Erste Hilfe Kräuter für Hunde

von | Apr 18, 2019 | DogtischAcademyIntern, Hunde-Blog, Naturheilkunde für Hunde

Der Trend der Pflanzenheilkunde hat uns fest im Griff. Wenn wir unsere Hunde positiv unterstützen wollen, greifen wir oft lieber zu Kräutern und Pflanzen anstatt zu chemischen und mit zahlreichen Nebenwirkungen behafteten Medikamenten. (Mehr dazu lernst du in unserer Online-Ausbildung zum Heilkräuter, Vitalpilz & Aromaöl-Berater für Hunde).

Eine gut ausgestattete Hausapotheke sollte der Stolz eines jeden Hundebesitzers sein, eine Auswahl an besonderen Kräutern und Kräuterzubereitungen jederzeit griffbereit, als Retter in der Not sozusagen.

Hautverletzungen, geschwächte Abwehrkräfte, Verdauungsbeschwerden, Prellungen, Verstauchungen, Erkältungskrankheiten und Insektenstiche/Bisse sind die Beschwerden, die unsere Hunde am häufigsten heimsuchen. Aber auch Kräuter zur Steigerung des Wohlbefindens gehören in jede natürliche Hunde-Kräuter-Apotheke.

Jede Selbstbehandlung bei unseren vierbeinigen Freunden hat aber Grenzen:
Wenn sich die Beschwerden nicht bessern oder sogar schlimmer werden, muss unbedingt ein Tierarzt hinzugezogen werden.

• Basis jeder Kräuterapotheke (klicken).

• Natürliche Mittel gegen Hautverletzungen bei Hunden (klicken).

• Heilkräuter bei Verdauungsproblemen beim Hund (klicken).

• Helferlein bei Erkältungen & Hunde-Schnupfen (klicken).

• Hausmittel bei Prellungen od. Schürfungen beim Hund (klicken).

• Kräuter bei Zahnfleischproblemen (klicken).

 

Basis jeder Kräuterapotheke für Hunde:

 

• Desinfektionsmittel
• Wund- und Heilsalbe
• Zugsalbe (bei eitrige Hautstellen, ...)
• Ordentliches Verbandszeug (Baumwolltücher, Mullbinden, sterile Wundauflagen, Dreieckstuch, elastische Binden, selbsthaftende Bandagen, ...)
• Hautschere, normale Schere
• Kirschkernkissen, Wärmflasche, Rotlicht
• Pinzette
• Gummihandschuhe
• Hundeschuhen zum Schutz bei Pfotenverbänden, Halskrause

Zusätzlich habe ich noch ein paar der wichtigsten Erste-Hilfe-Tipps für alltägliche Problemchen für euch zusammengefasst.

 

 

Natürliche Mittel bei Hautverletzungen beim Hund

 

Manchmal ziehen sich unsere kleine Hautverletzungen zu (Kratzer im Fell, Schnitte an den Pfoten usw.) Diese Hautverletzungen können wir selber gut versorgen, bei größeren Verletzungen sollte der Hund unbedingt dem Tierarzt vorgestellt werden.

Kamille und Ringelblume bei Schürfwunden von Hunden

Altbewährte Pflanzen zur Wundbehandlung sind Kamille und Ringelblume.
Beide unterstützen die Heilung sehr gut. Kleine Verletzungen wie Schürfwunden, Schnitt- Riss- oder Stichwunden müssen meist nicht desinfiziert werden, sie reinigen sich durchs Bluten von selbst. Zur schnellen äußeren Anwendung wird ein Umschlag gemacht:
4 Ringelblumenblütenköpfe mit 120 ml Wasser aufkochen, kurz stehen lassen, abseihen, ein Tuch in die Flüssigkeit tauchen und auf die betroffene Stelle auflegen, mehrmals am Tag wiederholen.

Für die Behandlung der nächsten Tage eignet sich eine Salbe sehr gut, diese kann auf Vorrat gemacht werden und bei Hunden wie Menschen eingesetzt werden.

Zubereitung:
• 10 g getrocknete oder 20 g frische Blütenköpfe von Ringelblume und Kamille mit 100 g gutem Öl (ich verwende gerne natives Olivenöl) in ein Schraubglas füllen und ca. 4 bis 6 Wochen stehen lassen, damit die Inhaltsstoffe der Kräuter in das Öl übergehen können.

• Das Öl durch einen Kaffeefilter abseihen, 10 g Bienenwachs dazugeben und auf niedrigster Stufe leicht erwärmen, bis das Bienenwachs geschmolzen ist.

• In Dosen abfüllen und gut auskühlen lassen.

• Nach ca. 24 Stunden können die Dosen geschlossen werden, bitte nicht vorher, damit sich kein Kondenswasser bilden kann (so wird die Haltbarkeit erhöht!).

Wenn der Hund recht lange Haare hat, ist eine Salbe manchmal eher lästig, dann kann auch ein Kamillen- oder Ringelblumenöl verwendet werden. Wenn man die Haare scheitelt, kann man mit dem Öl gut die verletzte Hautstelle einmassieren, die Wundheilung wird beschleunigt, die Haut trocknet nicht aus. Je nach Art der Verletzung kann es auch sinnvoll sein, die Haare rundherum abzuschneiden, damit sie nicht in die Wunde stehen und vielleicht sogar darin verwachsen und die Heilung verzögern.

Zugsalbe/Pechsalbe bei Splittern in der Hundepfote:

Wenn ein Dorn oder ein Holzsplitter sich nicht entfernen lässt, kann eine – durch einen Verband geschützte - Zugsalbe gute Dienste leisten. Die Zugsalbe, auch Pechsalbe genannt, kann auch verwendet werden, wenn sich eine Verletzung entzündet und eitrig wird. Jedoch sollte in diesem Fall auf lange Experimente verzichtet und zeitgerecht ein Tierarzt hinzugezogen werden.

Herstellung von Zugsalbe/Pechsalbe:

• 30 g Harz von Fichte, Tanne, Lärche oder Kiefer (entweder selbst gesammelt oder in der Apotheke gekauft) mit 80 g Olivenöl auf niedrigster Stufe am Herd erwärmen, bis das Harz geschmolzen ist.
• Bei selbstgesammeltem Harz sind oft Rückstände vorhanden, dann das Öl durch einen Kaffeefilter abseihen.
• Zum Schluss noch 10 g Bienenwachs dazugeben und auflösen.
• Die Masse in kleine Tiegel füllen und gut auskühlen lassen.

Die Pechsalbe kann auch wunderbar bei Muskelschmerzen und Gelenkentzündungen wie Gicht und Rheuma eingesetzt werden!

 

Natürliche Mittel bei Verdauungsbeschwerden beim Hund


🌿Eibisch

Der Eibisch ist ein guter und hilfreicher Tipp bei Verdauungsbeschwerden des Hundes. Seine wichtigsten Inhaltsstoffe sind die Schleimstoffe, die sich lindernd auf alle Schleimhäute des Hundes legen, weshalb er meist bei Erkrankungen des Verdauungsapparates und der Atmungsorgane eingesetzt wird. Der Schleim des Eibisch ist nicht hitzebeständig, deshalb wird er auch nicht gekocht, sondern als Kaltauszug eingesetzt, um all seine Kräfte zu erhalten. Er hilft beim Regulieren von Verstopfung, Durchfall und Blähungen und kann bei allen Beschwerden im Darmbereich unterstützend eingesetzt werden.

 

🌿Thymian

Wir alle kennen ihn als Kraut für die Atemwege aber er ist auch sehr hilfreich bei Verdauungsbeschwerden unserer Hunde. Durch seine ätherischen Öle und die Bitterstoffe unterstützt er das Verdauungssystem und er kann bei Blähungen und zur allgemeinen Stärkung eingesetzt werden. Dauern die Blähungen jedoch trotzdem länger an, sollten die Fütterung des Hundes genauer unter die Lupe genommen werden.

 

🌿Kräutermischung zur Stärkung der körpereigenen Darmflora des Hundes

Kamille, Pfefferminzblätter, Thymian, Kümmel und Süßholzwurzel.

Diese Kräuter können bei Verdauungsproblemen im Rahmen einer Kur angeboten werden. ½ bis 3 Teelöffel pro Tag, je nach individueller Größe des Hundes. Die Kräuter als Tee anbieten oder unter das Futter mischen.

 

🌿Akuter Durchfall

Hier können wir dem Hund die sogenannte Dr. Moro-Karottensuppe anbieten. Ein paar Portionen eingekocht oder im Tiefkühler sollten in jedem Hundehaushalt einen fixen Platz haben. Eibisch, Heidelbeeren und Schafgarbe können ebenso Linderung verschaffen. Noch mehr natürliche Mittel gegen Durchfall bei Hunden findest du hier. 

 

🌿Verstopfung

In einem ersten Schritt sollten wir uns Gedanken machen, welche Ursache die Verstopfung hat. Zu viele Knochen, zu wenig Bewegung, zu viel Stress?

Wir können den Hund mit Leinsamen, Chia- oder Flohsamenschalen hier bestmöglich unterstützen: 1 Teelöffel pro 10 kg Körpergewicht in reichlich Wasser gut quellen lassen (die Samen und Schalen müssen komplett aufgequollen sein, damit der Hund keinen Darmverschluss erleidet!) kann hier Linderung verschaffen. Achtung! In dieser Zeit dem Hund immer ausreichend frisches Wasser zur Verfügung stellen. Noch mehr natürliche Mittel bei Verstopfung für Hunde liest du hier, in unserem Blogartikel! 

 

 

Erkältungskrankheiten / Atemwegserkrankungen bei Hunden

 

Bei Hunden sind Erkältungskrankheiten wie Husten und Schnupfen zum Glück nicht so weit verbreitet wie bei uns Menschen. Im Fall der Fälle können wir den Hund aber mit ein paar ausgewählten Kräutern sehr gut unterstützen. Sollte nicht innerhalb kürzester Zeit Besserung auftreten ist bitte jedenfalls ein Tierarzt zu kontaktieren!

Ein lästiger Hunde-Schnupfen kann mit Tee aus Kamillenblüten bekämpft werden. Je nach Größe des Hundes ½ bis 2 Teelöffel Kamillenblüten mit heißem Wasser aufgießen und noch lauwarm dem Hund anbieten. Manche Hunde trinken den Tee sehr gerne, anderen kann man ihn unters Futter mischen. Auch Majoran und Pfefferminze können hier den Hund sehr gut unterstützen.

Bei einer Erkältung können wir Majoran und Thymian einsetzen, vor allem wenn auch Husten mit dabei ist. Bei Husten helfen zudem auch Eibisch, Lavendel und Salbei, als Tee oder die Kräuter direkt unters Futter gemischt.

Wenn der Hund eine Erkältung, Husten oder Schnupfen hat, findet er oft eine Wärmflasche, ein Kirschkernkissen oder eine Rotlichtlampe als sehr angenehm. Bei der Lampe sollte der Hund jedoch jederzeit die Möglichkeit haben, den Platz zu verlassen, wenn er genug davon hat!

All die aufgelisteten Kräuter können wir unterstützend als ätherische Öle einsetzen (in einem Zerstäuber oder als Spray) aber auch hier darf der Hund selber entscheiden, ob er den Duft mag und er sollte jederzeit die Möglichkeit haben, diesem Geruch zu entkommen.

Bei Schleim im Hals und den Atemwegen kann Löwenzahn, Salbei, Lavendel und frischer Spitzwegerich oder Spitzwegerich-Honig eingesetzt werden.

Der Hund sollte jederzeit frisches Wasser zur Verfügung haben, zudem sind regelmäßige gemütliche Spaziergänge empfehlenswert. Durch die Bewegung kann sich der Schleim leichter lösen, zu große Anstrengung aber bitte unbedingt vermeiden, das kann den Hund unnötig belasten und die Genesung verhindern.

Prellungen, Verstauchungen beim Hund natürlich lindern

 

Verletzungen und Prellung an den Pfoten sind für unseren Hund äußerst schlimm. In der Bewegung eingeschränkt zu sein, lässt viele Hunde noch zusätzlich leiden. Hier können wir dem Hund helfen, in dem wir die betroffene Stelle in einem ersten Schritt mit Wasser kühlen (vorausgesetzt der Hund ist auch dieser Meinung).

Danach können wir eine sogenannte Beinwellsalbe auftragen, diese wirkt beruhigend, entzündungshemmend und schmerzlindernd:
20 g Beinwellwurzeln mit 100 g Öl ansetzen, ca. 6 bis 8 Wochen stehen lassen, danach abseihen und das Öl mit 10 g Bienenwachs auf niedrigster Stufe erwärmen, bis das Wachs geschmolzen ist. In Dosen abfüllen und gut auskühlen lassen.

Statt Beinwell kann auch eine Ringelblumen- oder Harzsalbe verwendet werden, auch diese wirken entzündungshemmend und beruhigend.

Tipp: Unser Hund ist z.B. ein leidenschaftlicher „Salbenschlecker“, daher umwickle ich die Stellen die ich zuvor behandelt habe gerne mit einem Tuch, damit die Salbe länger einwirken kann. Daraus machen wir eine kleine Auszeit für uns alle und machen es uns gemeinsam auf der Couch gemütlich. Dann vergisst Ingo auch den Verband und lässt ihn da, wo er auch hingehört.

Kräuter bei Zahnfleischproblemen beim Hund

Auch Hunde können unter Zahnfleischentzündungen leiden. Wenn dem so ist, bitte vorab genau kontrollieren, ob nicht vielleicht ein Knochen- oder Holzsplitter im Zahnfleisch steckt. Unterstützen können wir den Hund mit einem Salbei- oder Kamillenöl, in dem wir das Öl auf die betroffene Stelle im Zahnfleisch auftragen und vorsichtig einmassieren. Dazu Salbeiblätter oder Kamillenblüten, gerne auch beides, mit einem guten Öl in ein Schraubglas füllen und 6 bis 8 Wochen stehen lassen. Danach abseihen und in einer dunklen Flasche aufbewahren.

 

Fazit:

Eine gut gefüllte Erste-Hilfe-Kräuter-Apotheke sollte in jedem Hundehaushalt vorhanden sein. Gut gepflegt und bestückt kann sie uns gute Dienste leisten und kleine Wehwehchen und Unpässlichkeiten lindern. Ein Tipp meinerseits: Ein kleines Heft oder Karteikarten mit den jeweiligen Namen der Kräuter und welche Wirkung sie haben, kann im Notfall Gold wert sein. Im Ernstfall kann auch unser Adrenalin in die Höhe schießen und das vorhandene Wissen ist plötzlich nicht mehr vorhanden.

Habt ihr auch ein Erste-Hilfe-Paket daheim? Was befindet sich darin? Vielleicht hat ja von euch jemand ein Heilkraut in Gebrauch, welches ich noch nicht verwende? Ich freue mich auf eure Anregungen, Fragen und Tipps im Mitgliederbereich sowie auf Facebook.

Tief verwurzelte Grüße und allzeit ein gut gefülltes, selten gebrauchtes Erste-Hilfe-Kästchen! Eure Nicki

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Hallo! Ich bin Paulina!

Ich bin zertifizierte Hundeenährungsberaterin, Mutter einer wundervollen Tochter und treue Begleiterin meines Seelenhund Balou. Ich habe es mir zur Lebensaufgabe gemacht, Hunde mit der richtigen Ernährung und der Kraft unserer Natur zu einem artgerechteren Leben zu verhelfen. So konnte ich schon Balous Leben vor 5 Jahren retten. Der Grund, warum es die Dogtisch Academy gibt und du jetzt diesen Artikel liest.

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Autorin - Paulina Adamczyk


Als zertifizierte Heilkräuter-, Vitalpilz- & Aromaöl-Beraterin für Hunde ist es mir eine Herzensangelegenheit, Hundebesitzern mehr Wissen über unsere Natur näher zu bringen. Das ist mein persönliches "Warum" für diesen Blogartikel. Noch mehr dazu lernst du in unserer Online-Ausbildung.

 

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