Ayurveda für Hunde

von | Mrz 13, 2019 | Modul8Ernährung

Nicht nur Menschen schwören auf Naturheilkunde. Auch für Vierbeiner werden die natürlichen Unterstützungsmethoden immer beliebter. So mischen immer mehr Menschen ihren Hunden Heilkräuter in den Futternapf oder wenden ätherische Öle an, um ihr Wohlbefinden zu erhöhen - mit Erfolg.

Bei so viel natürlicher Power dürfte es kaum verwundern, dass sich auch Ayurveda für Hunde großer Beliebtheit bei Mensch und Tier erfreut. Was man unter Ayurveda versteht, nach welchen Prinzipien hierbei gearbeitet wird und wie du Ayurveda für Hunde selbst anwenden kannst, erfährst du im heutigen Blogartikel.

 

Was ist Ayurveda überhaupt?

 

Beginnen wir mit den absoluten Basics und tauchen wir direkt in das Thema Ayurveda ein. Ayurveda ist eine indische Heilkunst und wird vielfach als “Mutter aller Wissenschaften” bezeichnet. Wörtlich übersetzt bedeutet Ayurveda “Lebensweisheit”. Sie hat ihren Ursprung in Indien, Nepal und Sri Lanka und erfreut sich dort bis heute großer Beliebtheit.

Aber auch in unserer westlichen Welt wird Ayurveda immer bekannter und erfährt einen regelrechten Hype. In unseren Breitengraden wird Ayurveda vor allem für Wellness-Zwecke eingesetzt und durch den wachsenden Tourismus popularisiert.

In Asien, insbesondere in Indien, wird Ayurveda jedoch auch als wissenschaftliche Heilmethode gelehrt und von der Bevölkerung als solche anerkannt. In unserem Kulturkreis wird die Methode jedoch eher zur Alternativmedizin gezählt, da sie mit vielen schulmedizinischen Erkenntnissen nicht vereinbar ist.

 

Die Prinzipien des Lebens nach Ayurveda

 

Ayurveda versteht sich nicht als therapeutische Einzelmaßnahme, sondern als ganzheitliches System. Das heißt, es fokussiert sich nicht ausschließlich auf physiologische, sondern auch auf mentale, emotionale und spirituelle Aspekte.

 

Zentrale Elemente des Ayurvedas sind:

  • Ayurveda-Massagen und -Reinigungstechniken
  • ayurvedische Ernährungslehre
  • spirituelle Yogapraxis
  • Pflanzenheilkunde

 

Man spricht außerdem von drei sogenannten Doshas, also unterschiedlichen Lebensenergien. Diese sind:

  • Vata (Wind, Luft und Äther): das Bewegungsprinzip
  • Pitta (Feuer und Wasser): das Feuer- bzw. Stoffwechselprinzip
  • Kapha (Erde und Wasser): das Strukturprinzip

 

Ayurveda besagt, dass diese drei Doshas in jedem Organismus vorkommen, da sie gemeinsam alle Vorgänge im Körper ermöglichen. Diese Energien sollten in einem gesunden Organismus in einem gesunden Gleichgewicht sein, denn sonst rufen sie Fehler im System hervor.

Allerdings muss man dazu sagen, dass bei jedem Individuum ein bis zwei Doshas dominant und selten alle drei gleich stark ausgeprägt sind.

Um die richtige ayurvedische Behandlungsmethode für deinen Hund zu finden, ist es wichtig herauszufinden, welche Doshas vorherrschen, da jeder Typ andere Behandlungen und Ernährungsformen benötigt.

Nun kann der Hund natürlich nicht direkt mit uns sprechen und uns sagen, ob er ein Vata-Typ oder ein Pitta-Typ ist. Hier ist unsere Beobachtungsgabe gefragt. Zum Glück gibt es ein paar Indizien, an denen wir uns orientieren können.

Vata-Hunde sind beispielsweise oftmals sehr sensibel, während Kapha-Hunde sich durch ein “dickes Fell” und psychische Robustheit auszeichnen. Pitta-Hunde sind hingegen häufig temperamentvoll und aufbrausend.

 

Ayurvedische Ernährungslehre

 

Bevor wir uns die ayurvedische Ernährung für Hunde im Detail anschauen, möchte ich auf allgemeine Faktoren der ayurvedischen Ernährungslehre eingehen.

Allgemein gilt für jeden Menschen und auch für jeden Hund, dass die Hauptmahlzeit mittags eingenommen werden sollte, da hier die Verdauung am stärksten funktioniert. Außerdem sollten frische, saisonale und regionale Nahrungsmittel bevorzugt werden.

Sowohl Menschen, als auch Hunde sollten außerdem viel trinken. Dabei sollte Wert auf Getränke gelegt werden, die den Organismus nicht zu sehr belasten. Wasser sollte nicht zu kalt, sondern lieber auf Raumtemperatur angeboten werden. Kräutertees sind ebenfalls empfehlenswert, aber bitte nur lauwarm!

Im Ayurveda gibt es außerdem sechs Geschmacksrichtungen (Rasa): süß, sauer, salzig, scharf, bitter und herb. Diese sollten nach Möglichkeit in jeder Mahlzeit zu sich genommen werden.

 

Nahrungsmittel werden grundsätzlich in drei Klassen (Gunas) unterteilt:

  • Sattva-Guna: Milchprodukte, Getreide, Früchte und Gemüse. Diese Nahrungsmittel sind süß, saftig oder ölig und optimieren laut Ayurveda das Lebensgefühl.
  • Rajo-Guna: bittere, saure, salzige, scharfe, heiße oder trockene Speisen. Auch Chili, Zwiebeln und Knoblauch zählen dazu. Sie erhitzen Körper und Geist und können in großer Menge Aggressionen verursachen.
  • Tamo-Guna: Fleisch, Fisch und Geflügel. Sie entziehen dem Körper viel Energie und können die Ursache von Schmerzen und Krankheiten sein.

 

Neben den allgemeinen Ernährungsprinzipien des Ayurveda gibt es noch spezielle Empfehlungen für jeden Dosha-Typ.

Da Vata-Typen zu Verdauungsstörungen, Blähungen und Untergewicht neigen, sollten sie regelmäßig gekochte, warme Nahrung mit etwas Fett zu sich nehmen. Die empfohlenen Geschmacksrichtungen sind salzig, sauer und süß.

Pitta-Typen haben hingegen eine Neigung zu Heißhunger. Sie sollten sowohl warme, als auch kalte Speisen zu sich nehmen, aber auf Gebratenes und Frittiertes verzichten. Die empfohlenen Geschmacksrichtungen sind bitter, süß und herb.

Kapha-Typen haben eine langsame Verdauung und einen niedrigen Grundumsatz, weshalb sie leichter Gewicht ansetzen. Hier sind warme Speisen, wenig Fleisch, aber viel Gemüse mit bitterem und herben Geschmack empfehlenswert.

 

Ayurveda-Ernährung für Hunde

 

Möchtest du deinen Hund auf den Ayurveda-Geschmack bringen, solltest du dabei behutsam vorgehen. Eine zu schnelle Ernährungsumstellung ist für viele Hunde belastend. Versuche daher, nach und nach die ayurvedischen Prinzipien in den Ernährungsplan zu integrieren.

Wichtig ist im Ayurveda, eine Routine zu entwickeln. Fang daher am besten damit an, deinen Hund immer zu gewissen Zeiten zu füttern, und behalt dir diese Routine bei. So kann sich die Verdauung deines Hundes darauf einstellen und sein Körper kann sich auf die Fütterungszeiten einstellen.

Außerdem solltest du natürlich herausfinden, welcher Dosha-Typ dein Hund ist und die oben genannten Ernährungsempfehlungen darauf anwenden.

Bitte sei nur vorsichtig mit scharfer Nahrung! Viele Hunde vertragen diese nicht und sie kann Schmerzen verursachen.

Generell gilt bei ayurvedischer Ernährung für Hunde, was ich auch allgemein bei einer Futterumstellung empfehle: Nicht für jeden Hund funktionieren dieselben Dinge. Auch unsere Vierbeiner haben ihren eigenen Geschmack. Während der eine Hund vielleicht total auf gekochtes Gemüse steht, wird ein anderer es ablehnen oder nicht vertragen.

Sei hierbei stets achtsam und schau auf deinen Hund - er wird dir zu verstehen geben, was ihm gut tut und was nicht. Wenn du herausgefunden hast, welche Nahrungsmittel er gut verträgt und welche seine Lebensenergien drosseln, dann hast du schon gewonnen. Bau die guttuenden Lebensmittel nach und nach in den Ernährungsplan ein.

Wichtig ist auch, dafür zu sorgen, dass dein Hund nicht schlingt, sondern möglichst langsam frisst. Ich weiß, das ist bei vielen Hunden ein schwieriges Thema. Wenn du einen kleinen Schlinger zuhause hast, können dir spezielle Futterschüsseln helfen. Außerdem kannst du mit deinem Hund das langsamere Fressen trainieren.

 

Ayurvedische Massagen für den Hund

 

Der Hund kann eh nicht ruhig liegen? Lass dich überraschen! Ich persönlich habe viele positive Erfahrungen mit Ayurveda-Massagen für meinen Hund gemacht und war beeindruckt, wie sehr er sich einer warmen Kräuterölmassage hingeben konnte. Gerade Hunde sind erfahrungsgemäß sehr offen und spüren, wenn man ihnen etwas Gutes tun will.

Eine Ayurveda-Massage für den Hund kann das Vertrauensverhältnis zwischen euch stärken und zu einer wunderbaren Erfahrung für Mensch und Tier werden. Außerdem lassen sich bei regelmäßiger Anwendung Entgiftungsreaktionen beobachten. Vielleicht wirst du sogar feststellen, dass dein Hund allgemein entspannter und glücklicher wirkt.

Ayurveda-Massagen lösen sowohl verspannte Muskeln, als auch emotionale Blockaden und sind damit ganzheitlich wirksam. Deshalb rate ich dir: Besorg dir ein wohlriechendes Kräuteröl und schon kann’s losgehen!

Damit die Ayurveda-Massage deinem Hund wirklich gut tut, ist es wichtig, zunächst eine entspannte Atmosphäre zu schaffen. Verwöhn ihn lieber abends damit, wenn er schon ruhig im Körbchen liegt, als wenn ihr gerade von einem aufregenden Spaziergang kommt und er noch ganz aufgedreht ist.

Außerdem solltest du auch hier darauf achten, dass es deinem Wuff wirklich gefällt. Wenn er dir eine Körperpartie immer wieder entzieht, solltest du akzeptieren, dass er dort nicht berührt werden möchte.

Beginne am besten mit langsamen, kreisenden Bewegungen über den Rumpf bis zu den Gliedmaßen. Viele Hunde freuen sich auch über eine Kopfmassage und genießen sie regelrecht.

Aber Achtung: Während wir Menschen es meist gerne haben, so richtig durchgeknetet zu werden, solltest du bei deinem Hund unbedingt auf sanftere Berührungen setzen! Hunde sind da manchmal sehr empfindlich und blockieren sehr schnell, wenn du sie zu hart anpackst. Ein festeres Streicheln ist für den Anfang optimal. Taste dich einfach langsam voran und probier in langsamen Schritten aus, was deinem Hund gefällt. So findest du langsam, aber sicher heraus, wo du deinen Hund am besten wie berühren kannst.

 

Fazit zu Ayurveda für Hunde

 

Viele Hunde sprechen sehr gut auf alternative Heilmethoden an und so ist es auch nicht verwunderlich, dass sich Ayurveda für Hunde immer größerer Beliebtheit bei Mensch und Tier erfreut. Zwar lassen sich nicht alle Ayurveda-Prinzipien, die für den Menschen gelten, bedingungslos auf Hunde anwenden, aber einiges lässt sich doch wunderbar übernehmen.

Wenn du deinen Hund ayurvedisch ernähren oder ihn mit Ayurveda-Massagen verwöhnen willst, achte einfach auf die oben genannten Punkte und versuch nicht, auf Biegen und Brechen ein Programm durchzuziehen, das deinem Hund vielleicht nicht gut tut. Achte darauf, worauf er persönlich anspricht und behalte dir die guten Dinge bei. So wirst du ihn mit Sicherheit glücklich machen.

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Autorin - Paulina Adamczyk


Artgerechte Hundeernährung sollte nichts außergewöhnliches sein - sondern Standard. Leicht gesagt als getan. Denn es braucht einiges an Wissen um zu verstehen, wie ausgewogene Hundeernährung funktioniert. Wissen, dass ich in meiner Online-Ausbildung zum Ernährungsberater für Hunde weiter gebe.

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