Berufsbild Hundeernährungsberater

So arbeitet es sich als selbstständiger Ernährungsberater für Hunde

Du interessierst dich für eine Ausbildung zum Hunde-Ernährungsberater, kannst dir aber noch keine wirklichen Vorstellungen über das genaue Berufsbild eines Hundeernährungsberaters und dessen Alltag machen? Kein Problem, ich helfe dir gerne dabei, deine Fragen zu klären! 

Lies weiter und erfahre, was die Aufgaben in diesem Beruf mit Hund sind, was man für den Job mitbringen sollte und wie viel Gehalt Hundeernährungsberater bekommen.

Aufgaben eines Hundeernährungsberaters:

Ernährungsberater für Hunde übernehmen mehr Aufgaben, als man anfangs denkt. Viele glauben, dass Hundeernährungsberater nur B.A.R.F.-Futterpläne erstellen, aber dieser Irrtum ist schlicht und einfach falsch! Welche Aufgaben dich im Alltag als Hundeernährungsberater noch erwarten, liest du hier:

• Futterpläne erstellen! Als Ernährungsberater für Hunde ist es deine Aufgabe, einen Futterplan für Hunde zu erstellen. Dabei ist es wichtig, auf die Bedürfnisse deiner vierbeinigen Kunden eingehen zu können.

• Kunden Wissen vermitteln! Damit Hundebesitzer unsere Empfehlungen nachvollziehen können, müssen deine Empfehlungen fundiert sein! Als Hundeernährungsberater kennst du die genaue Zusammensetzung der Makro- und Mikronährstoffe und weißt, wie unterschiedlich Proteine, Fette und Kohlenhydrate sowie Vitamine und Mineralstoffe vom Hundekörper aufgenommen werden. Außerdem verfügen Hundeernährungsberater über ein breites Wissen über Anatomie, Physiologie, Verdauung, Resorption und Ethologie des Hundes. Dieses fundierte Wissen ermöglicht es erst, Hunde und ihre Besitzer art-, alters- und bedarfsgerecht zu beraten. 

• Bedarf berechnen! Du musst als Hundeernährungsberater beispielsweise Vitamin-Mängel und Bedarfe ausrechnen können, um deinen Hundekunden einen Futterplan erstellen zu können, der nicht nur schmackhaft ist, sondern auch seine individuellen Bedürfnisse abdeckt. Ein Beagle braucht andere tägliche Mengen an Magnesium als eine Dogge. Und du wirst überrascht sein, wie wenige Fertigfuttermittel wirklich den Bedarf von Hunden abdecken. Daher ist es wichtig, dass wir als Hundeernährungsberater die Formeln zur Berechnung kennen. Auf Online-Rechner dürfen wir uns nicht verlassen! 

• Fertigfutter empfehlen! Falls jemand nicht BARFen will oder es aus Zeitgründen nicht kann, musst du als Hundeernährungsberater das richtige Fertigfutter auswählen. Anders, als es häufig propagiert wird, ist es nämlich absolut keine Schande, auf Fertigfutter auszuweichen. Du als Hundeernährungsberater weißt, welche Zusammensetzung ein gutes Futter enthalten muss und kannst deine Kunden dahingehend bestens beraten.

• Bei Übergewicht oder Krankheiten unterstützen! Mit deinem Wissen kannst du beispielsweise übergewichtigen Hunden beim Abnehmen helfen – du kannst in manchen Fällen sogar Hunden bei Krankheiten zu mehr Wohlbefinden verhelfen. Aber Achtung! Beratung ist nicht gleich Therapie! Bei kleinen Problemen wie Übergewicht kann eine Ernährungsumstellung helfen, aber auch unsere Einsatzmöglichkeiten haben ihre Grenzen. Wir dürfen Hunde nicht behandeln.  Um kranke Hunde gezielt durch eine Ernährungsumstellung therapieren zu dürfen, musst du zusätzlich Tierarzt oder Tierheilpraktiker sein. (Oder du arbeitest mit einem Tierarzt zusammen, was viele Hundeernährungsberater tun).

Wer geht zum Hundeernährungsberater?

Dein Kundenkreis besteht aus Hundebesitzern, denen die richtige Ernährung ihres Vierbeiners wichtig ist. Manche Besitzer interessieren sich für die Thematik und wollen ihrem Hund etwas Gutes tun. Andere kommen zu dir, weil ihr Hund etwa an Übergewicht oder einer Nahrungsmittelunverträglichkeit leidet.

Erste Anzeichen für eine Unverträglichkeit können beispielsweise häufig auftretender Durchfall, Blähungen, Haarausfall oder stumpfes Fell sein. Auch Juckreiz ist als Begleiterscheinung möglich. Diese “leichten” Probleme können durch eine Ernährungsumstellung meist sehr gut behoben werden. Als Hundeernährungsberater unterstützt du Herrchen und Frauchen dabei, das richtige Futter für ihre Lieblinge zu finden – vom Welpen bis zum Senioren!

Gehalt für Hundeernährungsberater

Es ist schwierig, eine Prognose über deine Gehaltsaussichten als Hundeernährungsberater abzugeben. Es kommt unter anderem darauf an, ob du dich selbständig machst, oder in einer tierärztlichen Praxis arbeitest.

Die meisten Hundeernährungsberater wagen den Schritt in die Selbständigkeit. Hier kommt es beispielsweise darauf an, wie viele Aufträge du bekommst und welchen Stundenlohn du kalkulierst. Die meisten Hundeernährungsberater verlangen 100-150€ für einen Futterplan. Inkludiert ist ein kostenloses Erstgespräch und die Nachbetreuung bei der Ernährungsumstellung. Hier kann es vorkommen, dass du morgens nach dem Aufstehen schon Fotos von Hundekot auf deinem Handy findest. 😉 Diesen gilt es dann zu beurteilen. Langweilig wird es als Hundeernährungsberater wirklich nie! 

Also je nachdem, wie viele Kunden du hast und wie viel Geld du für deine Leistungen verlangst, können diese Zahlen höher oder niedriger ausfallen. Aber es ist kein Geheimnis, dass viele Hundeernährungsberater auch Hundetrainer sind oder anderen Berufen mit Hunden nachgehen. 

Vorteile im Job:

• Hohe Nachfrage! Die Hundebranche boomt! Wenn du “Hundeernährungsberatung” bei Google eintippst, findest du fast 80.000 Ergebnisse! Wahnsinn, oder? Der Bedarf an gut ausgebildeten Hundeernährungsberatern ist definitiv vorhanden – und die vierbeinigen Kunden dazu gibt es sowieso. Und Frauchen und Herrchen, die ihre Vierbeiner lieben, tun ihnen gerne etwas Gutes – da kommst du als Ernährungsberater für Hunde ins Spiel!

• Flexible Arbeitszeiten! Die Selbständigkeit bietet dir den Vorteil, zeitlich flexibel arbeiten zu können und dir deine Flexibilität zu bewahren – die Zeit, die du ansonsten in einem stickigen Büro verbringen würdest, kannst du für Spaziergänge oder Kuscheleinheiten nutzen.

• Beruf mit Sinn! Was ich an dem Beruf persönlich sehr schätze, ist, dass ich wirklich etwas bewegen kann. Wenn ich merke, dass es Hunden durch meine Ernährungsberatung besser geht und ich übergewichtigen Hunden beim Abnehmen helfen konnte oder die lieben Fellnasen nicht mehr unter ihren Unverträglichkeiten leiden müssen, macht mich das unglaublich glücklich.

• Leidenschaft zu Hunden leben! Und das ist für mich der springende Punkt. Jeden Tag lerne ich neue Hunde kennen, erfahre etwas über ihr Leben, ihre Geschichte und ihren Werdegang. Und als Kirsche oben drauf, darf ich ihr Leben mit einer artgerechten Ernährung bereichern. Ich könnte mir keinen schöneren Job vorstellen. 

Nachteile im Job:

• Hohe Nachfrage! Deine hohe Nachfrage ist unser Freund, aber auch unser Feind. Viele Hundeernährungsberater bieten Futterpläne zu Dumpingpreisen an und zerstören so den Markt. Wer kann schon von Futterplänen um 89€ leben? Und dafür auch noch 4-6 Stunden an Zeit dafür aufwenden? Die Konkurrenz am Markt ist hart und aus eigenen Erfahrungen oft biestig. In meinen vier Jahren als selbstständige Hundeernährungsberaterin durfte ich nur auf wenige Kollegen treffen, die lieber zusammen arbeiten anstatt sich zu bekriegen. Unterstützung in der Branche findest du leider selten. Daher tickt das Rudel von Dogtisch Academy anders. 

• Hohe Verantwortung! Immerhin bist du als selbständiger Ernährungsberater für Hunde für deinen eigenen Lebensunterhalt verantwortlich. Du musst Kunden akquirieren, diese auch behalten, einen passenden Stundenlohn für dich kalkulieren, von dem du gut leben kannst… Es ist nicht einfach und vor allem anfangs mit einigen Überstunden verbunden. So sehr ich meine Selbständigkeit auch liebe, so sehr muss ich dir fairerweise auch die Nachteile davon aufzeigen. Gerade am Anfang scheuen sich viele vor der Selbständigkeit. Der Job als Hundeernährungsberater ist eben kein klassischer 9-to-5-Job mit festem Gehalt und Urlaubsanspruch. Gerade, wenn du das gewohnt bist, schreckt es dich vielleicht zunächst ab, dich selbständig zu machen.

Aber: Bitte lass dich nicht von deiner Angst lähmen! Auch mir hat es anfangs Angst gemacht, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen – doch ich würde es jederzeit wieder tun! Probiere es einfach aus! Wenn es wider Erwarten doch nichts für dich ist, öffnet sich immer eine andere Tür!

Was man in den Beruf mitbringen sollte:

Das Wichtigste zuerst: Du brauchst eine ordentliche Portion Leidenschaft für Hunde! Aber die bringst du bestimmt schon mit, sonst hättest du wahrscheinlich nicht bis hierher gelesen. 😉

Abgesehen vom Offensichtlichen solltest du folgende Dinge mitbringen:

  • Interesse an Biologie, Chemie und Medizin
  • ein klares Denkvermögen und die Fähigkeit, Trends kritisch zu hinterfragen
  • den Mut, deine eigenen Entscheidungen zu treffen und dich nicht von Modeerscheinungen überzeugen zu lassen.
  • Da du Bedarfspläne ausrechnen musst, wäre es auch kein Fehler, keine komplette Abneigung gegen Mathe zu haben.

 

Hundeernährungsberater werden in Zeiten wie diesen, in denen Übergewicht und Nahrungsmittelunverträglichkeiten fast schon zu Modeerscheinungen geworden sind, immer gesucht! Der Bedarf nach gut ausgebildeten Hundeernährungsberatern ist auf jeden Fall gegeben und steigt exponenziell an. Ich hoffe, ich konnte deine wichtigsten Fragen über das Berufsbild eines Hundeernährungsberaters klären!

ÜBER DIE AUTORIN, PAULINA:

Seit über 3 Jahren helfe ich als selbstständige Ernäherungsberaterin für Hunden zu mehr innerem Wohlbefinden – durch artgerechte Ernährung. Keine leichte Mission. Denn jeder von uns und auch unserer Lieblinge hat besondere Ansprüche. Jeder Topf hat seinen Deckel – und jeder Hund seinen Napf! 😉 Daher liegt es mir am Herzen, Hunde mit artgerechter Ernährung zu unterstützen und Frauchen & Herrchen aufzuklären.

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