Blasenentzündung beim Hund

von | Sep 7, 2018 | Naturheilkunde für Hunde

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Nicht nur für den Menschen, sondern auch für den Hund ist eine Blasenentzündung in den meisten Fällen nicht nur sehr unangenehm, sondern auch schmerzhaft. Eine Blasenentzündung, die auch Zystitis genannt wird, ist bei Vierbeinern keine Seltenheit und lässt sich in fast allen Fällen sehr gut behandeln. Sinn kann in jedem Fall eine Unterstützung mit Kräutern, Heilpflanzen und Homöopathie machen.

Die Ursachen einer Blasenentzündung können unterschiedlich sein, während die Symptome ähnlich wie beim Menschen sind. Heute geht es direkt um die Blasenentzündung beim Hund.

 

Ursachen für eine Blasenentzündung beim Hund

 

Eine Blasenentzündung beim Hund kann sehr unangenehm sein.

In den meisten Fällen müssen wir Bakterien als Auslöser für eine Blasenentzündung beim Hund in Betracht ziehen. Diese können sich an den äußeren Geschlechtsorganen befinden. Sie gelangen von dort zuerst in die Harnröhre und wandern dann schließlich weiter bis in die Blase hoch.

Außerdem begünstigen Feuchtigkeit und Kälte das Eindringen von Bakterien in die Blase.

So kann der Hund zum Beispiel auch im Sommer eine Blasenentzündung bekommen, wenn er im kühlen Bach oder See war. Im Winter, wenn das Wetter kalt und feucht ist und auch das Hundefell für einen längeren Moment nass bleibt, kann eine Blasenentzündung die Folge sein.

Warum sind weibliche Hunde wesentlich öfter von der Zystitis betroffen als die männlichen Vierbeiner?

Das liegt daran, dass deren Harnröhre im Vergleich zum Rüden kürzer und breiter ist und Bakterien wesentlich schneller den Weg in die Blase finden.

Ist die Hündin zusätzlich kastriert, kann der Schließmuskel bereits geschwächt sein, wodurch den Bakterien das Eindringen in die Blase erleichtert wird. Auch ältere Hunde, die bereits eine geschwächte Abwehr haben, sind öfter von einer Blasenentzündung betroffen.

 

Im Allgemeinen wird die Blasenentzündung beim Hund in zwei verschiedene Formen eingeteilt:

  1.   akuteBlasenentzündung
  2.   chronische Blasenentzündung

 

Unter einer akuten Zystitis leidet der Hund immer dann, wenn die Entzündung ganz schnell und plötzlich auftritt. In der Regel handelt es sich dann um eine durch Bakterien verursachte Blasenentzündung.

Chronisch ist die Blasenentzündung dann, wenn der Hund immer wieder daran erkrankt. Auch die chronische Blasenentzündung kann nochmals in zwei verschiedene Formen eingeteilt werden:

 

Reinfektionen

Von einer Reinfektion ist dann die Rede, wenn die Infektion im Lauf eines Jahres wiederkehrt, aber dabei durch einen anderen Erreger ausgelöst wird. Unter anderem ist das häufig bei Hunden mit einem geschwächten Immunsystem der Fall. Aus diesem Grund fragen sich viele Hundebesitzer, ob eine Blasenentzündung ansteckend ist.

 

Rezidive

Eine rezidivierende Zystitis liegt dann vor, wenn der Hund zum Beispiel falsche Medikamente oder zu niedrig dosierte Medikamente bekommen hat und der Erreger dadurch im Harntrakt überleben konnte.

 

 

 

Blasenentzündung beim Hund erkennen – wichtige Symptome

 

Die Symptome einer Blasenentzündung beim Hund unterscheiden sich nicht von denen einer Blasenentzündung beim Menschen. In erster Linie kommt es zu einem vermehrten Harndrang. Dabei verspürt der Hund wesentlich öfter das Bedürfnis, Wasser zu lassen.

Anders als beim gesunden Hund kommt beim Wasserlassen jedoch nicht die sonst normale Menge Urin aus der Blase, sondern wesentlich weniger oder sogar nur ein paar einzelne Tropfen. Fest steht, dass ein Harnwegsinfekt beim Hund sehr unangenehm sein kann.

Oft können Hundehalter beobachten, dass der Vierbeiner Schmerzlaute von sich gibt und sich beim Wasserlassen anders als sonst hinsetzt. Ist der Rücken dabei gewölbt, ist dies ein deutliches Anzeichen dafür, dass der Hund Schmerzen hat.

 

Oft verliert der Hund auch einzelne Tropfen Urin in der Wohnung, da er diese nicht mehr halten kann. In der Regel haben die Hunde ein höheres Bedürfnis nach Flüssigkeit, sodass sie auch mehr trinken als sonst. Sind diese Symptome zu erkennen, sollte der Hundehalter einen Blick auf den Urin werfen, denn auch dieser kann sich bei einer Blasenerkältung verändern.

 Vereinzelt sind kleine Mengen Blut beigemischt, wodurch der Urin eine rötliche Farbe bekommt. Auch der Geruch kann sich verändern. Gerade wenn der Hund Blut pinkelt, machen sich viele Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer Sorgen um ihren Vierbeiner. Schlimmer wird die Sorge, wenn der Hund trotz Antibiotika Blut im Urin hat. In einigen Fällen ist der Urin sogar schaumig oder trüb.

 

Unter anderem kann eine Blasenentzündung beim Hund also an den folgenden Symptomen erkannt werden:

Blut im Urin (rötliche Färbung)

• veränderter und unangenehmer Uringeruch

• Fieber

• häufiger Harndrang

• geringer Harnabsatz

• schmerzhafter Harnabsatz

• Unwohlsein

• Abgeschlagenheit

 

Beobachtest du die eben genannten Symptome einer Blasenentzündung bei deinem Hund, solltest du unbedingt handeln. Insgesamt sollten Blasenprobleme beim Hund und ihre Symptome nicht unterschätzt werden.

 

Diagnose Blasenentzündung beim Hund

 

Zeigen sich beim Hund Symptome, die ein Hinweis auf eine Blasenentzündung sein können, sollte das Tier möglichst rasch einem Tierarzt vorgestellt werden. Der Tierarzt untersucht den Hund nicht nur und tastet ihn ab, sondern untersucht auch eine Urinprobe, um so eine etwaige Blasenentzündung diagnostizieren zu können.

Bei Bedarf kann zusätzlich eine Blutuntersuchung oder ein Ultraschall beim Hund gemacht werden. Damit sich die Bakterien nicht vermehren und weiter ausbreiten können, bekommt der Hund in der Regel Antibiotika verschrieben, mit denen sich eine bakterielle Blasenentzündung beim Hund gut behandeln lässt. Wenn Blut im Urin ist, wird oftmals nach passenden Hausmitteln gegen die Blasenentzündung beim Hund gesucht. Ab und zu wird auch nach einem passenden Antibiotikum gefragt. 

Sollte der Hund starke Schmerzen haben, kann der Tierarzt ebenfalls ein Schmerzmittel für den Vierbeiner verschreiben, sodass dieser sich nicht weiter quälen muss. Natürlich können Hundehalter auch zuhause noch etwas Gutes für den Vierbeiner tun und die Heilung positiv unterstützen.

 

Unbehandelte Blasenentzündung und Symptome beim Hund

 

Eine Blasenentzündung kommt bei Hunden relativ häufig vor und ist an sich keine schlimme Krankheit. Bleibt sie jedoch längere Zeit unentdeckt oder wird die Zystitis gar nicht behandelt, kann die Krankheit auch ausufern, sodass dann auch andere Organe betroffen sind.

In der Regel betrifft die Zystitis nur die Blase des Hundes. Alle anderen Organe sind ausgenommen. Wird das Tier nicht behandelt, kann sich die Entzündung jedoch relativ schnell ausbreiten. Dann sind unter anderem auch der Harnleiter, die Harnröhre oder sogar die Nieren davon betroffen.

Natürlich ist es auch möglich, dass sich die beschriebenen Symptome auf eine andere Krankheit beziehen, da sich diese oft sehr ähnlich sind. 

Unter anderem können die folgenden Krankheiten in Frage kommen, wenn die genannten Symptome beim Hund auftreten:

• Entzündung der Prostata beim Rüden

• Entzündung der Scheide bei der Hündin

• Blasensteine

• Blasentumor

 

Blasenentzündung beim Hund vorbeugen

 

In verschiedenen Situationen können vorbeugende Maßnahmen durch den Hundehalter sinnvoll sein, damit es gar nicht erst zur Blasenentzündung kommen kann. Besonders wichtig ist das bei kaltem oder nassem Wetter.

Bei Kälte und Nässe sollte der Hund nicht lange auf dem Boden sitzen oder liegen müssen, da es schnell zu einer Unterkühlung kommen kann.

Hilfreich sind mehrere kurze Spaziergänge, wenn das Wetter schlecht ist, damit der Hund nicht komplett durchnässt und auskühlt. 

 

Auch ein Hundemantel kann helfen, denn dieser hat verschiedene Funktionen. Im Handel gibt es wasserfeste Hundemäntel. Damit wird verhindert, dass das Fell des Tieres nass wird. Andere Modelle haben eine wärmende Funktion und verhindern, dass der Hund im Winter friert – sie halten den Vierbeiner auch bei Minusgraden schön warm. Hilfreich und praktisch ist eine Kombination aus beidem, wie zum Beispiel ein gefütterter Regenmantel für den Hund.

Aber auch zuhause in den eigenen vier Wänden sollten Hundehalter an einige wichtige Punkte denken. Viele Hunde liegen gerne mitten in der Tür, sind dort aber häufig der Zugluft ausgesetzt.

 Ist der Boden zusätzlich relativ kalt, wie zum Beispiel bei einem Kachelboden, können sich die Vierbeiner auch in der Wohnung unterkühlen und eine Blasenentzündung einfangen.

Hilfreich ist eine wärmende Fußmatte oder eine spezielle Matte für Hunde, die dem Vierbeiner dann als wärmende und bequeme Unterlage dient.

 

Blasenentzündung beim Hund behandeln – wirksame Hausmittel

 

Bei einer leichten Blasenentzündung, die sofort erkannt wird und dem Hund keine weiteren Beschwerden bereitet, können auch Hausmittel gute Erfolge erzielen.

 Auch bei einer Blasenentzündung bei einem Welpen gibt es gewisse Hausmittel. Hundehalter sollten dabei die folgenden Punkte beachten:

 

Flüssigkeit

Hunde, die an einer Blasenentzündung leiden, haben einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf. Es ist daher wichtig, dass der Hund täglich eine ausreichende Menge Flüssigkeit zu sich nimmt. Es sollte stets frisches Trinkwasser bereitstehen, das aber nicht zu kalt – sondern handwarm – in den Wassernapf gegeben wird. Zudem sollte das Wasser zwei- bis dreimal am Tag frisch eingefüllt werden. Falls der Hund es mag, darf er auch handwarmen Tee trinken (Rezepte findest du am Ende des Artikels).

 

Wärme

Wärme spielt eine wichtige Rolle, wenn der Hund eine entzündete Blase hat. Auf keinen Fall sollte das Tier einfach auf dem blanken Boden liegen. Besser ist eine Hundematte oder eine dicke Decke als Unterlage, durch die von unten keine Kälte aufsteigen kann. Zusätzlich kann der Hund mit einem Hundepullover warmgehalten werden. 

Lässt es sich der Vierbeiner gefallen, kann er in seinem Körbchen auch mit einer Decke zugedeckt werden. Zusätzlich kann eine Wärmflasche genutzt werden, die den Bereich am Bauch und somit auch die Blase und die Nieren wärmt.

 

Spaziergänge

Hunde, die eine Blasenentzündung haben, verspüren einen häufigen Harndrang. Daher ist es wichtig, mit dem Hund öfter als sonst raus zu gehen. Dabei sollte es sich jedoch um relativ kurze Spaziergänge handeln, damit der Hund nicht friert. Zudem kann das Tier so seine Blase öfter leeren und vorhandene Keime oder Bakterien ausspülen.

Kommt der Hund zu selten ins Freie, können sich diese in der Blase vermehren.

 

Futter

Hunde, die eine Blasenentzündung haben, benötigen eine bedarfsgerechte, ausgewogene Ernährung. Gerne kann diese mit Kräutern, Heilpflanzen oder auch Vitalpilzen ergänzt werden. Ausreichend Flüssigkeit ist hier besonders wichtig.

 

Hilfe gegen Blasenentzündung beim Hund aus der Natur

 

Die Birke als Helfer bei Blasenentzündung bei Hunden

Die Birke ist ein wundervoller Baum, der sich manchmal die ungewöhnlichsten Plätze zum Wachsen aussucht und eine besondere Rindenfarbe hat. Sie steht für den Neubeginn, den Frühling, die Jugend, Liebe und Glück. Die Wiegen von Neugeborenen wurden früher aus ihrem Holz gebaut. Sie ist das Wahrzeichen von Estland. Zu Lichtmess am 2. Februar wird das Wiedererwachen des Lichts mit ihren Zweigen gefeiert.

 Ihr Name stammt übrigens von dem indogermanischen Wort “bhereg” ab und ist der Göttin Brigid zu Ehren gewählt worden, die später von der heiligen Brigitte abgelöst wurde – so viel zur Unsterblichkeit der Götter.

Die Birke hat eine sehr enge Verbindung zum Wasser. Hast du schon einmal im Frühling dein Ohr an einen Birkenstamm gehalten und gelauscht? Wenn man ganz aufmerksam ist, kann man hören, wie die Birke das Wasser in ihre Äste pumpt. Bis zu 70 Liter Wasser sind täglich notwendig, um den Baum gut zu versorgen.

Birkenblätter enthalten ca. 3 % Flavonoide, weshalb sie harntreibend sind. Außerdem enthält die Birke D-Mannose, die in der Lage ist, Blasenentzündungen verursachende Bakterien an sich zu binden und sie mit dem Urin auszuscheiden.

Birkenblätter und auch die Blüten sammelt man am besten im Frühling, wenn die Blätter jung sind. Bei Niereninsuffizienz und Schwangerschaft sollten Birkenblätter nicht gewählt werden.

 

Der Ackerschachtelhalm

Auch dieses “Minibäumchen” kann bei Blasenentzündung bei Hunden hilfreich sein. Forschungen haben gezeigt, dass es den Ackerschachtelhalm schon vor 400 Millionen Jahren gegeben hat – allerdings hatte er damals tatsächlich noch die Größe eines Baums. 

Die chinesische Medizin sagt ihm nach, dass er das Yin stärkt und Pfarrer Kneipp hat ihn sogar als “Krebskraut” bezeichnet, was ihm jedoch untersagt wurde.

Auch der Ackerschachtelhalm hat eine harntreibende Wirkung und regt den Stoffwechsel an. Außerdem wirkt er blutreinigend und enthält viel Kieselsäure, die wunderbar zwischen den Zähnen knirscht, wenn man ihn zerkaut. Das hat ihm auch den Namen Zinnkraut eingebracht, da man früher das Zinngeschirr mit ihm polierte.

Für eine optimale Wirkung muss der Ackerschachtelhalm 20 Minuten gekocht werden. Leider wird darauf bei fertigen Teemischungen fast nie hingewiesen, aber es wäre doch schade, wenn wir nicht die ganze Heilkraft der Pflanze nutzen würden. Auch hier gilt, dass während der Schwangerschaft keine Verwendung erfolgen sollte.

 

Der Löwenzahn

Wirklich jedes Kind kennt den Löwenzahn und ganz besonders die schicken Pusteblumen, deren kleine Schirmchen so lustig durch die Luft fliegen. Als Kind wollte man mir weismachen, dass er giftig sei und damit tut man ihm wirklich Unrecht. 

Und ganz nebenbei, wer Peter Lustig noch kennt, der kann sich vorstellen, dass dieser wohl kaum seine Kindersendung nach der tollen Pflanzen benannt hätte, wenn sie giftig wäre. Auf jeden Fall könnte ich locker einen ganzen Artikel nur über den Löwenzahn schreiben. 

Auf jeden Fall können alle Teile des Löwenzahns auch bei einer Blasenentzündung bei Hunden verwendet werden – naja, die Pusteblumen sind vielleicht etwas fusselig im Mund.

Der Löwenzahn ist blutreinigend und regt den Stoffwechsel und die Verdauungsorgane an.

 

Die Brennnessel

Meine Oma sagte immer, wenn ich mich an einer Brennnessel verbrannt hatte, dass das gegen Rheuma und Gicht hilft und ich mir deshalb keine Sorgen machen müsse. Das war für mich als Kind zwar nur ein kleiner Trost, aber irgendwie habe ich es noch heute im Kopf. Heute soll es Rheumakliniken geben, in denen sich die Patienten freiwillig mit Brennnesselruten schlagen lassen.

Die Brennnessel wächst ja quasi überall und Gärtner verfluchen das Kraut und reißen es regelmäßig heraus. Mir ist das völlig unverständlich, denn die Brennnessel ist nicht nur für die Blase ein wahrer Segen. 

Junge Blätter kann man in den Salat geben oder sie wie Spinat zubereiten. Als Tee ist sie ein Alleskönner und die gehaltvollen Samen kann man getrocknet über jedes Essen geben. Gerade habe ich in meinem Lieblingsshop gesehen, dass dort 500 Gramm über 20 Euro kosten. Puh ganz schön ordentlich, dafür, dass sie anderenorts massenhaft vernichtet werden.

 Die Brennnessel ist ebenfalls harntreibend, entzündungswidrig und regt den Stoffwechsel an.

 

Ein kleiner Exkurs: Natron

Ein in Vergessenheit geratenes Hausmittel ist das (Kaiser-)Natron. Eine Prise in den Kaffee oder Tee zu geben, ist ein kleines Geheimrezept. Ich finde, es macht beides noch schmackhafter. Man kann es sogar als Zusatz zu selbst gemachter Zahnpasta nutzen.

Ganz nebenbei hat Natron eine positive Wirkung auf die Darmflora. Und es bewirkt, dass scharfer Urin etwas neutralisiert wird, was bei Blasenentzündung sehr hilfreich ist, da Bakterien ein saures Milieu benötigen, um sich anzusiedeln. Eine Messerspitze täglich (für kleine Hunde eine halbe Messerspitze) ins Futter gemischt sollte ausreichen.

 

Die Goldrute

Wenn ich die Goldrute hier beschreibe, dann handelt sich eigentlich um mehrere Pflanzen. Es gibt die echte Goldrute, die Riesengoldrute und die kanadische Goldrute. Alle kann man bei Blasenentzündung verwenden. Manche bezeichnen sie als Allzweckwaffe bei Blasen- und Nierenproblemen. Die lateinische Bezeichnung “Solidago” bedeutet so viel wie “gesund” und das muss ja einen Grund haben. Seit über 700 Jahren wird die Goldrute bei Blasenentzündung als Heilkraut verwendet.

Die Goldrute wirkt unter anderem harntreibend, entwässernd, entzündungshemmend und schmerzstillend. Verwendet wird das ganze Kraut. Man kann auch eine tolle Tinktur mit den Blüten der Goldrute ansetzen. Ich habe am Schluss noch ein Rezept ohne Alkohol für dich!

 

Die Hauhechel

Die Hauhechel ist ein kleiner Strauch aus der Familie der Hülsenfrüchte und ein gefürchtetes Unkraut.

Ihre rosafarbenen Blüten sind eine Zierde der Wiesen, wo die Hauhechel wachsen. Doch die Dornen pieksen schmerzhaft, wenn man ihnen zu nahe kommt.

Dennoch werden sie bei Blasenentzündung und Nierensteinen häufig eingesetzt. Besonders geeignet ist eine Teekur zur Durchspülung bei entzündeten Harnwegen.

Schon im Altertum wurde die Hauhechel-Wurzel zur Blutreinigung, gegen Blasen- und Nierensteine und viele andere Krankheiten genutzt. Schon einige Jahrhunderte vor Christi Geburt wurde die Hauhechel von Theoprast beschrieben. Allerdings dürfte die beschriebene Hauhechelart eine andere als die Dornige Hauhechel gewesen sein.

In Deutschland fand die Dornige Hauhechel im 16. Jahrhundert ihren Einzug in die Kräuterbücher, z. B. im Kreutterbuch von Leonhart Fuchs.

Als Zauberkraut setzte man es auch zum Schutz des Viehs ein.

Bis zur modernen Landwirtschaft war sie jedoch ein gefürchtetes Unkraut, da die stabile Wurzel jeden Pflug stoppte und die Dornen Mensch und Tier verletzten.

 

Buccoblätter

Die Buccoblätter wachsen am sogenannten Buccostrauch, welcher in der lateinischen Sprache als Barosma betulina bezeichnet wird. Dieser Strauch, der der Gruppe der Rautengewächse zugeordnet wird, hat seine Heimat in Südafrika. Es handelt sich dabei um eine niedrig auftretende Pflanze mit hellgrünen Buccoblättern, aus denen man auch ein ätherisches Öl gewinnen kann.

Die Verwendung der Buccoblätter als Heilmittel erfolgte schon lange Zeit, bevor die Pflanze in die europäischen Gebiete importiert wurde, denn auch die Ureinwohner von Südafrika haben die positive Wirkung der Pflanze bereits erkannt. Der Import des Buccostrauchs nach Europa erfolgte schließlich zu Beginn des 19. Jahrhunderts. 

Die Kultivierung der Pflanze abseits von Südafrika hatte kaum Erfolg, da es Probleme bei der Entwicklung der Samen und mit dem Wachstum der Stecklinge gab. Die Verwendung der Buccoblätter zu medizinischen Zwecken hat dennoch seit dem Jahr 1825 in Deutschland Fuß gefasst. Die Konzentration lag dabei auf die Heilung von Krankheiten, welche die Harnwege betreffen.

 

Rezepte für Tee gegen Blasenentzündung bei Hunden

 

Blasentee für Hunde Nr. 1

Ich mache mir immer selbst eine Mischung aus Goldrute, Brennnessel und Löwenzahn. Das hat den Vorteil, dass ich nicht für jeden Tee alles neu abmessen muss.

Alle Zutaten mische ich zu gleichen Teilen. Davon nehme ich einen bis eineinhalb Teelöffel auf 200 ml Wasser und lasse den Tee ca. acht Minuten ziehen. Eine Tasse Tee (für kleine Hunde eine halbe Tasse) über den Tag verteilt anbieten.

 

Blasentee für Hunde Nr. 2 

Einen gehäuften Teelöffel Ackerschachtelhalm auf 200 ml Wasser in einen Topf geben und 20 Minuten leicht köcheln lassen. 

Den Tee ebenfalls lauwarm über den Tag verteilt anbieten.

 

Blasentee für Hunde Nr. 3

Eine großartige Mischung bei Blasenentzündung ist Kamille, Mädesüß, Birkenblätter, Echinacea, Brennnessel und Goldrute. Zu den harntreibenden Eigenschaften kommen hier noch die entkrampfenden, schmerzlindernden und entzündungshemmenden Eigenschaften hinzu. Meine Mischung setzt sich wie folgt zusammen:

je 20 g Goldrute, Brennnessel und Kamille; je 10 g Mädesüß, Birkenblätter, Echinacea

Von der Mischung einen gehäuften Teelöffel auf 250 ml Wasser und ca. acht Minuten ziehen lassen. Eine Messerspitze Natron unterrühren und über den Tag verteilt anbieten.

 

Blasentee für Hunde Nr. 4 (auch als Langzeittherapie geeignet)

60 g Hauhechelwurzel, 30 g Birkenblätter, 10 g Buccoblätter 

Einen Esslöffel der Teemischung mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, zehn Minuten ziehen lassen, abseihen. Mehrmals täglich zu trinken anbieten.

Weitere mögliche Kräuter sind Hauhechel, Johannisbeerenblätter der schwarzen Johannisbeere, Buccoblätter und Bärentraube.

 Achtung: In der Veterinärmedizin soll die Anwendung von Bärentraubeblättertee maximal eine Woche dauern (maximal fünf Mal pro Jahr), wegen der Gefahr einer chronischen Hydochinonvergiftung (Schlicher et al., 2010). Die Tagesdosis bei Bärentraubenblättern liegt beim Hund zwischen 2 und 4 g.

 

Vitalpilze gegen Blasenentzündung beim Hund

 

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) werden schon seit langer Zeit Vitalpilze bei verschiedenen Leiden empfohlen. Dabei geht es vor allem um eine Stärkung des Körpers, vor allem um die Stärkung der natürlichen Abwehrkräfte. 

Daneben bewirken Wärme und viel Flüssigkeit oft wahre Wunder. Je mehr Flüssigkeit durch die Blase läuft, umso weniger haben die Bakterien eine Chance, sich einzunisten.

Antibiotika haben den Vorteil,dass sie die Bakterien meist sehr wirkungsvoll abtöten. Sie führen jedoch auch dazu, dass auch die Darmflora geschwächt wird. Dadurch wird das Immunsystem gestört und die allgemeine Infektanfälligkeit erhöht.

Vitalpilze sind an sich natürliche Antibiotika. Der Coriolus, auch Schmetterlingstramete genannt, steht dabei an oberster Stelle. Seine antibakteriellen Eigenschaften sind gerade bei einer Blasenentzündung bestens geeignet. Inzwischen sind diese Wirkungen auch wissenschaftlich nachgewiesen. 

Daneben werden auch Agaricus Blazei Murill, Coprinus, Maitake,Polyporus sowie Reishi häufig als Therapie bei Harnwegserkrankungen eingesetzt. Sie stärken das Immunsystem, regulieren die Körperfunktionen, stimulieren die Abwehrmechanismen und erhöhen das allgemeine Wohlbefinden. 

Vitalpilze werden in kontrolliertem Anbau gezüchtet und sind daher frei von Schadstoffen! Als rein natürliche Heilmittel haben sie keinerlei Nebenwirkungen. Sie sind hervorragend geeignet als vorbeugende Maßnahme gegen Blasenentzündungen bei Hunden.

 

Absolutes Muss bei Blasenentzündung beim Hund: trinken, trinken und nochmals trinken!

 

Ja, vielleicht mag man es schon nicht mehr hören, denn Paulina predigt es immer wieder: Wasser ist ein Lebenselixier und absolut lebensnotwendig.

Gerade bei Blasenentzündungen wird das wieder besonders deutlich. Die ungewollten Bewohner, die sich in der Blase und vielleicht sogar schon in den Nieren befinden, müssen ja irgendwie wieder raus aus dem Körper. Du solltest gerade jetzt ganz besonders darauf achten, dass dein Hund viel trinkt.

 Bei einer Blasenentzündung darf es gern das Doppelte der normalen Tagesration sein. Biete deinem Hund besonders leckeres Wasser an. Paulina hat schon einige Tipps gegeben, wie du deinem Hund das Wasser schmackhafter machen kannst. Welches ist dein Favorit? Liebt dein Hund etwas Brühe im Napf? Mag er sein Wasser mit Edelsteinen drin? Dann wäre jetzt die Zeit für einen hübschen dunkelblauen Stein, der positiv auf die Blase wirkt (z. B. Azurit, Saphir, Dumortierit oder Lapislazuli).

 

Homöopathie gegen Blasenentzündung beim Hund – Globuli können helfen!

 

Nicht nur Menschen, sondern auch Hunde können eine Blasenentzündung bekommen. Daher eignen sich auch Mittel aus der Homöopathie, die sonst dem Menschen helfen, wenn dieser an einer Zystitis erkrankt ist.

Gerade die Heilung einer Blasenentzündung beim Hund homöopathisch zu unterstützen, wird von vielen Hundebesitzern gerne angenommen.

Im Vergleich zu chemischen Mitteln oder Antibiotika wirken homöopathische Mittel ohne chemische Zusätzen und benötigen immer etwas mehr Zeit, bis sich ein Erfolg einstellt.

Für den Hausgebrauch eignen sich Globuli in der Potenz D6, die in der Regel in jeder Apotheke bestellt werden können und natürlich auch vom Tierheilpraktiker verschrieben werden. Fest steht, dass Naturheilmittel bei vielen Hundebesitzerinnen und Hundebesitzern gerne gesehen sind.

 

Aconitum

Hat der Hund Schmerzen und/oder Fieber und kommt sehr wahrscheinlich trockene Kälte als Auslöser in Betracht, dann kann dieses Mittel, das auch als Eisenhut oder Sturmhut bekannt ist, dem Hund helfen.

 

Belladonna

Auch als Tollkirsche bekannt, hilft das homöopathische Mittel, wenn die Blasenentzündung durch kaltes Wetter entstanden ist. Die Symptome zeigen sich dann sehr schnell und der Hund kann nur nach einer langen Zeit etwas Urin absetzen. Zudem fühlt sich sein Körper heiß an.

 

Cantharis

Kann der Hund nur unter Schmerzen wenige Tropfen Urin lassen, hilft ihm dieses Mittel, das besser unter dem Namen Spanische Fliege bekannt ist. Zum Urinieren bleiben die Hunde lange sitzen oder stehen und haben zudem Schmerzen.

 

Dulcamara

Auch als Bittersüßer Nachtschatten bekannt, hilft Dulcamara dem Hund, wenn die Blasenentzündung durch Abkühlung und Durchnässung entstanden ist. Hat der Hund zusätzlich Eiter im Urin, dann sieht dieser trüb aus.

 

Pulsatilla

Die Wiesenküchenschelle ist ein geeignetes Mittel, wenn es sich um eine sanft verlaufende Blasenentzündung handelt, die zum Beispiel bei der Hündin nach oder während deren Läufigkeit auftreten kann. In diesem Zusammenhang ist sicherlich auch eine Läufigkeitshose für Hündinnen ein interessantes Thema. Der Hund verliert ungewollt Urin und hat weniger Durst als sonst.

 

Bei der D6 Potenz ist die tägliche Dosierung bei allen Mitteln gleich. Der Hund bekommt dreimal täglich je fünf Globuli. Diese können ihm direkt ins Maul gegeben werden.

Am besten ist es, wenn die Kügelchen in die Backentasche oder unter die Zunge gelegt werden, damit die Schleimhaut mit dem Mittel in Kontakt kommt. Die Globuli sind so klein, dass die meisten Hunde diese gar nicht im Maul merken und ohne Probleme oder Gegenwehr nehmen. 

Bei der Homöopathie gilt es, ähnliches mit ähnlichem zu unterstützen. Ein Mittel, welches ein Symptom auslösen kann, kann dieses – hoch verdünnt – auch wieder heilen. Homöopathische Mittel bestehen aus rein natürlichen Grund- und Basisstoffen.

 Sie wirken sanft und benötigen dabei etwas mehr Zeit. So können Hunde sehr oft erfolgreich behandelt werden, ohne dass der bereits geschwächte Organismus mit chemischen Zusätzen belastet wird.

 

Ebenso lassen sich in der Homöopathie auch Mittel für weitere Beschwerden bei einer Blasenentzündung finden.

Das können zum Beispiel Globuli sein, die das Fieber beim Hund senken, die seine Schmerzen lindern oder die ihm zu mehr Ruhe und Entspannung verhelfen, wenn der Hund bedingt durch die Zystitis nicht mehr richtig schlafen kann. Hier könnten sicherlich auch Rescue Tropfen für den Hund eine Überlegung wert sein.

 

Ein paar Gedanken zum Schluss

 

Eine Blasenentzündung kann uns und unsere Hunde jederzeit erwischen. Wichtig ist, dass du schnell handelst, wenn du sie bei deinem Hund feststellst. Je eher du deinen Hund mit natürlichen Mitteln unterstützt, desto wahrscheinlicher kommst du um einen Arztbesuch herum und kannst vielleicht die Gabe von Antibiotika verhindern.

Wichtig ist jedoch, dass du sofort einen Tierarzt aufsuchst, wenn die Beschwerden zu lange andauern und ein schlechter Allgemeinzustand bei deinem Hund auftritt. Mit den oben genannten Rezepten kannst du deinen Hund auf jeden Fall jederzeit unterstützen.

Ich hoffe, etwas Passendes für dich und deinen Hund gefunden zu haben.

 

Autorin - Beate Stern


Mein Name ist Beate Stern und ich habe bis auf den Hundefitnesstrainer bereits alle Online-Ausbildungen der Dogtisch Academy abgeschlossen. Besonders sind mir dabei die Heilkräuter und Bachblüten für Hunde ans Herz gewachsen. Mit meinem Herzensprojekt Hundumgsund.de habe ich mich mittlerweile selbständig gemacht und biete vielerlei Beratungen für Hunde und ihre zweibeinigen Seelenverwandten an. 

Autorin - Katrin Wolf

 

Ich heiße Katrin Wolf, bin im richtigen Leben Sozialpädagogin und  zu mir gehören mein Mann und unsere drei Kinder sowie unsere etwas verrückte Ridgeback-Mix-Hündin Lika. Meine Leidenschaft für Kräuter habe ich von meiner Großmutter, die immer einen Schrank voll mit Tee und allerlei Gebräu hatte.

3 Kommentare

  1. Ich mach mir für mich selbst sehr gerne „Preiselbeerwasser“. Dazu einen Esslöffel Preiselbeerkompott in ein größeres Glas geben und mit Wasser auffüllen. Hilft bei Blasenentzündung und bei Fieber

    Antworten
    • Liebe Renate!

      Jaa da muss ich dir völlig zustimmen 🙂

      Die wertvollen Stoffe befinden sich in den Blättern und in den Beeren selbst.
      Blätter und Saft der Preiselbeere sind ein wirksames Heilmittel bei Harnwegsentzündungen.
      Insebondere kann diese Pflanze bei chronischen Harnwegsinfekten besser auf den Körper wirken, als ständige Antibiotikakuren.

      Auch bei Fieber und Erkältungen kann die Preiselbeere wahre Wunder vollbringen!

      Liebe Grüße
      Corina (Co-Trainerin von Dogtisch)

      Antworten
    • Liebe Renate, vielen Dank für deine Ergänzung. Preiselbeeren sind ganz toll bei Blasenentzündung und Fieber…ich habe auch immer ein Glas im Haus. Und wenn man nicht krank wird kann man sie ja auch prima einfach so vernaschen 🙂

      Antworten

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