist eben eine Verantwortung, schließlich hat man selbst die bestmögliche Versorgung seines Hundes in der Hand und will das natürlich auch alles richtig machen.

Wenn man nach BARF für Hunde googelt, wird man auch erst mal von Informationen regelrecht erschlagen. Dass man da als Neuling oft nicht weiß, wo einem der Kopf steht, kann ich nur zu gut verstehen.

Allerdings gibt es auch gegen diese Unsicherheit ein ganz einfaches Mittel: Information. Barfen kann man lernen! Ich kenne da zum Beispiel einen sehr guten BARF Online-Kurs 😉

 

Fazit: BARF – ja oder nein?

 

Haben dich diese Gründe schon vom Barfen abgeschreckt oder konnte ich vielleicht doch das eine oder andere Argument entkräften? Fakt ist: Die meisten Hunde lieben BARF und nehmen es auch sehr gerne an. Wenn du dich noch davor scheust oder anderweitige Bedenken hast, rate ich dir zu unserem BARF Online-Kurs.

Ich habe mein gesamtes BARF-Wissen, das ich in meinen Jahren als Hundeernährungsberaterin gesammelt habe, in diesen Online-Kurs gepackt und für dich verständlich aufbereitet. Sogar als kompletter BARF-Frischling wirst du dich damit sicher gut in der Welt der Rohernährung zurechtfinden – und wirst womöglich noch ein richtiger BARF-Liebhaber!

Paulina Adamczyk

Artgerechte Hundeernährung sollte nichts außergewöhnliches sein – sondern Standard. Leicht gesagt als getan. Denn es braucht einiges an Wissen um zu verstehen, wie ausgewogene Hundeernährung funktioniert. Wissen, dass ich in meiner Online-Ausbildung zum Ernährungsberater für Hunde weiter gebe.

DAS KÖNNTE DIR AUCH GEFALLEN

Kommentare zum Artikel (0)

SCHREIBE AUCH EIN KOMMENTAR

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

HALLO! ICH BIN PAULINA!

Ich bin zertifizierte Hundeenährungsberaterin, Mutter einer wundervollen Tochter und treue Begleiterin meines Seelenhundes Balou.

Ich habe es mir zur Lebensaufgabe gemacht, Hunde mit der richtigen Ernährung und der Kraft unserer Natur zu einem artgerechteren Leben zu verhelfen.

So konnte ich schon Balous Leben vor 5 Jahren retten. Der Grund, warum es die Dogtisch Academy gibt und du jetzt diesen Artikel liest.

YouTube aktivieren?

Auf dieser Seite gibt es mind. ein YouTube Video. Cookies für diese Website wurden abgelehnt. Dadurch können keine YouTube Videos mehr angezeigt werden, weil YouTube ohne Cookies und Tracking Mechanismen nicht funktioniert. Willst du YouTube dennoch freischalten?