So räucherst du mit Hund + Tipps für Kräutermischungen

von | Jan 8, 2019 | DogtischAcademyIntern, Hunde-Blog, Naturheilkunde für Hunde

Die Tradition des Räucherns ist wohl so alt wie die Menschheit selbst. Umso erstaunlicher, dass sie sich bis heute gehalten hat und sich großer Beliebtheit erfreut. Manchmal sind die alten Dinge ja doch die besten. Auch ich selber räuchere unglaublich gerne, denn ich genieße die Auswirkungen, die es auf mein Zuhause und mich selbst hat – und natürlich will ich auch, dass es meinem Balou dabei gut geht. Wie du richtig räucherst und was du beachten musst, damit deine Fellkugel sich dabei ebenfalls wohlfühlt, verrate ich dir in diesem Artikel!

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Was ist Räuchern und woher kommt dieser Brauch?

 

Wie bereits erwähnt, ist das Räuchern mit Harzen und Kräutern eine uralte Tradition. Man geht davon aus, dass unsere Vorfahren beim Zusammensitzen am Feuer einfach aromatische Hölzer, Rindenstücke oder Kräuter ins Feuer warfen – ganz zufällig und ohne groß darüber nachzudenken. Dabei stellten sie fest, dass die Düfte, die dabei entstanden, richtig wohltuend waren und unterschiedliche Stimmungen erzeugen konnten. Man räucherte gezielter und das Wissen über diese schöne Tradition wurde immer umfangreicher und vergrößerte sich durch mündliche Überlieferung. Man räucherte unter anderem, um die Luft in den Häusern und Höhlen zu verbessern oder Nahrungsmittel länger haltbar zu machen. Außerdem erhielten Räucher-Rituale auch zu medizinischen, religiösen und magischen Zwecken eine große Bedeutung. Im alten Ägypten und Mesopotamien sandte man mit dem duftenden Rauch beispielsweise Botschaften an die Götter, um sie gnädig zu stimmen. Außerdem versuchte man, Seuchen wie die Pest durch das Räuchern einzudämmen. Bei so vielen tollen Auswirkungen verwundert es nicht, dass das Räuchern auch in Europa wieder zunehmend beliebter wird und seinen festen Platz in der Naturheilkunde für Hunde gefunden hat.

 

Was bewirkt Räuchern in Körper und Geist?

 

Wir wissen nun, welche Bedeutung das Räuchern bei unseren Vorfahren hatte. Aber wie passt diese alte Tradition in unsere moderne, westliche Welt? Ich vermute, dass viele zunächst nur räuchern, um einen angenehmen Duft im Raum entstehen zu lassen. Erst dann kommt die Erkenntnis, dass es auch Körper und Geist total gut tut. Durch die angenehmen Düfte, die beim Räuchern entstehen, wird der Körper in eine Art Ruhezustand versetzt wird. Je nachdem, welche Kräuter zum Räuchern verwendet werden, können auch unterschiedliche Wirkungen hervorgerufen werden. Manche Kräuter haben beispielsweise eine beruhigende Wirkung, während andere eher anregend sind. In der Regel ist das Räuchern jedoch dazu gedacht, Ruhe und Entspannung zu finden. Das Bewusstsein wird erweitert und die Lebensprozesse erscheinen in einem neuen Licht. Auch bei Veränderungen im Leben, wie zum Beispiel einem Umzug, kann das Räuchern helfen. Bei mir steht bald ein Umzug an und ich werde mein neues Zuhause dann auch erst mal räuchern, um es von eventuellen negativen Energien zu befreien.

 

 

Welche Stoffe werden für das Räuchern verwendet?

Beim Räuchern werden aromatische Pflanzenteile über einer Wärmequelle verglüht, bzw. abgebrannt. Du kannst natürlich auf Räucherkegel oder Räucherstäbchen zurückgreifen, die du fertig kaufen kannst. Ich empfehle dir allerdings, unbehandeltes loses Räucherwerk zu verwenden!

 

Aber was zählt da überhaupt dazu?

 

Du kannst so ziemlich alles verräuchern, was aus der Natur kommt. Dazu zählen zum Beispiel Harze, Weihrauch, Kräuter, Rinden, Blätter und Nadeln, getrocknete und zerkleinerte Wurzeln oder andere Pflanzenteile. Wichtig ist nur, dass alles getrocknet ist, sonst verbrennt es nicht richtig.

Zum Räuchern brauchst du außerdem Räucherkohle und ein Räuchergefäß!

 

Welche Wirkung soll beim Räuchern erzielt werden?

 

Jedes Kraut und jede Rinde hat ihre eigene Wirkung auf Körper und Geist. Ich empfehle dir, dich erst ein wenig mit den individuellen Wirkungen der verschiedenen Stoffe auseinanderzusetzen, bevor du mit dem Räuchern beginnst. Dies ist in der Naturheilkunde für Hunde ein wichtiges, großes Thema.

Damit du dich jetzt nicht durch unzählige Internetseiten suchen musst, habe ich dir die meiner Meinung nach wichtigsten Kräuter mit ihren Wirkungen zusammengefasst:

 

So räucherst du richtig:

 

Das wichtigste beim Räuchern ist vor allem ein Faktor: Zeit! Räuchern ist ein Ritual, für das du dir wirklich ausreichend Zeit nehmen solltest. Gehetztes Räuchern ist nicht besonders effektiv. Wähle für deine Zeremonie einen Platz, an dem du dich wohlfühlst und nicht gestört wirst.

Nun geht es mit der Zeremonie los! Dafür brauchst du ein Stück Räucherkohle und ein mit Sand gefülltes Räuchergefäß. Den Sand brauchen wir, damit die Hitze in der Schale gehalten und die Kohle mit Luft versorgt wird und richtig brennen kann. Nun entzündest du die Räucherkohle mit einem Streichholz, Feuerzeug oder einer Kerze. Verwende unbedingt eine Pinzette oder Räucherzange, damit du dich nicht verletzt!

Warte nun ab, bis sich eine Ascheschicht auf der Räucherkohle gebildet hat. Das kann schon mal zehn Minuten dauern, aber es ist wichtig, denn nur so erreicht die Kohle ihre optimale “Betriebstemperatur”. Dann kannst du das Räucherwerk, das du für die Zeremonie gewählt hast, hinzugeben und verbrennen lassen.

Nun erfolgt die erste Phase, die auch Reinigungsphase genannt wird. Hier hältst du alle Türen und Fenster, die ins Freie führen, geschlossen.

Anschließend läufst du gegen den Uhrzeigersinn durch den Raum. Schwinge dabei das Räuchergefäß kreisförmig mit Linksbewegungen. Räuchere den Raum so lange, bis der Rauch im Raum “steht”. Lass den Raum sich richtig mit Rauch füllen. Lass den Rauch ein paar Minuten “einwirken” und lüfte anschließend ausgiebig. Diese Prozedur wiederholst du für jeden Raum. Sei bitte geduldig. Es kann schon seine Zeit dauern, bis der Raum sich richtig mit Rauch gefüllt hat.

Danach kannst du bei offenem oder geschlossenem Fenster durch den Raum gehen und die Räucherschale dabei in Form einer liegenden Acht mitschwingen lassen.

Danach schließt du alle Fenster und gehst den Raum nun im Uhrzeigersinn rechts ab. Diese Räucherung ist wieder etwas intensiver. Hier solltest du den Rauch wieder gut im Raum verteilen. Er muss allerdings nicht mehr “stehen bleiben”. Wenn dir der Geruch zu intensiv wird, mach einfach das Fenster auf, bis es wieder angenehm für dich ist.

Diese ganze Zeremonie kann gut und gerne ein bis zwei Stunden dauern. Nimm dir diese Zeit – dein Zuhause wird es dir danken!

Du hast übrigens auch noch andere Möglichkeiten zu räuchern. Du kannst beispielsweise ein Räucherstövchen verwenden. Dieses ist ähnlich aufgebaut wie eine Aromalampe mit einem kleinen Metalltopf, in das du das Räucherwerk füllen kannst. Mithilfe eines Teelichts entsteht eine sanfte Rauchentwicklung, die etwas weniger intensiv ist als die mit Kohletabletten.

Wann solltest du räuchern:

 

Ich empfehle dir, die Rauhnächte fürs Räuchern zu nutzen. Das ist die Zeit zwischen Weihnachten und den Heiligen Drei Königen. Ein altes Jahr geht zu Ende und ein neues beginnt. Das ist eine ideale Zeit zum Räuchern.Da diese Zeit aber gerade vorbei ist und du sicherlich sofort anfangen möchtest, rate ich dir, nach dem Mondkalender vorzugehen.

Vollmondnächte sind beispielsweise ideal für Rituale, bei denen es um die Vollendung innerer Wünsche geht. Neumond hingegen steht, wie der Name schon verrät, für Erneuerungen. Willst du mit deiner Zeremonie Standfestigkeit erlangen oder steht eine Neuerung in deinem Leben an, empfehle ich dir eine Räucherung zu Neumond. Ein zunehmender Mond hilft dir in Phasen, in denen du Neuland betreten willst, aber noch Ängste und Zweifel hast. Der abnehmende Mond steht hingegen für das Loslassen von Problemen, die dich belasten. Hier kannst du gut alles loswerden, was nicht mehr zu dir passt. Beispielsweise nach einer Trennung passt diese Mondphase super zum Räuchern.

 

Räuchern mit dem Hund – gute Idee oder lieber nicht?

 

Doch wie stehen unsere Fellnasen zum Thema Räuchern? Wie immer in der Naturheilkunde für Hunde scheiden sich die Geister. Viele schwören darauf, mit ihren Hunden zu räuchern, da die Tiere ja auch von der positiven Raumenergie profitieren. Andere sind der Meinung, dass der Rauch schädlich oder gar giftig für die Tiere sein kann.
Ich möchte dir auf jeden Fall raten, deinem Hund eine “Fluchtmöglichkeit” zu geben. Hunde haben eine viel empfindlichere Nase als wir Menschen und da kann ihnen von einem zu intensiven Geruch schon mal übel werden. Gib deinem Hund also immer die Möglichkeit, einen Raum zu verlassen, in dem gerade geräuchert wird.
Bestenfalls wird jedoch geräuchert, wenn dein Hund nicht zuhause ist. Beispielsweise im Sommer, wenn er im Garten spielen kann, oder wenn ihn jemand anders auf einen Spaziergang mitgenommen hat. So bist du auf jeden Fall auf der sicheren Seite und kannst beruhigt räuchern.

5 Tipps beim Räuchern

 

Nun möchte ich dir noch ein paar praktische Tipps zum Räuchern für zuhause mit auf den Weg geben, die dir den Einstieg erleichtern und dir die Angst davor nehmen sollen.

Tipp Nr. 1: Fang klein an!
Mach es dir gerade am Anfang nicht allzu schwer. Wenn dir die Prozedur mit der Kohle und allem Drum und Dran noch nicht ganz geheuer ist, spricht nichts dagegen, zunächst mit Räucherstäbchen zu beginnen. Das sind im Prinzip gepresste Räuchermischungen, mit denen du den Raum gut reinigen kannst. Sie sind auch relativ günstig und in vielen Bioläden erhältlich.

Tipp Nr. 2: Investiere in Qualität!
Der Rauch soll dein Zuhause aufwerten. Da ist es wichtig, dass er besonders natürlich ist. Kaufe nur Räucherwerk mit guten Inhaltsstoffen. Es ist wichtig, dass du genau erkennen kannst, was drinnen ist. Vermeide auch synthetische Zusatz- oder Duftstoffe.

Tipp Nr. 3: Achtung, Feuergefahr!
Damit du die Wirkung des Rauchs wirklich genießen kannst, solltest du sichergehen können, dass deine Wohnung dabei nicht abgefackelt wird. Bei Räucherstäbchen ist es wichtig, eine geeignete Halterung zu verwenden. Für eigene Mischungen verwendest du am besten ein gutes, hitzeresistentes Gefäß aus Metall oder Keramik.
Lass das Gefäß auch niemals unbeaufsichtigt!

Tipp Nr. 4: Verwende die richtige Kohle!
Wenn du mit offenen Kräutermischungen arbeitest, solltest du die richtige Kohle verwenden. Meist handelt es sich dabei um Holzkohle in handlicher Form, die oft auch eine Einkerbung für das Räucherwerk hat. Für den Anfang kannst du auch auf schnellzündende Kohle zurückgreifen. Die enthält zwar Zusätze wie Magnesium, ist dafür aber gerade für Anfänger leichter handzuhaben.

Tipp Nr. 5: Starte ohne Kohle!
Das Räuchern mit Kohle ist ein bisschen aufwendiger – und auch oft mit mehr Schmutz verbunden. Deshalb kannst du auch mit einer Räucherduftlampe arbeiten. So entsteht weniger Rauch und ein zarteres Aroma. Diese Art des Räucherns würde ich auch empfehlen, wenn dein Hund zuhause ist.

 

Fazit:

 

Das Räuchern ist eine tolle Möglichkeit, dein Zuhause von bösen Geistern zu befreien und dir neue Lebensenergie zu schenken. Was ich besonders daran mag, ist, dass es so vielseitig ist. Wenn du noch nie geräuchert hast, solltest du es unbedingt mal ausprobieren – aber bitte nimm dabei stets Rücksicht auf das Befinden deines Hundes. Denn nicht alle Hunde sind begeistert vom Rauch. Mehr über Naturheilkunde für Hunde erfährst du in unseren weiteren Blogartikeln und in der dazugehörigen Online-Ausbildung!

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Hallo! Ich bin Paulina!

Ich bin zertifizierte Hundeenährungsberaterin, Mutter einer wundervollen Tochter und treue Begleiterin meines Seelenhund Balou. Ich habe es mir zur Lebensaufgabe gemacht, Hunde mit der richtigen Ernährung und der Kraft unserer Natur zu einem artgerechteren Leben zu verhelfen. So konnte ich schon Balous Leben vor 5 Jahren retten. Der Grund, warum es die Dogtisch Academy gibt und du jetzt diesen Artikel liest.

Autorin - Paulina Adamczyk


Als zertifizierte Heilkräuter-, Vitalpilz- & Aromaöl-Beraterin für Hunde ist es mir eine Herzensangelegenheit, Hundebesitzern mehr Wissen über unsere Natur näher zu bringen. Das ist mein persönliches "Warum" für diesen Blogartikel. Noch mehr dazu lernst du in unserer Online-Ausbildung.

 

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