Design Food

Wie hoch ist die Qualität wirklich?

Du gehörst zu denjenigen, die täglich aus nicht prozessierten Futtermitteln Mahlzeiten kreieren? Herzlichen Glückwunsch, von deiner Sorte gibt es nämlich nicht viele. Vielen unter uns geht es nämlich ganz anders. Der Griff zu Futtermitteln, die aus einem Baukastensystem bestehen und zu kompletten Mahlzeiten zusammengefügt werden, nennt man Design Food oder auch Convenience Food.

Im weiteren Verlauf des Artikels werden Design Food und Convenience Food als Synonyme verwendet. Im „menschlichen“ Bereich ist der Begriff weit verbreitet, im Hundefutterbereich noch nicht. Der Trend geht von Design Food immer mehr in Richtung der natürlichen, nicht prozessierten Fütterung. Lies weiter und erfahre, was diese Thematik ausmacht.

Das steckt wirklich dahinter

Beim Einkaufen von Fertigfuttermitteln ist uns vielfach gar nicht bewusst, dass wir uns für Convenience-Produkte entscheiden. Um ehrlich zu sein, handelt es sich bei den meisten Fütterungsmethoden um Convenience-Produkte.

Tiefkühlprodukte, Dosenfutter, Trockenfutter oder auf andere Weise haltbar gemachte Produkte zählen dazu. All diese Produkte haben gemeinsam, dass sie schnell und einfach zubereitet sind oder gleich vom Hund genossen werden können. Im Alltag muss alles (für die meisten) schnell und bequem sein. Das merken wir übrigens auch schon alleine am Wort. Denn dieses leitet sich vom englischen Wort für Bequemlichkeit, Zweckmäßigkeit ab. Mit echtem Kochen und richtig frischem Futter hat das aber nicht mehr viel zu tun.

Vorteile, die Hundebesitzer bei Fertigfutter nennen:

  • geringer Arbeitsaufwand
  • keine Vorbereitungszeit
  • bessere Planbarkeit

Ab wann ist es Convenience? 

Verschiedene Fertigungsgrade und Methoden zum Haltbarmachen können helfen, diese Frage zu beantworten. Du findest hier vier Stufen meiner Einteilung von Design Food, die dir in Zukunft helfen sollen, schnell zu erkennen, um was es sich handelt:

1. Unbehandelte Nahrungsmittel (kein Convenience): rohe Komponenten vom Schlachter oder ganze Beutetiere, die noch keiner Behandlung unterzogen wurden. Sie können frisch oder eingefroren sein. 

2. Zubereitungsfertig: Hier ist ein Zubereiten nicht mehr notwendig. Schnipseln, Schneiden, Pürieren oder Mischen wurde hier bereits übernommen und es ist nur noch ein Zubereiten in Form von Auftauen oder Erwärmen notwendig. Als trendigste Beispiele können hier die BARF-Komplettmenüs verschiedenster Anbieter dienen.

3. Mischfertige Futtermittel: Einzelfuttermittel, die mit weiteren Einzelfuttermitteln oder Ergänzungsfuttermitteln komplettiert werden müssen, um eine Gesamtheit bilden zu können.

4. Verzehrfertige Futtermittel: Ganz klassisch ist hier das Trocken- und Feuchtalleinfutter zu nennen. Alles ist erledigt. Es muss nur noch die Dose oder das Sackerl geöffnet und die Menge an Futter in den Napf gegeben werden. Das ist die höchste Stufe des Design-Foods, die erreicht werden kann.

Trends aus der Lebensmittelindustrie

Die Palette an Convenience Produkten ist vielfältig wie noch nie, und sie wird laufend mit neuen Angeboten erweitert. Ein Beispiel sind Chilled-Food-Produkte, die auch im Hundebereich immer mehr Anklang finden. Es sind vorrangig frische Speisen oder Smoothies aus dem Kühlregal. Dazu gibt es immer wieder den Trend zu einer artgerechten Gesundheit und auch immer mehr das Bedürfnis, den Wellnessaspekt zu berücksichtigen.

BIO und naturbelassene Zutaten stehen auch bei Hundefutter immer mehr im Fokus. Im Sommer greifen die Menschen auch zum immer beliebter werdenden Hundeeis aus dem Fachmarktregal. Im Hochsommer kann so ein Hundeeis tatsächlich Abkühlung bringen. Aber bitte beachte dabei, dass dein Hund magenstabil sein sollte und die Möglichkeit haben sollte, daran zu schlecken und es nicht im ganzen Stück herunterzuschlucken.

Exklusives Hundeeisrezept

Zutaten für 1 Portion herzhaftes Hundeeis zu je 120ml:

  • Eissilikonformen oder Joghurtbecher
  • 1 Cabanossistangerl als Stil
  • 80ml Fleischbrühe frisch
  • 20ml Blut frisch
  • 10g gebratene Leber püriert
  • 10g Herz gekocht püriert

Zutaten gut vermischen und in die Silikonformen einfüllen.

Mindestens für 8 Stunden kühlen, herausnehmen und genießen lassen.

Bitte beachte, dass die Menge für einen ca. 15 kg schweren Hund berechnet wurde. Kleinere Hunde dürfen eine kleinere Menge genießen.

Für den Hund geeignet?

Je geringer ein Futtermittel verarbeitet wurde, desto natürlicher ist es- und desto frischer ist die Ernährung selbst. Je länger die Liste an Zusatzstoffen, desto eher handelt es sich um ein Produkt aus dem „Labor“. Ernährungsphysiologische Zusätze sind natürlich notwendig, um den täglichen Bedarf an Nährstoffen zu decken. Das sagt im ersten Moment noch nichts über die Qualität des Endproduktes aus, aber wir sollten uns bewusst sein, dass es tatsächlich sein kann, dass Zusätze auch zu Allergien führen können.

Diese Zusätze können folgendermaßen aufgelistet sein:

  • Benzoesäure (E 211)
  • Sorbinsäure (E 200)
  • Agar-Agar (E 406)
  • Carrageen (E 407)
  • Guarkernmehl (E 412)
  • Pektin (E 440)
  • Traganth (E 413)
  • Xanthan
  • Kurkumin (E 100)

Vorteile eines Futtermittels in designter Form sind definitiv die Zeitersparnis und die weniger aufwendige Zubereitung. Man kann für eine lange Zeit einkaufen, da eine Vorratshaltung möglich ist. Die Zubereitung ist sehr einfach und das Portionieren auch für den stressigen Alltag möglich. Der Hundebesitzer braucht keine Fachkenntnisse, um dem Hund das Futter anzubieten.

Die Nachteile dürfen wir jedoch nicht beiseite schieben, da sie definitiv ebenso vorhanden sind. Hast du schon mal Dosenerbsen gegessen und richtig bewusst wahrgenommen, wie die einzelnen Erbsen schmecken? Ich finde, dass ein sehr metallischer Geschmack dabei ist. Das Verpackungsmaterial gibt kleinste Mengen an den Inhalt ab. Außerdem ist es auch ein bisschen fad, jeden Tag dasselbe zu bekommen. Auch wenn es der Hund bedarfstechnisch nicht benötigt, ist es doch durch eine geschmackliche Eintönigkeit gekennzeichnet. Hochwertige Produkte sind meist teurer als selbst zusammengestellte Rationen und die Herstellung sehr energieaufwendig, sodass es ökologisch gesehen wenig empfehlenswert ist.

Fazit

Convenience Food ist im Hundebereich sehr weit verbreitet, fast sogar vorherrschend. Dosen- und Trockenfuttermittel stehen hier an den ersten Stellen. Natürlich gibt es qualitativ hochwertige Alleinfutter, die eine sehr ausgeklügelte Rezeptur enthalten.

Je frischer das Futter, desto mehr Nährstoffe sind in natürlicher Form enthalten. Ob gekocht oder roh – eine frisch zusammengestellte Ration kann den Hundegaumen und auch Hundemagen richtig von innen verwöhnen.

Und das Ganze nicht nur beim Hund, sondern auch beim Menschen. Auch wir sollten auf eine möglichst natürliche Ernährung achten. Setze lieber auf frische Lebensmittel als auf stark verarbeitetes Convenience Food!

Über die Autorin, Paulina Adamczyk

Seit über 3 Jahren helfe ich als selbstständige Tierernährungsberaterin Hunden zu mehr innerem Wohlbefinden – durch artgerechte Ernährung und die Kraft von Heilkräutern, Vitalpilzen und Aromaölen. Keine leichte Mission. Denn jeder von uns und auch unserer Lieblinge hat besondere Ansprüche. Jeder Topf hat seinen Deckel – und jeder Hund seinen Napf! 😉 Daher liegt es mir am Herzen, Hunde mit artgerechter Ernährung zu unterstützen und Frauchen & Herrchen aufzuklären.

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