8 Hausmittel gegen Zecken

So wirst du Zecken beim Hund los

Zeckenalarm!

Kaum freut man sich im Frühling über länger werdende Tage und angenehme Temperaturen, wird dieses schon getrübt durch die kleinen Biester, die uns bis in den Herbst hinein heimsuchen, um uns und unsere Vierbeiner auszusaugen: die Zecken! Das ist nicht nur unangenehm, sondern kann bekanntlich auch gefährliche Krankheiten mit sich bringen.

Die Zecke? Nur ein Parasit?

Die Zecke im Ökosystem

Auch wenn man es kaum glauben mag, aber auch die Zecke hat im Ökosystem einen nicht unwichtigen Platz und seine Berechtigung (auch wenn ich das selbst lange nicht glauben wollte). Sie gehört genau genommen zu den Spinnentieren und da zu den Milbenartigen. Wusstest du, dass es Vogelarten gibt, die sich auf den Verzehr von Zecken spezialisiert haben? Auch Fadenwürmer lieben sie, und die Erzwespe legt sogar ihre Eier in die Zecken, um ihren Nachwuchs zu ernähren ‒ klingt ein bisschen ekelig, aber so hat auch dieser kleine Parasit einen Sinn. Ganz nebenbei frisst auch das ganz normale Haushuhn gern einmal eine, und auch Hunde und Katzen futtern sie auf, wenn sie drankommen.

Drei Arten von Zecken werden uns immer wieder begleiten: Es handelt sich um die Gemeine Holzbockzecke, die Auwaldzecke und die Braune Hundezecke. Letztere findet man in tropischen und wärmeren Gebieten das ganze Jahr über.

Zecken leben meist auf dem Boden, auf Farnen oder auf Gräsern und bemerken die Erschütterung, die man als Wirt verursacht. Sie reagieren außerdem auf Wärme und Schatten. Beim Stich sondern sie ein Sekret ab, welches betäubend, gerinnungshemmend und entzündungshemmend wirkt.

Leider können bei diesem Eindringen in den Wirt auch zahlreiche Krankheitserreger übertragen werden. Dazu zählen:

  • Borreliose
  • FSME
  • Babesiose
  • Anaplasmose

Die Zecke ihrerseits geht übrigens ohne Nase durchs Leben. Dafür hat sie das sogenannte Halleräsche Organ, womit sie Düfte  wahrnehmen kann (unter anderem gehören Ammoniak und Buttersäure zu ihren Favoriten). Ach ja und aus irgendwelchen Gründen stehen Zecken so gar nicht auf Giraffen und machen tatsächlich einen Bogen um sie.

Giraffe müsste man sein!

Aber bevor sich jetzt alle eine Giraffe als Haustier halten möchten, versuchen wir doch erst einmal uns die Zecken mit Hausmitteln vom Leib zu halten. Und da haben wir einiges an Zeckenabwehrmitteln, die ganz ohne Chemie auskommen.

Was Tierärzte empfehlen

Konventionelle Zeckenmittel

Auch hier bietet man uns ein hervorragend sortiertes Angebot an Mittelchen, welche dafür sorgen sollen, dass dein Hund von Zecken verschont bleibt. Manche Zeckenmittel halten die kleinen Sauger von vornherein ab, sodass sie gar nicht erst Lust auf deinen Hund bekommen, und manche Mittel machen ihnen den Garaus, wenn sie bereits erfolgreich gelandet sind. Den meisten Anti-Zeckenmittel gemeinsam ist die Tatsache, dass sie Inhaltsstoffe haben, die gesundheitlich nicht nur für die Zecke bedenklich sein können. Wir können uns jetzt für das unserer Meinung nach beste Mittel entscheiden, da auch den Darreichungsformen kaum Grenzen gesetzt sind ‒ von Halsbändern über Spot-ons bis zu fein aussehenden Leckerchen hat man fast unzählige Möglichkeiten.

Für alle, die sich gern eines natürlichen Mittels bedienen wollen, hat die Natur auch hier ein ganz passables Angebot bereitgestellt. Das haben selbstverständlich auch schon andere bemerkt, sodass wir inzwischen auf dem Markt auch ein breites Angebot an natürlichen Zeckenmitteln bekommen. Zum Teil sind diese auch gar nicht so schlecht und gut verträglich für unsere Hunde.

Aber wir können das natürlich noch viel besser!

Natürliches Hausmittel Nr. 1 – Kokosöl gegen Zecken

Die Wirkung des Kokosöls:

Allen voran ist auf jeden Fall das Kokosöl zu benennen. Es ist für deinen Hund unbedenklich und kann ins Futter gemischt und auch gern im Fell verteilt werden. Der Stoff Laurinsäure bewirkt, dass der Hund nicht mehr so attraktiv für die Zecke ist. Im Selbstversuch hat das bei meiner Hündin gut funktioniert, allerdings im Zeckenjahr 2017 auch irgendwann seine Grenze erfahren. Angenehm ist auf jeden Fall, dass man sich (außer bei einer Allergie) keine Gedanken über die Verträglichkeit machen muss und der Hund auch ohne Probleme das Kokosöl abschlecken darf. Ich persönlich finde auch den Geruch sehr angenehm.


Dosierung:

Die Anwendung ist auch ganz einfach! Eine kleine Menge auf den Händen kurz verteilen und den Hund damit einreiben, und schon ist man fertig! Hier empfehle ich allerdings, damit es nicht so fettig wird, dass du dich auf die Bereiche um die Beine, Bauch, Hals und Kopf begrenzt.

Achtung: Kokosöl wirkt nur äußerlich angewandt gegen die kleinen Krabbelviecher! Das predige ich immer und immer wieder, da viele nach wie vor überzeugt sind, dass Kokosöl auch innerlich angewendet solche Wunder wirkt. Kokosöl schmeckt zwar so manchem Hund sehr gut, gegen Parasiten hilft die innere Anwendung allerdings nicht!

Es wirkt nicht nur gegen Flöhe und Zecken, sondern auch bei Milben.

Damit du gute Ergebnisse erzielen kannst, solltest du beim Kauf des Kokosöls darauf achten, dass es

  • in Bioqualität ist
  • kaltgepresst ist
  • frei von Zusatzstoffen und Aromen ist
  • einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren hat (Laurinsäure)

Diese Informationen solltest du vom Etikett des Produkts erfahren können. Ein Beispiel für ein hochwertiges Öl ist das „Dr. Georg“ Kokosöl.   

Natürliches Hausmittel Nr.2 – Die graubehaarte Zistrose

Zistrose zur Zeckenabwehr

Ein eher zufällig entdecktes Kraut gegen Zecken ist die graubehaarte Zistrose. Ich kann euch gleich beruhigen, selbst in meinem recht gut sortierten Kräutergarten ist sie nicht zu finden, da sie im Mittelmeerraum heimisch ist. Allerdings bekommt man sie als Tee, Pulver oder Kapseln zu kaufen. Die eigentliche Anwendung der Zistrose ist die bei Entzündungen und zur Stärkung der eigenen Abwehr. Sogar gegen Mundgeruch soll sie wahre Wunder wirken. Im Rahmen einer Studie wurden Hunde mit Zistrose behandelt und so per Zufall herausgefunden, dass diese im Rahmen der Behandlung nur noch sehr wenige bis gar keine Zecken mehr hatten.

Dosierung:

Hunde und Katzen bis 5 Kilo: ½ Teelöffel täglich

Hunde bis 15 Kilo: 1‒2 Teelöffel täglich

Hunde bis 30 Kilo: 1 Esslöffel täglich

Hunde über 30 Kilo: 1‒2 Esslöffel täglich

Ponys/Pferde: 10‒20 Gramm täglich

(1 Teelöffel entspricht ca. 3‒4 Gramm und 1 Esslöffel entspricht ca. 8-‒9 Gramm) Hast du vielleicht die Zistrose schon ausprobiert und möchtest deine Erfahrungen mit uns teilen?

Natürliches Hausmittel Nr.3 – Knoblauch

 

Im Weiteren ist auf jeden Fall noch der Knoblauch zu nennen. Hierzu hatte Paulina bereits in ihrem Bonus bezüglich der Wurmkur auf die (Höchst-)Dosierung hingewiesen, da man beim Knoblauch ein bisschen aufpassen sollte. Hier noch einmal die Dosierung: Verträglich und auch zur Zeckenabwehr geeignet sind ca. 0,3 g/kg Körpergewicht pro Woche.

Natürliches Hausmittel Nr. 4 – Bierhefe

Was die meisten von uns als sogenanntes Schönheitsmittel für Haut und Haar kennen, ist die Bierhefe. Auch sie schreckt mit ihren enthaltenen B-Vitaminen Zecken ab und ist ganz nebenbei unproblematisch für den Hund. Ja und nebenbei gibst du deinem Hund ein tolles Mittel für die Verdauung und das Fell dankt es ebenfalls.

Dosierung: Als Dosierungsempfehlung gilt, dass man pro 10 Kilo Körpergewicht einen Teelöffel oder zwei Tabletten täglich ins Futter gibt.

Natürliches Hausmittel Nr. 5 – Schmuck

Sollte man auch vor Schmuck für den Hund zur Zeckenabwehr nicht zurückschrecken, kann man hier zwischen zwei Alternativen wählen. Die sind nicht nur ein schickes Accessoire für den modernen Hund, sondern funktionieren tatsächlich.

Natürliches Hausmittel Nr. 6 – Bernsteinkette

Zum einen werden Bernsteinhalsbänder empfohlen. Es müssen rohe, ungeschliffene Steine verwendet werden, damit diese durch die elektrische Aufladung und den für Zecken wahrnehmbaren Harzgeruch wirken können. Dass diese Variante viel diskutiert wird, kann man sich gut vorstellen. Es gibt wahre Verfechter und massive Gegner ‒ man kann sich also das Passende aussuchen. Wenn du es versuchen möchtest, teile uns gern deine Erfahrungen mit.

Natürliches Hausmittel Nr. 7 – EM-Kermaik

Was ist das denn?

Die zweite Möglichkeit besteht darin, EM-Keramik in Halsbändern bzw. -ketten zu verarbeiten. „EM“ steht für effektive Mikroorganismen. Dabei ist dieses ein Sammelbegriff für eine Vielzahl aerober und anaerober Mikroorganismen, die eigens gezüchtet werden, um in verschiedenen Bereichen ihre Wirkung zu entfalten. So gehören auch Milchsäure- und Hefebakterien dazu. Genutzt werden sie in der Lebensmittelindustrie, aber auch als Kompostiermittel, um nur ein paar Möglichkeiten zu nennen. Für einen wirksamen Zeckenschutz sollten mindestens 8 EM-Pipes je Kette verwendet werden. Man kann die Pipes einzeln kaufen oder fertige Halsbänder erwerben. Alle zwei Wochen sollten die Halsbänder mit Wasser gereinigt und möglichst in der Sonne getrocknet werden.

Hast du schon selbst ein Halsband hergestellt? Zeig uns Fotos und inspiriere uns!
WICHTIG!
Sowohl die Bernstein- als auch die EM-Keramik-Halsbänder müssen für eine effektive Wirkung möglichst häufig getragen werden. Alle diese Halsbänder dürfen niemals als Halsbandersatz genutzt werden, da sie zwingend mit einer Sollbruchstelle auszustatten sind, um ein Verletzungsrisiko zu vermeiden. Es sollte unter keinen Umständen eine Leine an diese Halsbänder angebracht werden.

 

Natürliches Hausmittel Nr. 8 – Ätherische Öle

Zu guter Letzt möchte ich euch noch die zeckenabwehrenden ätherischen Öle vorstellen. Teebaumöl, Lavendelöl und Schwarzkümmelöl wirken abschreckend auf Zecken. Zwar gibt es auch hier Zecken, die die Öle wenig davon abhalten, deinen Hund doch heimzusuchen, aber die meisten Zecken werden sich doch lieber andere Opfer suchen.

Teebaumöl

Das Teebaumöl hat einen sehr markanten und intensiven Duft. In meinem Schrank ist es immer vorrätig, weil es auch bei Insektenstichen und Herpes gute Dienste leistet. 2‒3 Tropfen auf ein Halstuch gegeben, welches du deinem Hund vor dem Spaziergang umbindest, sollten ausreichen.

Lavendelöl

Lavendel gehört zu meinen Lieblingsdüften. In Kombination mit Orangenöl ist es herrlich entspannend. Zecken hingegen mögen Lavendel gar nicht gern, was wir uns zunutze machen können. Die Dosierung ist wie beim Teebaumöl.

Schwarzkümmelöl

Das Schwarzkümmelöl taucht jedes Jahr wieder auf als Wundermittel gegen Zecken. Hintergrund ist ein sehr bekannt gewordener Versuch eines Schülers bei „Jugend forscht“. Schwarzkümmelöl enthält unter anderem Thymoquinon, welches hauptsächlich für die zeckenabschreckende Wirkung zuständig sein soll.
Wir haben ja bereits gelernt, dass Schwarzkümmelöl nur tröpfchenweise als Kur innerlich verabreicht werden darf. Für den Einsatz gegen Zecken hilft uns das aber wenig, denn die Zeckenzeit ist lang. Auch hier kann uns ein Halstuch gute Dienste leisten. 4‒5 Tropfen auf dein Tuch geträufelt sollten ausreichen.

Eine alternative zum Halstuch

Falls du zu denjenigen gehörst, die Halstücher nicht so schick finden, kannst du stattdessen ein Tuch in ca. 4‒5 cm breite und 25 cm lange Streifen schneiden und einen Stoffstreifen mit den ätherischen Ölen deiner Wahl beträufeln. Diesen Stoffstreifen kannst du am Halsband befestigen.

 

Die Qual der Wahl

Wow, ganz schön unglaublich, dass es tatsächlich so viele Alternativen zu herkömmlichen Mitteln gegen Zecken gibt. Von Kokosöl und Schwarzkümmelöl hat vermutlich schon jeder einmal gehört, aber ich behaupte fast, dass die von mir genannten Möglichkeiten zur Zeckenabwehr noch nicht vollständig sind. Hast du vielleicht auch ein Rezept oder eine andere Möglichkeit? Lass es uns wissen und schreib uns gern in den Kommentaren.

Bis dahin wünsche ich dir eine zeckenfreie Zeit!

2 Kommentare

  1. Hallo Paulina

    Es gibt Zistrose ja in verschiedenen Arten (Pulver, geschnitten, etc.). Verändert sich dann auch die Wirkung? Wird Pulver z.B. besser aufgenommen oder ist das einfach nur geschmackssache?

    Antworten
    • Liebe Natascha!

      Wie du die Zistrose verabreichst, bleibt dir (bzw. deiner Fellnase) überlassen.
      Die Wirkung bleibt gleich – allerdings wirkt ein hochdosiertes Extrakt vermutlich schneller 🙂

      Alles Liebe
      Corina (Co-Trainerin von Dogtisch)

      Antworten

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