Massage für den Hund

von | Jul 20, 2018 | Sport mit Hunden

Hmm… eine Massage ist etwas Tolles. Die Muskeln werden entspannt und nachher fühlt man sich einfach nur wohl. Und was uns gut tut, genießt dein liebster Vierbeiner genauso sehr!

Gerade sehr sportliche Hunde freuen sich oft über diese Zärtlichkeiten der besonderen Art. Sie stärken eure Bindung zueinander und können dir sogar dabei helfen, Krankheiten vorzeitig zu erkennen! Also gönn deinem Hund ruhig mal eine Massage – er wird es dir danken!

 

Wie funktioniert ein Muskel beim Hund?

 

Bevor ich auf die Massage für den Hund eingehe, möchte ich dir erklären, wie so ein Muskel überhaupt funktioniert.

 

Man unterscheidet zwischen zwei Arten von Muskelgewebe:

• die sogenannte quergestreifte Muskulatur: Diese lässt sich nochmals in Skelett- und Herzmuskulatur aufteilen.

• die sogenannte glatte Muskulatur, welche sich vor allem in inneren Organen in Blutgefäßwänden oder in den Ausführungsgängen von Drüsen findet.

 

Bei Hunden werden zudem einige große Muskelgruppen unterschieden:

• Muskeln des Kopfes: z. B. Lippenschließmuskel, Muskeln der Augenlider, Kaumuskulatur und Beweger des Kopfes

• Muskeln des Stammes: Hierzu zählen unter anderem der kräftige Oberarm-Kopf-Muskel, die Rückenmuskeln, der Riemenmuskel und die Zungenbeinmuskeln.

• Muskeln der Brustwand: Hierunter fallen unter anderem die Schultergürtelmuskulatur mit den oberflächlichen und tiefen Brustmuskeln, aber auch die Atmungsmuskulatur.

• Muskeln der Bauchwand: Hier befinden sich der äußere und innere schiefe Bauchmuskel, die geraden Bauchmuskeln und der Querbauchmuskel.

• Muskeln des Schwanzes

• Muskeln der Vordergliedmaße: z. B. Trapezmuskel, breiter Rückenmuskel, Schulter-Hals-Muskel und tiefer und oberflächlicher Brustmuskel

• Muskeln der Hintergliedmaße: Diese bestehen unter anderem aus der Lendenmuskulatur, den Muskeln des Hüftgelenks, den Oberschenkel- und Kniemuskeln sowie den Muskeln des Sprunggelenks und der Hinterzehen.

 

Die meisten Muskeln sind als faserige Sehnen fest mit den Knochen verbunden. Um eine Bewegung zu ermöglichen, sind die Muskeln des Bewegungsapparates jeweils in Gegenspielern angeordnet.

Muskeln können sich entweder verkürzen oder entspannen. Bei einer Kontraktion ziehen sich die Muskeln zusammen, wodurch auch die jeweiligen Knochen näher zusammengebracht werden. Entspannt sich der Muskel wieder, gehen auch die Knochen wieder auseinander.

Ein wild lebender Hund ist stark bemuskelt, damit er seine Beute erjagen kann. Der domestizierte Hund muss dies nicht tun, daher ist seine Muskulatur meist nicht ganz so stark ausgeprägt. Doch wie bei uns Menschen gilt auch für Hunde: Je mehr Bewegung, umso mehr Muskelmasse! Und je mehr Muskelmasse, umso mehr Verspannungspotenzial! Grund genug für eine Hundemassage!

 

Warum solltest du deinen Hund massieren?

 

Stell dir bitte einmal das Gefühl vor, das du bekommst, wenn du massiert wirst. Im Idealfall fühlst du dich danach rundum wohl und entspannt. Genau das ist auch eines der Hauptziele, wenn es um die Massage deines Hundes geht!

Mit einer Massage für den Hund kannst du die Flexibilität seines Bewegungsapparats fördern. Treppensteigen oder Spielen sind dadurch weniger oder gar überhaupt nicht mehr mit Schmerzen verbunden und dein Hund hat wieder Freude an der Bewegung.

Das ist aber nicht der einzige Vorteil einer Hundemassage! Du kannst sogar potenzielle gesundheitliche Probleme wie wunde Stellen oder gar Tumore erkennen, solange sie noch “frisch” und gut behandelbar sind.

 

Neben all der physiologischen Vorteile spielt zudem ein psychologischer Aspekt eine wichtige Rolle: Eine Massage zwischen dir und deinem Hund ist eine wunderbare Möglichkeit, euch noch näher zu kommen und die starke Bindung zwischen euch weiter zu festigen. Das Tier spürt, dass es geliebt wird. Hunden, die unter mangelndem Vertrauen oder Ängsten leiden, kann durch eine Massage bei der Bewältigung dieser Probleme geholfen werden.

 

Regelmäßige, korrekt ausgeführte Hundemassagen können das Wohlbefinden deines Hundes also deutlich steigern. Die Betonung liegt hierbei auf “korrekt ausgeführt”. Die Griffe sollten wirklich sitzen!

Denk immer daran: Einen Hund zu massieren ist etwas anderes als einen Menschen zu massieren! Wenn du deinen Hund falsch massierst, drohen im schlimmsten Fall zusätzliche Verspannungen, die dann nur ein professioneller Physiotherapeut lindern kann. Probiere die Griffe daher vorher an dir selbst aus – je mehr die Handgriffe sitzen, umso mehr profitiert dein Hund davon!

 

Kleiner zusätzlicher Tipp von meiner Seite: Verbinde die Massage gerne auch mit einer Fellpflege durch Bürsten – so fühlt sich dein Hund gepflegt, glücklich und geliebt!

 

Massage für den Hund richtig vorbereiten

 

Eigentlich erfordert die Massage für den Hund keine großartigen Vorbereitungen. Allerdings solltest du ein paar Rahmenbedingungen schaffen, mit denen die Hundemassage besonders angenehm wird.

 

Die richtige Umgebung für die Hundemassage

Sorge dafür, dass du eine möglichst ablenkungsarme Umgebung schaffst, in der dein Hund sich weder zu leicht ablenken lässt, noch eingeengt fühlt. Besonders bei der ersten Hundemassage ist das wichtig. Daher sollte er möglichst nicht mit dem Kopf zur Wand oder in eine Ecke schauend liegen. 

Gleichzeitig solltest du darauf achten, dass nicht gerade der Fernseher läuft oder sein Lieblingsspielzeug oder Leckerlis in der Nähe liegen. 

Wichtig ist aber auch, dass du dich voll und ganz auf deinen Hund einlässt und deine Gedanken nicht irgendwo anders sind.

 

Die richtige Unterlage für die Hundemassage

Bette deinen Hund richtig für die Massage, sodass er bequem liegt. Die Unterlage sollte weder zu weich noch zu hart sein. Du kannst ihn beispielsweise auf eine Decke oder Yogamatte legen lassen, oder auf eine rutschfeste Unterlage auf einem Tisch.

Achte dabei aber darauf, dass immer eine Hand auf deinem Hund liegt, damit nichts passiert!

 

Hundemassage zur Routine machen

Am besten wirkt die Hundemassage, wenn sie nicht einmal, sondern regelmäßig durchgeführt wird. Reserviere dir also jede Woche ein gewisses Zeitfenster nur für die Hundemassage – das reicht locker aus und dein Liebling wird sich sicher schon bald regelrecht auf seine Massage freuen!

 

Hund massieren: So geht’s!

 

Nachdem ich nun ausreichend betont habe, wie wichtig eine korrekte Ausführung der Hundemassage ist, wollen wir klären, wie es denn nun wirklich geht. 

Anders als bei den Massagen, die wir Menschen als entspannend empfinden, ist es bei unseren Hunden nicht das Ziel, möglichst fest drauflos zu kneten. Vielmehr sind sanfte Bewegungen das Ziel!

 

Schritt 1: Beginne mit sanften Liebkosungen

Streichle deinen Hund an den Stellen, von denen du weißt, dass er sie besonders mag. Wird dein Hund zum Beispiel gerne am Bauch gekrault, dann solltest du genau da beginnen. Das hilft ihm, sich zu entspannen und dir zu vertrauen. Nur so kann er seine Massage auch wirklich genießen!

Erlaube ihm dabei, in einer bequemen Position zu liegen oder zu stehen. Sprich in einer sanften Stimmlage mit ihm, um ihn zu entspannen.

 

Schritt 2: Massiere den Nacken deines Hundes

Lass deine Fingerspitzen gerade unter dem Kopf deines Hundes kreisen. Arbeite mit sanftem Druck – aber bitte immer so, dass es angenehm für ihn ist!

Bei kleinen Hunden sollten diese Bewegungen kleiner sein, bei größeren Hunden dürfen sie gerne größer ausfallen.

 

Schritt 3: Arbeite dich zu den Schultern vor

Kreise mit den Fingerspitzen langsam über seinen Hals nach unten bis zu der Stelle zwischen seinen Schultern. Dies ist normalerweise die bevorzugte Stelle vieler Hunde, da sie diesen Punkt selbst nicht erreichen können. Entsprechend viel Zeit solltest du daher auch für diese Stelle einplanen!

 

Schritt 4: Streichle Beine und Brust

Hier gilt es, auszuprobieren! Manche Hunde mögen Berührungen an den Beinen nämlich überhaupt nicht. Weicht er zurück, lass diesen Schritt aus und geh zum nächsten Körperteil über.

Genießt dein Hund die Berührung jedoch, kannst du testen, ob er auch gerne an den Pfoten massiert wird.

 

Schritt 5: Massiere den Rücken deines Hundes

Auf dem Weg von den Schultern arbeitest du dich langsam den Rücken hinunter. Bewege deine Finger in kleinen Kreisen auf beiden Seiten der Wirbelsäule.

 

Schritt 6: Beende die Massage an den Hinterbeinen

Mach mit der Massage weiter, bis du am Schwanzansatz angelangt bist. Hier kannst du vorsichtig mit den Hinterbeinen deines Hundes weitermachen. Wenn dein Hund es genießt, kannst du auch noch mit den Pfoten fortfahren – aber auch hier gilt: Diese Berührung ist Geschmackssache und nicht jeder Hund genießt sie!

Massage für den Hund mit Aromaölen kombinieren

 

Als kleinen Tipp möchte ich dir noch ans Herz legen, zusätzlich zur Hundemassage mit Aromaölen zu arbeiten.

Dass Aromatherapie ausgleichend und förderlich auf die Gesundheit und das Wohlbefinden wirkt, wurde in zahlreichen klinischen Studien bewiesen. Vor allem Hunde sprechen wunderbar auf die Therapie mit ätherischen Ölen an. Vor allem zur Beruhigung bei Angst oder Aggressivität, zur Appetitsteigerung oder zur allgemeinen Anregung kannst du Aromaöle toll in die Massage integrieren.

 

Dabei ist es vorab wichtig zu wissen, welcher Duft welche Wirkung entfaltet. Hier ein paar Beispiele:

• Lavendel hat eine beruhigende Wirkung.

• Melisse wirkt beruhigend und harmonisierend.

• Baldrian wird beruhigend und ermüdend

• Zitrone wirkt anregend

• Anis wirkt appetitfördernd.

 

Neben der Wirkung, die du erzielen möchtest, ist vor allem wichtig, dass dein Hund den Duft als angenehm empfindet. Hunde haben einen ausgeprägten Geruchssinn, daher solltest du mit der Dosierung vorsichtig sein (das Öl sollte niemals mehr als 1 % des Trägerstoffes ausmachen!) und deinen Vierbeiner langsam an die Behandlungen heranführen.

 

Aromaöle in die Hundemassage integrieren

Ich persönlich greife gerne auf einen Diffuser zurück, der das Öl angenehm im Raum verteilt. Alternativ eignet sich auch ein Duftkissen wunderbar. Ein Tropfen auf ein Kissen getropft und fertig! Achtung: Wenn dein Hund sich nicht mehr in die Nähe des Kissens legt, ist es ein sicheres Indiz dafür, dass der Duft ihn stört!

Gerne kannst du die Aromaöle auch in Form von Umschlägen in die Massage für den Hund integrieren!

 

Massage für den Hund – Entspannung pur!

Verspannte Muskeln werden bald hoffentlich kein Thema für deinen Hund mehr sein. Mit regelmäßigen Hundemassagen kannst du die Bindung zu deinem Vierbeiner stärken und ihn gleichzeitig verwöhnen. Also gönn deinem Hund eine Massage – er wird es dir danken!

Foto von unsplash.com

Autorin - Mag. med. Vet. Karin Schreiner

Die Anatomie des Hundes hat mich schon in meinem Studium zur Tierärztin am meisten fasziniert. Kein Wunder, dass ich nun vorrangig als Hundefitnesstrainerin und Hundephysiotherapeutin meinen vierbeinigen Kunden zu einem fitteren Hundeleben verhelfe! Wie auch du HundefitnesstrainerIn wirst, lerne ich dir in meiner Online-Ausbildung

 

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