Berufsbild Hundetrainer

So arbeitet es sich als selbstständiger Trainer für Hunde

Du interessiert dich für das Berufsbild des Hundetrainers? Es ist sehr vielfältig und abwechslungsreich. Ich möchte dir hier einen Einblick aus meinem Berufsalltag zeigen. Für viele ist es der Traum, das Hobby zum Beruf zu machen. Für mich ist es Leidenschaft und Berufung. Als Hundetrainer ist man bei Wind und Wetter draußen, statt feinem Kostüm und High Heels gehören „Hundeklamotten“ und Gummistiefel zur Grundausstattung. Leider ist der Beruf des Hundetrainers noch nicht offiziell anerkannt und so sollte man sich im Vorfeld gut informieren.

 

  • Wo mache ich die Ausbildung zum Hundetrainer? Zeitaufwand, Inhalt der Ausbildung und natürlich auch die Kosten sind wichtige Faktoren. Wird die Prüfung vom zuständigen Veterinäramt anerkannt oder muss ich zusätzlich die Sachkunde nach §11 des Tierschutzgesetzes ablegen? Wer sich im Vorfeld gut informiert, erlebt hinterher keine bösen Überraschungen.

 

  • Mobile Hundeschule oder mit eigenem Platz? Beides hat seine Vor- und Nachteile. Leider braucht man jede Menge Glück und Beziehungen, um eine Trainingsfläche zu finden und genehmigt zu bekommen. Alle wollen gut erzogene Hunde, aber Unterstützung für Hundeschulen gibt es von Gemeinden, Städten und Ämtern kaum. Ist man mobil unterwegs, kann man ein sehr abwechslungsreiches Programm anbieten. Ich bereite so die Teams auf den Alltag vor, denn es wird auch in Alltagssituationen geübt.

Aufgaben eines Hundetrainers:

Viele stellen sich das Berufsbild des Hundetrainers sehr einfach vor: ein paar Geräte aufbauen, eine kurze Einweisung, die Hunde knuddeln und dafür noch Geld bekommen. Hundetrainer zu sein ist aber sehr vielfältig.

• Ein Training will gut vorbereitet sein! Egal ob Einzel- oder Gruppentraining, jede Kursstunde will vorab geplant sein. Teilnehmeranzahl, Ort, benötigtes Material und natürlich Inhalt der Kursstunde! Dabei ist es wichtig, auf die Bedürfnisse deiner zwei- und vierbeinigen Kunden eingehen zu können.

• Kunden Wissen vermitteln! Damit Hundebesitzer die Trainingsaufgaben und Empfehlungen nachvollziehen können, müssen diese verständlich und fundiert sein! Als Hundetrainer verfügt man über ein breites Wissen über die Körpersprache, Anatomie, Rasseneigenschaften und verschiedenen Methoden des Hundetrainings. Es ist unsere Aufgabe, die Menschen verständlich anzuleiten, zu beraten und zu motivieren.

• Bedarf berechnen! Ja, tatsächlich muss ich auch hier eine Bedarfsermittlung erstellen. Was ist das Ziel der Menschen im Hinblick auf das Zusammenleben mit dem Vierbeiner? Soll es ein unkomplizierter Familienhund werden, gibt es Turnierambitionen oder möchte man den Hund aus einem (unerwünschten) Verhalten helfen (Angst, Aggression)? Wichtig ist es, den Hund und die Umstände ganzheitlich zu sehen und individuell zu trainieren. Hier gehört auch definitiv die Ernährung dazu.

Training empfehlen und Pläne erstellen! Welches Training passt zu welchem Team? Wir Hundetrainer werden Empfehlungen erarbeiten und Pläne erstellen, um die Kunden bei der Umsetzung zu unterstützen.

• Ein offenes Ohr haben!Ich biete meinen Kunden an, dass sie sich auch außerhalb einer Kursstunde an mich wenden können. Da wird auch mal Privates erzählt, diskutiert, beraten, motiviert und getröstet. Das ist meine Dienstleistung am Kunden! Aber Achtung! Alles in einem angemessenen Rahmen, damit auch Freizeit für das eigene Privatleben bleibt.

Homepage und soziale Medien.Die Homepage will erstellt und gepflegt werden, eine Vita, Kursangebote und Preise sollen für den Kunden übersichtlich und verständlich sein. Facebook und Co. eignen sich prima, um von den Aktivitäten der Hundeschule zu berichten, Präsenz zu zeigen und potentielle Kunden anzusprechen.

Büroarbeit. Das gehört natürlich auch dazu. Dokumentation, Rechnungen schreiben, Buchhaltung sowie sich um Werbung kümmern. Visitenkarten und Flyerentwerfe ich selber, ebenso meine Homepage. Es gibt natürlich auch professionelle Dienste, die diese Aufgaben gegen ein Honorar übernehmen.

Wer geht zum Hundetrainer?

Mein Kundenkreis besteht aus Hundebesitzern, die mit ihren Welpen kommen, einen Hund aus dem Tierschutz adoptiert haben, sogenannte „Problemhunde“, aber auch Menschen, die einfach Spaß an gemeinsamen Aktivitäten mit anderen Teams haben. Einzeltrainings, Gruppenstunden, Beratung vor dem Kauf, ebenso wie der Ausflug in den Wildpark, Krimitouren mit Hund, Seminare und Workshops biete ich regelmäßig an. Ebenso wie Schulungen in Kindergärten und Schulen, um die Kinder im Umgang mit (fremden) Hunden zu sensibilisieren.

Dabei geht es den Kunden nicht nur um die „Erziehung“. Es wird sich weit darüber hinaus ausgetauscht, oft entstehen auch Freundschaften. Man freut sich gemeinsam über Erfolge, leidet bei Krankheiten mit und trauert beim Verlust eines geliebten Vierbeiners!

Gehalt für Hundetrainer

Am Anfang steht erst mal eine größere Investition. Die Ausbildung zum Hundetrainer ist nicht nur zeit-, sondern auch kostenintensiv. Die Prüfung beim Veterinäramt, die Haftpflichtversicherung usw. – da kommt einiges zusammen. Je nach Ausbildungsstätte kann man tatsächlich 5.000 Euro bis zu 20.000 Euro einrechnen. Dann brauche ich ein gewisses Equipment, um ein Training auch anzubieten. Habe ich das große Glück, ein Gelände zu bekommen, dann müssen natürlich auch dort die Pacht oder der Kauf sowie die Unterhaltskosten mit eingeplant werden.

Bei der Kalkulation des Stundensatzes und der Kursgebühren habe ich mich regional orientiert. Leider ist man auch immer wieder abhängig vom Wetter, so ist der Zulauf im Frühjahr und Herbst oft groß, bei nassem und kaltem Wetter eher rückläufig. Sommerzeit ist Urlaubszeit und auch bei extremem Hitzeperioden ruht dann auch mal das aktive Training.

Mein Fazit: Hauptberuflich damit zu starten ist sehr schwer. Ich arbeite auch noch halbtags. Positive Mundpropaganda ist die beste Werbung und so baut sich Schritt für Schritt ein solider Kundenstamm auf und Gewinn kann erwirtschaftet werden.

Vorteile im Job:

• Beruf – nein, Berufung! Ich bin mein eigener Chef und handle nach bestem Wissen und Gewissen für „harmonische Mensch-Hund-Teams“! Ich möchte den Kunden helfen, ihre Hunde besser zu verstehen, fair und nachhaltig zu trainieren – ein Team werden! Jeder Mensch und jeder Hund ist ein Individuum und hat es verdient, als solcher behandelt zu werden! Es gibt nichts schöneres als das positive Feedback der Kunden, Hunde die freudig erregt zum Training kommen und Fortschritte zu sehen. Dann weiß ich, wofür ich es mache!

Selbstbestimmte Arbeitszeiten! Nebenberuflich, hauptberuflich oder im Angestelltenverhältnis! Der Beruf ist sehr vielseitig. Die meisten Hundetrainer haben noch einen „normalen“ Job und üben es in ihrer „Freizeit“ aus. Da auch die Kunden meist berufstätig sind, fällt viel auf die Abendstunden oder das Wochenende!

Kooperationen schließen: Auch als Hundetrainer kann ich bei Firmen ein Kundenkonto eröffnen. Produkte für die Hundeschule, oder auch zum Weiterverkauf an die eigenen Kunden zu entsprechenden Konditionen erwerben. Aber auch Kooperationen mit anderen Hundeschulen, Tierfotografen, öffentlichen Einrichtungen oder Tierschutzorganisationen können hilfreich sein. Von einem Miteinander profitieren meist beide Seiten.

Nachteile im Job:

• Zeitintensiv! Als Hundetrainer verbringt man auch viel Zeit am Schreibtisch. Ja, wirklich! Homepage pflegen, Flyer und Visitenkarten gestalten, Übungsstunden planen, AGB und Datenschutzerklärungen, Anmeldungen und Rechnungen, soziale Medien füttern …! Da kommt einiges an Zeit zusammen, was die Kunden oft nicht wissen und schätzen.

• Selbstständigkeit heißt: Verantwortung! Neben der Erfüllung der verwaltungstechnischen und buchhalterischen Aufgaben, trage ich auch die Verantwortung gegenüber den Kunden. Rücksicht auf Mitmenschen und das Umfeld sowie aktiver Naturschutz sind für mich eine Selbstverständlichkeit.

Was man in den Beruf mitbringen sollte:

  • Kommunikationsfähigkeit – in erster Linie kommunizieren wir mit dem Menschen und müssen auch oft komplexe Themen erklären. Es gibt auch hier nicht nur „die tollen, netten Kunden“ – trotzdem muss man freundlich bleiben, Dinge wieder und wieder erklären und zeigen.
  • Durchhaltevermögen. Die ersten Jahre sind nicht einfach.
  • Es gibt nicht nur die „schönen Momente“ und man ist bei Wind und Wetter draußen.
  • Bereitschaft für Fortbildungen. Es gibt immer wieder neue Erkenntnisse und Trainingsmöglichkeiten im Bereich Hund. Regelmäßige Fortbildungen sind für mich enorm wichtig, um die Kunden so gut wie möglich betreuen zu können.
  • Wer auf saubere Kleidung steht, ist hier fehl am Platz! Hundehaare, matschige Pfotenspuren auf den Klamotten und je nach Wetterlage auch die Regenjacke und Gummistiefel gehören zur „Berufskleidung“.
  • Betriebswirtschaftliches Denken und Handeln – ganz wichtig! Ja, auch als Hundeschule muss man eine Buchhaltung machen. Ich habe die Unterstützung eines Steuerberaters. Natürlich gibt es auch immer Kunden, die es günstiger mögen, Rabatte fordern. Diese sind meist in einem Verein mit Jahresbeitrag besser aufgehoben.
  • Natürlich – das ist eigentlich auch die Grundvoraussetzung – die Liebe zum Hund!!! Egal ob groß oder klein, jung oder alt, selbst mit Handicap – Hunde sind einfach toll!!!

Über die Autorin, Sandra Herbst

 

Seit 2014 bin ich im Bereich Hundetraining aktiv, 2016 habe ich mir meinen Traum erfüllt und nach der Ausbildung zur Hundetrainerin meine eigene mobile Hundeschule in Besigheim eröffnet. Der Name und das Logo kamen durch eine meiner ersten Kundinnen – einer Werbegrafikerin: „Coach my Humans“. Ich biete ein vielfältiges Programm rund um den Hund an. Faires und individuelles Hundetraining für harmonische Mensch-Hund-Teams sind mein Motto. Meine beiden Hunde Ginger und Lucie sowie meine Familie unterstützen mich.

 

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