Kräuter richtig haltbar machen

So hast du lange was von deinen Kräutern

Egal ob wilde Kräuter oder vom Balkon, gekauft, geschenkt oder selbst gezogen – diese Schätze möchten richtig geerntet und vor allem haltbar gemacht werden. Wir möchten ja ihre geballten Kräfte und Inhaltsstoffe für unsere Hunde und auch für uns selbst nutzen! Ich zeige dir, wie du Kräuter haltbar machen und tolle Kräuterrezepte herstellen kannst.

 

Wann sollen Kräuter geerntet und gesammelt werden?

Zwei, drei Tage ohne Regen sind ein guter Zeitpunkt zum Kräuter Ernten. Am besten vor Mittag, dann ist der Tau abgetrocknet und die Kräuter müssen nicht so lange trocknen bzw. können gleich verarbeitet werden. Schimmel und Fäulnis haben schlechte Karten.

Willst du die Kräuter frisch unter das Hundefutter mischen, dann schneide diese erst kurz vor dem Gebrauch, denn durch zu langes Aufbewahren verlieren sie an Geschmack und Geruch, die wertvollen Inhaltsstoffe gehen verloren.

Meistens können Kräuter den ganzen Sommer über geerntet werden. Bei einjährigen Pflanzen kannst du damit beginnen, sobald sich die ersten erntefähigen Blätter entwickelt haben. Wenn du im Spätsommer / Frühherbst bemerkst, dass die Pflanze nicht mehr weiterwächst, dann kann diese komplett geschnitten und verarbeitet werden.

Bei der Ernte kannst du auch den Mond berücksichtigen: Kräuter zum Trocknen solltest du bei abnehmendem Mond sammeln, ernten und verarbeiten. Wurzeln sollten stets bei Vollmond oder abnehmendem Mond ausgegraben werden. Blätter bei zunehmendem Mond, Blüten bei zunehmendem oder Vollmond.

Beim Kräuterschneiden biete ich unserem Hund und den Katzen gerne einen ganzen Stängel einzelner Kräuter an – manchmal wird er sofort und gleich verputzt, dann wieder bleibt er liegen.

 

Kräuter schneiden – so geht’s!

Das hat ein wenig mit der Pflanze zu tun, die du gerade ernten möchtest. Für alle gilt: Eine scharfe Schere und ein gut gewetztes Messer sind von Vorteil, da durch Abrupfen oder Abschneiden mit einer (stumpfen) Schere unschöne Schnittstellen zurückbleiben, die nicht so leicht weiterwachsen können wie wenn ein glatter Schnitt gemacht wird.

Generell sollten keine einzelnen Blätter, sondern Büschel und ganze Triebe geerntet werden. Beim Basilikum immer oberhalb des untersten Blattpaares schneiden, dann kann dieser wieder buschig nachwachsen. Schnittlauch möchte büschelweise ca. 1 bis 2 cm über dem Boden abgeschnitten werden, dann treibt er wieder aus. Bei der Petersilie und anderen Kräutern, die in Büschen wachsen, beginnst du außen mit der Ernte und arbeitest dich nach innen vor. Das Herz der Pflanze, also die innersten Triebe, sollte stehen bleiben. So werden diese Kräuter kräftig, sie entwickeln immer wieder frische, aromatische Triebe.

 

Tipp: Nachdem du jetzt weißt, wie Kräuter am besten geerntet werden, kommen wir gleich direkt zu den unterschiedlichen Arten des Haltbarmachens. Im frischen Zustand sind die Kräuter ja recht gut zu unterscheiden. Aber wenn sie einmal klein gehackt und getrocknet, eingefroren, … sind, dann sind sie leicht zu verwechseln.

Beschrifte alle Aufbewahrungsgefäße gut, schreibe auch das Jahr dazu, denn manchmal verschwindet ein Doserl oder Glaserl irgendwo in den tiefsten Tiefen der Speisekammer. Wenn es dann wieder auftaucht, kannst du genau sagen, was drin ist, wann es geerntet wurde und du kannst entscheiden, ob du es noch als Lebensmittel oder für Salben und Co. verwenden möchtest oder lieber zum Räuchern.

Das ist meine Reihenfolge: Erst werden die Kräuter zum Essen und für Tees verwendet, dann für Tinkturen, Salben, Seifen etc. Und wenn die Kräuter älter werden und nicht mehr so viele Inhaltsstoffe besitzen, dann nutze ich die Pflanzen zum Räuchern. Dabei ist es nicht so wichtig, wie viele Vitamine und Mineralstoffe noch vorhanden sind, beim Räuchern werden eher Energie und Information der Pflanze genutzt, die sind auch nach Monaten oder Jahren noch vorhanden.

 

Kräuter einfrieren – die schnellste und einfachste Art der Kräuter Konservierung

Geeignet sind Kräuter, die nicht mitgekocht werden, wie Petersilie, Kerbel, Dill, Minze, Estragon, Fenchel, Basilikum, Melisse, Schnittlauch, …

Die Kräuter ernten und klein schneiden, in verschließbare Behälter füllen und in die Tiefkühltruhe geben. Eine andere Möglichkeit des Einfrierens sind Eiswürfelbehälter: dabei werden die Kräuter in die Formen gefüllt und mit Wasser aufgefüllt, nach dem Gefrieren kannst du die Würfel in Gefrierbeutel umfüllen und Stück für Stück verwenden.

Du kannst die Kräuter aber auch büschelweise einfrieren, dann verlierst du nicht so viele Inhaltsstoffe durch das Schneiden: Dazu legst du die Büschel in flache Behälter, nimmst dir bei Bedarf heraus, was du brauchst, und brichst und zerbröselt diese dann direkt.

Durch das Einfrieren bleiben Aromen und Wirkstoffe am besten erhalten – eingefrorene Kräuter sind mindestens ein Jahr haltbar.

Für Hunde ist das Einfrieren im Eiswürfelbehälter nicht unbedingt die erste Wahl, da so die Menge nicht mehr so gut zu regulieren ist. Die losen Kräuter einfrieren ist die bessere Alternative, so kann besser dosiert werden – kleine Hunde brauchen ja nicht so viel wie große Hunde. 😉

 

Kräuter Lufttrocknung / Trocknung im Dörrautomaten

Das Trocknen von Kräutern ist zu empfehlen, wenn es sich um Arten handelt, die später in Speisen mitgekocht, in Salatdressings oder als Tee verwendet werden, wie: Thymian, Rosmarin, Majoran, Oregano, …

Nicht jedes Kraut eignet sich zum Trocknen, einige verlieren dabei ihr Aroma komplett, andere wiederum gewinnen durch das Trocknen sogar an Geschmack dazu.

 

Nicht zum Trocknen geeignet:

Borretsch, Liebstöckl, Sauerampfer und Kresse verlieren nach dem Pflücken ziemlich schnell ihr Aroma, die Blätter enthalten auch nach schnellem Trocknen im Dörrautomaten nur noch die Blattmasse ohne Geschmacks- und Duftstoffe. Für diese Kräuter ist das Einfrieren die beste Konservierungsmethode.

 

Relativ gut zum Trocknen geeignet:

Petersilie, Basilikum, Schnittlauch, Dill, Zitronenmelisse und Ysop sollten relativ schnell getrocknet werden, im Dörrautomaten oder im Backrohr (mit eingeklemmtem Löffel, damit die Feuchtigkeit entweichen kann), da sich die Feuchtigkeit aus den Pflanzen nur schwer löst. Die Kräuter sollten nach dem Trocknen unverzüglich in gut verschließbare Gefäße gefüllt werden.

 

Besonders gut zum Trocknen geeignet:

Die Kräuter aus den Mittelmeergebieten wie Bohnenkraut, Lavendel, Majoran, Oregano, Pfefferminze, Rosmarin, Salbei und Thymian eignen sich hervorragend zum Trocknen, aber auch heimische Kräuter wie Kamille, Beifuss und Waldmeister. Bei Oregano und Majoran wird das Aroma durch den Trockenvorgang sogar noch verbessert!

 

Beim Trocknen an der Luft ist ein leichter Luftzug empfehlenswert, direkte Sonne ist unbedingt zu vermeiden. Der Trockenvorgang dauert mindestens drei Tage, aber besser ist es, wenn du die Kräuter zwei, drei Wochen liegen lassen kannst. Es kommt immer darauf an, die dickfleischig die Blätter der Pflanzen sind, feine Blüten brauchen nicht so lange. Die Zeit des Trocknens sollte immer individuell betrachtet werden. Bitte dreh die Pflanzen immer wieder einmal um, damit wirklich alle Teile gut trocknen können.

 

Pflanzen wie Anis, Dill, Fenchel und Koriander hängst du am besten nicht auf, sondern legst die Dolden auf Papier oder helle Tücher, dann kannst du die Samen, die beim Trocknen ausfallen, leicht sammeln.

Andere Kräuter kannst du auch büschelweise aufhängen. Nicht zu dicke Büschel binden, damit die Kräuter innen gut trocknen können. Zum Aufhängen eignet sich ein trockener Dachboden, ein Holzhütte im Garten etc. Auf gar keinen Fall die Küche oder das Badezimmer, da durch die Feuchtigkeit beim Kochen und Waschen die Kräuter nicht richtig trocknen können.

Für ein gutes Ergebnis musst du Geduld haben – die Trocknung ist zu Ende, wenn sich die Stiele knackig brechen lassen und die Blätter rascheln. Danach die Kräuter ungebrochen in Gefäße füllen und erst bei Gebrauch zerbröseln – so bleiben die Inhaltsstoffe so lange wie möglich erhalten.

Wenn du im Dörrautomaten trocknest, verwende unbedingt die niedrigste Stufe – im Backofen liegt die Temperatur bei 30 bis 40 Grad. Je nach Beschaffenheit der Kräuter dauert diese Art des Trocknens drei bis sechs Stunden.

 

Der Vorteil: Durch den kurzen Trockenvorgang wird Schimmel ausgeschlossen.

Der Nachteil: Du darfst auf keinen Fall zu viel Hitze verwenden, da die Kräuter verdorren und schwarz werden können, sie gehen leichter kaputt. Lufttrocknen ist auf jeden Fall schonender und energiesparender.

 

Die Haltbarkeit liegt bei ca. einem Jahr – danach lässt die Würzkraft nach. Aus diesem Grund ist es nicht sinnvoll, unnötig große Vorräte anzulegen. Auf alle Fälle gilt: Je vorsichtiger du beim Trocknen deiner Gewürze bist, umso besser und länger halten sie Geschmack, Duft und Aussehen.

 

Beobachte deinen Hund, wenn du die Kräuter irgendwo hinhängst. Manchmal zeigen sie uns ganz genau, welches davon in die nächste Mahlzeit kommen soll. Bei diesen schauen sie immer wieder vorbei, besuchen sie, wollen unbedingt an ihnen riechen, springen immer wieder hoch, um sie zu erreichen. Achte ein bisschen darauf, was der Hund anzeigt, und schau dann in dein Dogtisch-Academy-Nachschlagewerk – finde heraus wofür / wogegen das jeweilige Kraut ist. Manchmal erfährst du dabei sehr viel über deinen Hund und kannst eventuell sogar schlimmeres Unwohlsein verhindern.

 

Kräuter in Öl einlegen

Du kannst Kräuter in hochwertiges Öl einlegen – ich meine jetzt kein Pesto, sondern einfach das Haltbarmachen von Kräutern.

Dazu einfach die frisch geernteten oder auch getrockneten Kräuter mit dem Messer zerkleinern und danach mit dem Pürierstab gemeinsam mit dem Öl pürieren. Diese Paste kannst du ganz einfach in ein Schraubglas füllen und kühl lagern. Die Haltbarkeit liegt bei ca. einem Jahr. Wichtig ist, dass immer eine Schicht Öl die Kräuterpaste bedeckt.

Mit dem Öl kannst du ganz viel anstellen – du kannst ein Pesto daraus machen, ein Löfferl ins Salatdressing oder in einen Brotaufstrich geben, zu Bratkartoffeln mit Spiegelei servieren, auf ein Stück Brot streichen und kurz ins Rohr schieben, …

So hast du nicht nur den Geschmack und die Inhaltsstoffe konserviert, sondern auch immer ein schnelles Essen bei der Hand. Mein Favorit: Bärlauch- oder Giersch-Paste.

Als Grundöle eignen sich Oliven-, Sonnenblumen-, Maiskeim-, Distel-, Raps- und Sojaöl. Verwende das Öl, das du auch in die Hundefutterration einarbeitest. Du solltest nur die Menge des Öls, das mit der Kräuterpaste aufgenommen wird, von der Tagesration am Speiseplan des Hundes abziehen.

 

Kräuteressig herstellen

Für die Konservierung ist hochwertiger Essig zu verwenden – guter Balsamico-, Wein- oder Sherryessig. Dazu die Kräuter mit dem Messer zerkleinern und andrücken, in Flaschen oder Schraubgläser füllen (bis zur Hälfte) und mit dem Essig auffüllen. Den Kräuteressig ca. drei Wochen ziehen lassen und kosten. Ist er zu wenig intensiv, kannst du einfach noch etwas warten oder die Kräuter durch frische Kräuter ersetzen.

Hat er den gewünschten Geschmack, den Essig durch einen Kaffeefilter abseihen, in Flaschen füllen und gut verschließen.

Der Kräuteressig funktioniert im Grunde wie eine (falsche) Tinktur (denn diese ist ja normalerweise mit Alkohol angesetzt). Hunde bekommen ja keinen Salat, aber ein Schuss Kräuteressig bei Bedarf ins Futter bekommt ihnen sehr gut!

 

Für eine Ölpaste und einen Kräuteressig eigenen sich Bärlauch, Basilikum, Salbei, Rosmarin, Bohnenkraut, Giersch, …

 

Kräutersalz herstellen

Eine alte Konservierungsmöglichkeit mit einem tollen Endprodukt ist die Herstellung von Kräutersalz. Du kannst Steinsalz oder grobes Meersalz zum Mischen verwenden. Die Kräuter werden angetrocknet, klein gehackt und mit dem Salz vermischt – sieben Teile Kräuter / ein Teil Salz.

Ich streiche diese Masse dann auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech und stelle dieses auf den Wohnzimmerkasten zum Trocknen. Bevor ich es dann abfülle, zerbrösle ich es mit dem Nudelwalker. Wenn du eine geeignete Küchenmaschine hast, kannst du das Kräutersalz auch damit zerkleinern.

Die Haltbarkeit liegt bei mehreren Jahren.

 

Kräuterzucker herstellen

Ein guter Veilchen-, Lavendel- oder Rosenzucker schmeckt nicht nur uns selbst – er eignet sich auch hervorragend als Geschenk für liebe Freunde. Die Herstellung ist wie beim Kräutersalz. Verwendet werden in erster Linie Blüten und Rohrzucker. Du kannst aber auch normalen Zucker oder Zuckerersatzstoffe verwenden. (Nur Xylit solltest du nicht verwenden, denn unsere Hunde naschen auch gerne mal mit und Xylit vertragen sie leider gar nicht.)

Kräutersalz und Kräuterzucker sind ja für Hunde nur bedingt verwendbar, aber wenn du sie in kleine Schraubgläser füllst, kannst du beim nächsten Hundetreffen, gemeinsamen Spaziergang oder Besuch in einem Hundehaushalt schwer Eindruck schinden: Ein Beindi als Mitbringsel für den Hund und leckeres Salz oder Zucker für den Besitzer kommen immer gut an!

 

Fazit

Das Haltbarmachen und Konservieren von Kräutern ist so vielfältig! Es gibt bestimmt noch einiges, was ich hier nicht aufgeschrieben habe – das Wichtigste habe ich für dich zusammengefasst.

Willst du noch irgendetwas wissen, hast du Fragen oder Anregungen, vielleicht sogar ein Rezept oder einen Tipp für uns? Nur her damit – wir freuen uns über deine Worte! Vielleicht möchtest du uns auch ein Bild von deinen Kräuterarbeiten mit Hundehilfe zeigen? J

Viel Spaß beim Ausprobieren, Tüfteln und Genießen!!

Über die Autorin, Nicole Lehner

Die Kräuter und vor allem deren Verarbeitung sind Nicoles Steckenpferd – Seife sieden, Sprays mischen, Salben rühren, persönliche Kräutermischungen erstellen, schonendes Haltbarmachen, Räuchern und noch vieles mehr setzt sie im Alltag und für ihre Kräuterlehrlinge um. Als Expertin im Bereich Kräuter und Heilpflanzen teilt Nicole ihr Wissen mit uns und verpackt es in wundervolle Blogartikel.

1 Kommentar

  1. schöner und interessanter Artikel – vielen Dank

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